pro familia Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
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Veranstaltungen
06.11.2026 09:30
- analog / vor Ort
Fachtag Sexuelle Bildung und Kinderrechte
Fachtag Sexuelle Bildung und Kinderrechte
- Beginn
- 06.11.2026 09:30
- Ende
- 06.11.2026 17:00
- Beschreibung
-
Der Fachtag richtet sich an Sexuelle Bildner*innen, Fachkräfte aus Grundschule, KiTa, Kinderschutzdienste, Schulsozialarbeit, Interessierte.
Organisiert von pro familia Rheinland-Pfalz
Anmeldungen sind über das Anmeldeformular möglich.
Wichtig: Nutzen Sie bei der Anmeldung das Feld Bemerkungen, um die 2 Workshops anzugeben, an denen Sie teilnehmen möchten.
Für Verpflegung während des Fachtags ist gesorgt.
Sexuelle Bildung und Kinderrechte gehören untrennbar zusammen. Kinder haben das Recht auf Information, Schutz vor Gewalt, Beteiligung und eine gesunde Entwicklung. Altersangemessene Sexuelle Bildung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag: Sie stärkt Kinder darin, ihren Körper kennenzulernen, Gefühle einzuordnen, Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren sowie ihre Rechte aktiv wahrzunehmen.
Der Fachtag richtet sich an Sexuelle Bildner*innen sowie Fachkräfte aus Kita, Grundschule, Schulsozialarbeit, Kinderschutzdiensten und weiteren Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Gemeinsam möchten wir die Verbindung von Kinderrechten und Sexueller Bildung aus einer rechtebasierten Perspektive in den Blick nehmen und darüber diskutieren, wie Kinder in ihrer Entwicklung gestärkt und geschützt werden können.
In Zeiten, in denen Sexuelle Bildung immer wieder Angriffen und irreführenden Narrativen ausgesetzt ist, wollen wir deutlich machen, wofür sie tatsächlich steht: für die Umsetzung von Kinderrechten, für Schutz vor Gewalt, für Selbstbestimmung und für die Förderung von Handlungskompetenzen. Alters- und entwicklungsangemessene Sexuelle Bildung überfordert Kinder nicht. Sie begleitet sie vielmehr auf ihrem Weg zu selbstbewussten, respektvollen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten.
Der Fachtag bietet Raum für fachlichen Austausch, Vernetzung und gemeinsame Positionierung. Wir möchten zeigen, dass wir aus unserer gemeinsamen Haltung heraus für die Rechte, den Schutz und die Beteiligung von Kindern eintreten – und dass Sexuelle Bildung ein wesentlicher Bestandteil davon ist.
Programm
09:30 – 10:00 Uhr: Ankommen
10:00 – 10:20 Uhr: Begrüßung und Grußworte
10:20 – 10:50 Uhr: Keynote: „Kinder haben ein Recht auf Sexuelle Bildung: Sexualpädagogik ist unverzichtbar“ (Klaus Peter Lohest, Kinderschutzbund RLP)
10:50 – 11:50 Uhr: Vortrag: „Zwischen schlafenden Hunden und sexueller Selbstbestimmung – pädagogische Perspektiven auf sexuelle Bildung“ (Karoline Heyne)
11:50 – 12:45 Uhr: Mittagspause
12:45 – 13:00 Uhr: Einführung Workshopphase
13:00 – 16 Uhr Praxisdialoge (jeweils 90 Minuten, so dass jede Person 2 Formate besuchen kann)
Workshop 1: Zwischen Schutzauftrag und Selbstbestimmung: Reflexion der eigenen sexualpädagogischen Haltung und Arbeit – Workshop für Sexualpädagog*innen (Karoline Heyne)
Wenn es um jüngere Kinder geht, gibt es auch auf Seiten der Fachkräfte Unsicherheiten in Bezug auf Körperlichkeit und Sinnlichkeit bei Kindern, z.B. Umgang mit Nacktheit, aber auch hinsichtlich der Frage von körperlichen Berührungen und Handlungen. Es gibt ein hohes Bewusstsein für die Möglichkeit von Grenzüberschreitungen. Fachkräfte der (Sexual)Pädagogik agieren daher oft defensiv und versuchen, auf der „sicheren Seite“ zu bleiben. Vor der Folie zunehmender Angriffe auf Sexuelle Bildung zeigt sich ein starker Zusammenhang zwischen Schutz, Prävention und Legitimation. Das sexualpädagogische Feld kann als ambivalent charakterisiert werden, wenn es um Kinder als sinnliche Wesen geht.
