pro familia Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
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55116 Mainz
Tel.: 06131-236 350
Fax: 06131-236 325
Email: lv.rheinland-pfalz@profamilia.de
Beratungsstellen
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Veranstaltungen
06.11.2026 09:30
- analog / vor Ort
Fachtag Sexuelle Bildung und Kinderrechte
Fachtag Sexuelle Bildung und Kinderrechte
- Beginn
- 06.11.2026 09:30
- Ende
- 06.11.2026 17:00
- Beschreibung
-
Informationen zur Anmeldung
Anmeldung bis zum 05.10.26
Wichtig: Bitte geben Sie bei der Anmeldung im Feld „Bemerkungen“ die zwei Workshops an, an denen Sie teilnehmen möchten.
Teilnahmebeitrag: 40 Euro (Sie erhalten nach Anmeldeschluss von uns eine Rechnung)
Veranstaltungsort: Z Quadrat, Große Langgasse 8, 55116 Mainz, Eingang über Gymnasiumstraße (https://z-quadrat-mainz.de/)
Für Verpflegung während des Fachtags ist gesorgt.
Bei Fragen melden Sie sich gern per Mail an lv.rheinland-pfalz@profamilia.de
Sexuelle Bildung und Kinderrechte – Kinder stärken, schützen und beteiligen
Fachtag des pro familia Landesverbandes Rheinland-Pfalz am 06.11.2026 von 09:30 – 17:00 Uhr in Mainz
Sexuelle Bildung und Kinderrechte gehören untrennbar zusammen. Kinder haben das Recht auf Information, Schutz vor Gewalt, Beteiligung und eine gesunde Entwicklung. Altersangemessene Sexuelle Bildung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag: Sie stärkt Kinder darin, ihren Körper kennenzulernen, Gefühle einzuordnen, Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren sowie ihre Rechte aktiv wahrzunehmen.
Der Fachtag richtet sich an Sexuelle Bildner*innen sowie Fachkräfte aus Kita, Grundschule, Schulsozialarbeit, Kinderschutzdiensten und weiteren Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Gemeinsam möchten wir die Verbindung von Kinderrechten und Sexueller Bildung aus einer rechtebasierten Perspektive in den Blick nehmen und darüber diskutieren, wie Kinder in ihrer Entwicklung gestärkt und geschützt werden können.
In Zeiten, in denen Sexuelle Bildung immer wieder Angriffen und irreführenden Narrativen ausgesetzt ist, wollen wir deutlich machen, wofür sie tatsächlich steht: für die Umsetzung von Kinderrechten, für Schutz vor Gewalt, für Selbstbestimmung und für die Förderung von Handlungskompetenzen. Alters- und entwicklungsangemessene Sexuelle Bildung überfordert Kinder nicht. Sie begleitet sie vielmehr auf ihrem Weg zu selbstbewussten, respektvollen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten.
Der Fachtag bietet Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und gemeinsame Positionierung. Wir möchten zeigen, dass wir aus unserer gemeinsamen Haltung heraus für die Rechte, den Schutz und die Beteiligung von Kindern eintreten – und dass Sexuelle Bildung ein wesentlicher Bestandteil davon ist.
Programm
09:30 – 10:00 Uhr: Ankommen
10:00 – 10:20 Uhr: Begrüßung und Grußworte
10:20 – 10:50 Uhr: Keynote: „Kinder haben ein Recht auf Sexuelle Bildung: Sexualpädagogik ist unverzichtbar“ (Klaus Peter Lohest, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes Rheinland-Pfalz)
10:50 – 11:50 Uhr: Vortrag: „Zwischen schlafenden Hunden und sexueller Selbstbestimmung – pädagogische Perspektiven auf sexuelle Bildung“ (Karoline Heyne, Sexualpädagogin und Referentin für sexuelle Bildung mit „BeziehungsweiseWachsen“)
In vielen täglichen pädagogischen Situationen stecken auch sexuelle Fragestellungen und Dimensionen. Sexualität ist in allen pädagogischen Beziehungen präsent und Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, sensibel in ihr Recht auf Selbstbestimmung hinbegleitet zu werden. Doch wird der Umgang mit dem Thema durch viele Unsicherheiten erschwert: Kann ich bei dem Thema zu viel sagen? Kann ich Kinder damit verwirren? Und dürfen wir das eigentlich? Wir werfen einen Blick zurück in die Geschichte und suchen nach einer selbstbewussten, praktikablen Haltung im Spannungsfeld aus der Angst vor schlafenden Hunden und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
11:50 – 12:45 Uhr: Mittagspause
12:45 – 13:00 Uhr: Einführung Workshopphase
13:00 – 16 Uhr Workshops (jeweils 80 Minuten, so dass jede Person 2 Workshops besuchen kann)
Workshop 1:
Dürfen wir das? Standortbestimmung und Reflexion zwischen Schutzauftrag und sexueller Selbstbestimmung in der sexuellen Bildung (Karoline Heyne, Sexualpädagogin und Referentin für sexuelle Bildung mit „BeziehungsweiseWachsen“)
Nennen wir unsere sexuelle Bidungsarbeit in Schulen "Präventionsprojekt"? Sollte eine Kita Kindern Körpererkundungen verbieten? Muss sich sexuelle Bildung durch Präventions- und Schutzargumente legitimieren oder ist sie ein Wert an sich? Und was heißt das alles für die eigene Praxis als sexualpädagogische Fachperson? Sexuelle Bildung steht zunehmend auch politisiert unter Druck. Fachkräfte fühlen sich dadurch verständlicherweise verunsichert. Gleichzeitig ist es gerade jetzt unverzichtbar, über die eigene Positionierung nachzudenken, sowohl als Einzelperson wie auch als Fachverband. Wir wollen den Workshop nutzen für eine Standortbestimmung und Reflexion zwischen Ängsten, Selbstbestimmungsrechten und der Frage, wie politisch sexuelle Bildung ist und sein sollte.
Workshop 2: Sexuelle Übergriffe durch/unter Kinder/Kindern (Torsten Wilhelm, pro familia Kaiserslautern)
Sexuelle Übergriffe durch Kinder und unter Kindern kommen sowohl in Kitas als auch in Grundschulen vor und stellen pädagogische Fachkräfte oft vor große Herausforderungen. Um Kinder wirksam zu schützen und angemessen zu handeln, ist es wichtig, zwischen altersangemessenem Verhalten und sexuellen Übergriffen unterscheiden zu können. Der Umgang mit sexuellen Übergriffen durch Kinder erfodert eine fachlich fundierte und pädagogische Perspektive. Fachkräfte sind gefordert, sowohl die betroffenen Kinder zu schützen als auch angemessen mit den übergriffigen Kindern umzugehen.Im Workshop soll Wissen zu sexuellen Übergriffen durch Kinder und unter Kindern erweitert werden. Anhand fachlicher Impulse, Fallbeispielen und Übungen in der Gruppe setzen wir uns mit den Merkmalen sexueller Übergriffe, Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag sowie den Anforderungen an einen professionellen Umgang auseinander.
Workshop 3: Elternarbeit und sexuelle Bildung - wie soll das gehen? Mit den Eltern? Ohne die Eltern? Gegen die Eltern? (Anke Bäumker und Dieter Schuchhardt, pro familia Marburg)
Kindliche Sexualität und sexuelle Bildung als Thema in der Elternarbeit kann an vielen Stellen herausfordernd sein. Die richtigen Worte finden, wo Sexualität doch sonst ein Thema ist, über das eher geschwiegen wird. Mit unterschiedlichen Werten und Vorstellungen in der Kindererziehung umgehen. Womöglich sogar ein Machtgerangel darum, wer das bessere Erziehungskonzept und die größere -kompetenz hat. Im Workshop finden wir Haltung und Sprache über kindliche Sexualität. Wir spüren der Idee nach, wie Elternarbeit zu einer gelingenden Erziehungspartnerschaft beitragen kann, die das Wohl des Kindes im Blick hat.
Workshop 4: Im Namen des Kinderschutzes – Ein Einstieg in rechtsextreme Schutzrhetorik (Rike Zepke, Bildungsreferentin im Bereich Rechtsextremismusprävention)
Begriffe wie „Kinderschutz" und „Kindeswohl" sind in der pädagogischen Arbeit zentral – doch sie werden zunehmend von rechtsextremen Akteur*innen strategisch vereinnahmt. Ob in sozialen Medien, auf Elternabenden oder in politischen Debatten: Rechte Netzwerke nutzen diese Begriffe gezielt, um sexuelle Bildung zu delegitimieren, Fachkräfte unter Druck zu setzen und demokratische Werte zu untergraben.
Dieser Workshop gibt einen ersten Einblick in diese Dynamiken. Nach einem kurzen Input liegt der Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Austausch und der Fallarbeit: Welche Situationen kennen wir aus der eigenen Arbeit? Was brauchen wir, um handlungsfähig und klar positioniert zu bleiben?
16:00 – 16:15 Uhr Pause
16:15 – 17:00 Uhr: „Gemeinsam Haltung zeigen für die Rechte, die Selbstbestimmung und den Schutz von Kindern“ - Abschlussgespräch zum Weiterdenken, Positionieren und Vernetzen.
Im Abschlussgespräch wollen wir gemeinsam diskutieren: Wie können wir eine rechtebasierte Haltung zu Sexueller Bildung in unserer Praxis sichtbar machen? Wo liegen Spannungsfelder zwischen Schutz und Selbstbestimmung? Wie begegnen wir vereinfachenden oder irreführenden Narrativen über Sexuelle Bildung? Und was brauchen wir, um Kinderrechte auch dort zu verteidigen, wo es unbequem wird? Darüber wollen wir mit Vertreter*innen von pro familia und Ihnen diskutieren.
- Art
- Fachtagung
- Themen
- Sexuelle Bildung, Prävention
- Zielgruppen
- Fachöffentlichkeit, Fachkräfte aus Beratungsstellen, Leitungskräfte Kinderbetreuung, Multiplikatorinnen
- Ort / Adresse
- Z Quadrat, Große Langgasse 8, 55116 Mainz, Eingang Gymnasiumstraße, https://z-quadrat-mainz.de/
- Preis
- 40€
- Online-Anmeldung
-
Ansprechpersonen
1. Vorsitzende: Gerlinde Kohl (vertretungsberechtigt)
2. Vorsitzende: Simone Triebel (vertretungsberechtigt)
Vorstandsmitglieder:
Tabea Eidam
Jacqueline Huber
Marina Linde
Dr. Michaela Michel-Schuldt
Tobias Naumann
Landesgeschäftsführung:
Daniel Hard (vertretungsberechtigt nach § 30 BGB)
pro familia:
- ist ein Interessenverband, der sich für selbstbestimmte Sexualität, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte sowie Geschlechtergerechtigkeit einsetzt.
- ist ein parteipolitisch und konfessionell unabhängiger, gemeinnütziger Mitgliederverband, für den das ehrenamtliche Engagement von zentraler Bedeutung ist.
- versteht sich als Fach- und Dienstleistungsverband auf dem Gebiet der Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung.
- ist aktives Gründungsmitglied des Dachverbands International Planned Parenthood Federation (IPPF).
- Landesverband Rheinland-Pfalz ist Mitglied im pro familia Bundesverband und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.
pro familia Rheinland-Pfalz tritt ein für:
- Menschenrechte, die sich aus der Charta der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte der IPPF ableiten. Dazu gehören insbesondere das Recht auf selbstbestimmte Sexualität und Fortpflanzung, auf selbstbestimmte sexuelle Orientierung und Identität und das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.
- eine Gesellschaft, in der eine selbstbestimmte Familienplanung, Gesundheitsvorsorge und wirksame Verhütung von Schwangerschaften auch bei niedrigem Einkommen möglich ist.
- einen kritischen Umgang mit und Hinterfragen von medizinischen Methoden im Bereich der Reproduktion und Gesundheit.
- ein gesellschaftliches und politisches Klima, das die Verwirklichung der vorgenannten Ziele ermöglicht.
- eine Gesellschaft, in der psychische, körperliche und sexuelle Gewalt verurteilt und alles getan wird, um ihrem Auftreten vorzubeugen.
- ein niedrigschwelliges, flächendeckendes Angebot von Einrichtungen, in denen die genannten Ziele praktisch umgesetzt werden.
- das Recht auf freie Entscheidung, ob und in welcher Lebenssituation die Geburt eigener Kinder erwünscht ist, und auch für das Recht, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.
- eine Enttabuisierung der Sexualität von Menschen mit Behinderung und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
- eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung für alle Menschen, unabhängig von deren sexuellen Identitäten und Orientierungen.
pro familia Rheinland-Pfalz:
- strebt die Verwirklichung dieser Ziele einerseits in der Beratungsarbeit, in der medizinischen Versorgung und in der Sexualpädagogik, andererseits in der ehrenamtlichen Verbandsarbeit, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme durch Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Gremien an.
- unterhält dazu staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstellen, eine Medizinische Einrichtung für Schwangerschaftsabbruch und Nachsorge sowie Dienstleistungs-einrichtungen, die spezielle Bedarfe anbetreffen und die Ziele des Verbandes unterstützen.
pro familia Rheinland-Pfalz arbeitet nach folgenden Grundsätzen:
- Wir gehen respektvoll mit allen Menschen um und unterstützen sie dabei, verantwortliche, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
- Wir bauen dabei auf ihren Stärken und Fähigkeiten auf.
- Wir wahren das Recht auf Vertraulichkeit, Verschwiegenheit und Datenschutz.
- Wir behandeln Schwangere in unserer medizinischen Einrichtung mit zeitgemäßen, schonenden und individuell angepassten Methoden des Schwangerschaftsabbruchs.
- Wir unterstützen die Weiterentwicklung von Methoden des Schwangerschaftsabbruchs.
- Wir sensibilisieren für die Vielfalt sexuellen und partnerschaftlichen Handelns und Erlebens.
- Wir berücksichtigen, dass sich die individuelle Sexualität von gesellschaftlich vorgegebenen Normen und Klischees unterscheiden kann.
- Wir setzen uns kritisch mit gesellschaftlichen Normen und dem wissenschaftlichem Fortschritt im Bereich von Sexualität und Familienplanung auseinander.
- Wir entwickeln fachliche Standards und fördern entsprechende Kompetenzen durch die Teilnahme an Arbeitsgruppen, Netzwerken, Fortbildungen, und Supervision.
- Wir streben die Beschäftigung von Fachkräften unterschiedlicher Professionen und unterschiedlicher Kulturen an, um der Vielschichtigkeit unserer Themen gerecht zu werden.
- Wir arbeiten migrations- und kultursensibel.
- Wir reagieren auf sich ändernden Bedarf, entwickeln die Angebote weiter und stoßen Änderungen an.
- Wir orientieren uns bei unserer Arbeit an den Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems nach EFQM.
pro familia Rheinland-Pfalz lässt sich im Umgang untereinander von seinen Grundsätzen leiten:
- Ein dialogisches Miteinander, das von Offenheit, Vertrauen und konstruktiver Auseinandersetzung geprägt ist.
- Eine sachbezogene und zielorientierte Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen.
Mainz, 11.11.2017
Gefördert durch: