Beratung und Information zu Intergeschlechtlichkeit für Eltern,

selbst Betroffene und Fachkräfte

 

In den letzten Jahren wurden sowohl gesellschaftlich als auch politisch und fachlich Aspekte von Geschlecht und Geschlechtsidentität vermehrt in den Blick genommen. Das beinhaltet die Dimension Haltung, Respekt und Gleichstellung, aber auch pädagogische und persönliche Ausschnitte. Das Bewusstsein, dass Geschlecht noch nie nur Mann und Frau war, ganz abgesehen davon, welche Zuschreibungen und Rollen damit verbunden waren, sondern dass es schon immer Variationen gab, wird zunehmend wahrgenommen und meist anerkannt. Allerdings ist für eine professionelle und hilfreiche Begleitung von intergeschlechtlichen Menschen und deren Angehörigen ein vertieftes und fundiertes Wissen zu Vielfalt von Geschlecht und Identität nötig.

pro familia Nürnberg arbeitet schon immer zur Vielfalt von Leben und Lebenswirklichkeiten und wendet sich jetzt verstärkt dem Thema Intergeschlechtlichkeit zu.

Das Thema Intergeschlechtlichkeit scheint keine große Lobby zu haben und es gibt durch die Medizin eine große Einflussnahme auf Abwägungen und Entscheidungen. Intergeschlechtliche Menschen und ihre Familien sind häufiger Ausgrenzungen, Tabuisierungen und Diskriminierungen ausgesetzt.

Menschen, deren körperliche Merkmale nicht den Normvorstellungen von weiblichen oder männlichen Körpern entsprechen, werden als Inter* oder intergeschlechtlich bezeichnet. Die Intergeschlechtlichkeit eines Menschen kann sich in verschiedenen Lebensphasen zeigen: Vor und kurz nach der Geburt, in den ersten Lebensjahren oder auch erst in der Pubertät bzw. im Erwachsenenalter. Intergeschlechtlichkeit ist keine Krankheit, sondern fasst Möglichkeiten zusammen, wie Körper sich entwickeln können. Wir verstehen Intergeschlechtlichkeit als Ausdruck menschlicher Vielfalt.

pro familia beginnt in der Metropolregion Nürnberg ein multiprofessionelles Netzwerk verschiedener Berufsgruppen und Fachstellen zum Thema Intergeschlechtlichkeit aufzubauen. Wir sehen einen Bedarf an Information und Fortbildung für Fachkräfte der Sozialen Arbeit, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, sowie bei medizinischen Fachkräften.

Im SGB VIII des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sind im § 9 die Gleichberechtigung von jungen Menschen und die Unterstützung des Kindes in seiner individuellen Entwicklung dezidiert auch unter dem Aspekt Geschlechtsidentität verankert. Dies fordert sowohl Fachkräfte als auch Eltern und Familien auf, damit achtsam und respektvoll umzugehen. Mit der Forderung nach Förderung geht auch die Notwendigkeit von Beratungs- und Qualifizierungsangeboten einher. Dies ist im Moment speziell für den Themenbereich Inter* noch kaum umgesetzt. Hier wollen wir Schritte vorangehen und mittelfristig ein unterstützendes Netzwerk etablieren.

Für Eltern, die ein Kind mit einer Variante von Intergeschlechtlichkeit erwarten oder geboren haben, möchten wir Information, Beratung und Unterstützung anbieten. Oft stehen medizinische Aspekte, Angebote oder scheinbare Notwendigkeiten im Vordergrund. Tatsächlich sind soziale, psychische und emotionale Aspekte mindestens ebenso wichtig, um einen guten und ganzheitlichen Umgang zu finden.

Zur Beratung sind Menschen, die selbst eine Variation von Intergeschlechtlichkeit haben, mit ihren individuellen Themen und Anliegen ebenfalls willkommen.

 

Die Fachstelle Inter* plant in Zukunft:

  • Aufbau eines Netzwerks von Fachkräften und Multiplikator*innen
  • Aufbau von regionalen Kooperationen
  • Vorträge zu Inter*
  • Einzel- oder Teamberatung für
    • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
    • medizinisches Personal u.a. Hebammen, Ärzt*innen
  • Fortbildungen für Fachkräfte
  • Beratungen für Eltern mit einem intergeschlechtlich geborenen Kind
  • Beratungen für intergeschlechtliche Personen und deren Angehörige

 

 

Weitere Informationen können Sie der Website unserer Kooperationspartnerin entnehmen:

Stadt Nürnberg

Gesundheitsamt

Fachstelle Geschlechtersensible Prävention

Kaiserstrasse 8

90403 Nürnberg

https://www.nuernberg.de/internet/gesundheit_nbg/geschlechtervielfalt.html