Workshop 2: Sexuelle Übergriffe durch/unter Kinder/Kindern (pro familia)
Sexuelle Übergriffe durch und unter Kindern kommen sowohl in Kitas als auch in Grundschulen vor und stellen pädagogische Fachkräfte oft vor große Herausforderungen. Um Kinder wirksam zu schützen und angemessen zu handeln, ist es wichtig, zwischen altersangemessenem Verhalten und sexuellen Übergriffen unterscheiden zu können. Da Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig sind, erfordert der Umgang mit sexuellen Übergriffen durch Kinder eine fachlich fundierte und pädagogische Perspektive. Fachkräfte sind gefordert, sowohl die betroffenen Kinder zu schützen als auch angemessen mit den übergriffigen Kindern umzugehen.
Im Workshop erweitern Sie Ihr Wissen zu sexuellen Übergriffen durch und unter Kindern. Anhand fachlicher Impulse, Fallbeispiele und Übungen in der Gruppe setzen Sie sich mit den Merkmalen sexueller Übergriffe, Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag sowie den Anforderungen an einen professionellen Umgang auseinander.
Workshop 3: Elternarbeit - Sexuelle Bildung vermitteln (pro familia)
Die Zusammenarbeit mit Eltern und Sorgeberechtigten ist ein zentraler Bestandteil pädagogischer Arbeit – in der Kita ebenso wie in der Grundschule. Eine vertrauensvolle Bildungs- und Erziehungspartnerschaft schafft die Grundlage dafür, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu stärken und zu schützen. Gerade bei Themen wie kindliche Sexualität, Körpererkundung, Freundschaften, Grenzen oder den Veränderungen im Übergang zur Pubertät können jedoch Unsicherheiten entstehen. Unterschiedliche Wertvorstellungen, Erziehungsstile und persönliche Schamgrenzen machen Gespräche über körpernahe Themen häufig herausfordernd. Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie Fachkräfte in Kita und Grundschule Eltern über Ziele, Inhalte und Bedeutung Sexueller Bildung informieren und auch bei unterschiedlichen Haltungen in einen konstruktiven Dialog treten können.
Workshop 4: Im Namen des Kinderschutzes – Ein Einstieg in rechtsextreme Schutzrhetorik (Rike Zepke, Bildungsreferentin im Bereich Rechtsextremismusprävention)
Begriffe wie „Kinderschutz" und „Kindeswohl" sind in der pädagogischen Arbeit zentral – doch sie werden zunehmend von rechtsextremen Akteur*innen strategisch vereinnahmt. Ob in sozialen Medien, auf Elternabenden oder in politischen Debatten: Rechte Netzwerke nutzen diese Begriffe gezielt, um sexuelle Bildung zu delegitimieren, Fachkräfte unter Druck zu setzen und demokratische Werte zu untergraben.
Dieser Workshop gibt einen ersten Einblick in diese Dynamiken. Nach einem kurzen Input liegt der Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Austausch und der Fallarbeit: Welche Situationen kennen Sie aus der eigenen Arbeit? Was brauchen Sie, um handlungsfähig und klar positioniert zu bleiben?
16:00 – 16:15 Uhr Pause
16:15 – 17:00 Uhr: Abschlussgespräch / Podium
Stand: 05.06.2026, die Beschreibung wird noch um Namen der Referent*innen ergänzt. Sobald das Programm des Fachtags vollständig ist, finden Sie ein PDF zum Download.
- Art
- Fachtagung
- Themen
- Sexuelle Bildung, Prävention
- Zielgruppen
- Fachöffentlichkeit, Fachkräfte aus Beratungsstellen, Leitungskräfte Kinderbetreuung, Multiplikatorinnen
- Ort / Adresse
- Z Quadrat, Große Langgasse 8, 55116 Mainz, Eingang Gymnasiumstraße, https://z-quadrat-mainz.de/
- Preis
- 40€
- Online-Anmeldung
-
Ansprechpersonen
1. Vorsitzende: Gerlinde Kohl (vertretungsberechtigt)
2. Vorsitzende: Simone Triebel (vertretungsberechtigt)
Vorstandsmitglieder:
Tabea Eidam
Jacqueline Huber
Marina Linde
Dr. Michaela Michel-Schuldt
Tobias Naumann
Landesgeschäftsführung:
Daniel Hard (vertretungsberechtigt nach § 30 BGB)
pro familia:
- ist ein Interessenverband, der sich für selbstbestimmte Sexualität, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte sowie Geschlechtergerechtigkeit einsetzt.
- ist ein parteipolitisch und konfessionell unabhängiger, gemeinnütziger Mitgliederverband, für den das ehrenamtliche Engagement von zentraler Bedeutung ist.
- versteht sich als Fach- und Dienstleistungsverband auf dem Gebiet der Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung.
- ist aktives Gründungsmitglied des Dachverbands International Planned Parenthood Federation (IPPF).
- Landesverband Rheinland-Pfalz ist Mitglied im pro familia Bundesverband und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.
pro familia Rheinland-Pfalz tritt ein für:
- Menschenrechte, die sich aus der Charta der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte der IPPF ableiten. Dazu gehören insbesondere das Recht auf selbstbestimmte Sexualität und Fortpflanzung, auf selbstbestimmte sexuelle Orientierung und Identität und das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.
- eine Gesellschaft, in der eine selbstbestimmte Familienplanung, Gesundheitsvorsorge und wirksame Verhütung von Schwangerschaften auch bei niedrigem Einkommen möglich ist.
- einen kritischen Umgang mit und Hinterfragen von medizinischen Methoden im Bereich der Reproduktion und Gesundheit.
- ein gesellschaftliches und politisches Klima, das die Verwirklichung der vorgenannten Ziele ermöglicht.
- eine Gesellschaft, in der psychische, körperliche und sexuelle Gewalt verurteilt und alles getan wird, um ihrem Auftreten vorzubeugen.
- ein niedrigschwelliges, flächendeckendes Angebot von Einrichtungen, in denen die genannten Ziele praktisch umgesetzt werden.
- das Recht auf freie Entscheidung, ob und in welcher Lebenssituation die Geburt eigener Kinder erwünscht ist, und auch für das Recht, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.
- eine Enttabuisierung der Sexualität von Menschen mit Behinderung und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
- eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung für alle Menschen, unabhängig von deren sexuellen Identitäten und Orientierungen.
pro familia Rheinland-Pfalz:
- strebt die Verwirklichung dieser Ziele einerseits in der Beratungsarbeit, in der medizinischen Versorgung und in der Sexualpädagogik, andererseits in der ehrenamtlichen Verbandsarbeit, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und politische Einflussnahme durch Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Gremien an.
- unterhält dazu staatlich anerkannte Schwangerenberatungsstellen, eine Medizinische Einrichtung für Schwangerschaftsabbruch und Nachsorge sowie Dienstleistungs-einrichtungen, die spezielle Bedarfe anbetreffen und die Ziele des Verbandes unterstützen.
pro familia Rheinland-Pfalz arbeitet nach folgenden Grundsätzen:
- Wir gehen respektvoll mit allen Menschen um und unterstützen sie dabei, verantwortliche, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
- Wir bauen dabei auf ihren Stärken und Fähigkeiten auf.
- Wir wahren das Recht auf Vertraulichkeit, Verschwiegenheit und Datenschutz.
- Wir behandeln Schwangere in unserer medizinischen Einrichtung mit zeitgemäßen, schonenden und individuell angepassten Methoden des Schwangerschaftsabbruchs.
- Wir unterstützen die Weiterentwicklung von Methoden des Schwangerschaftsabbruchs.
- Wir sensibilisieren für die Vielfalt sexuellen und partnerschaftlichen Handelns und Erlebens.
- Wir berücksichtigen, dass sich die individuelle Sexualität von gesellschaftlich vorgegebenen Normen und Klischees unterscheiden kann.
- Wir setzen uns kritisch mit gesellschaftlichen Normen und dem wissenschaftlichem Fortschritt im Bereich von Sexualität und Familienplanung auseinander.
- Wir entwickeln fachliche Standards und fördern entsprechende Kompetenzen durch die Teilnahme an Arbeitsgruppen, Netzwerken, Fortbildungen, und Supervision.
- Wir streben die Beschäftigung von Fachkräften unterschiedlicher Professionen und unterschiedlicher Kulturen an, um der Vielschichtigkeit unserer Themen gerecht zu werden.
- Wir arbeiten migrations- und kultursensibel.
- Wir reagieren auf sich ändernden Bedarf, entwickeln die Angebote weiter und stoßen Änderungen an.
- Wir orientieren uns bei unserer Arbeit an den Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems nach EFQM.
pro familia Rheinland-Pfalz lässt sich im Umgang untereinander von seinen Grundsätzen leiten:
- Ein dialogisches Miteinander, das von Offenheit, Vertrauen und konstruktiver Auseinandersetzung geprägt ist.
- Eine sachbezogene und zielorientierte Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen.
Mainz, 11.11.2017
Gefördert durch: