Kinder und Jugendliche, die sexuell übergriffig geworden sind, brauchen Grenzen, damit es nicht zu weiteren Übergriffen kommen kann.
Dennoch brauchen sie auch Verständnis für ihre innere Not, die dieses Verhalten verursacht.

Mit übergriffigen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, bedeutet zukünftige Grenzverletzungen zu verhindern.

 

Unsere Angebote:

  • Beratung und Begleitung von sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen (ohne gerichtliche Auflage) 
  • Unterstützung von Eltern, Angehörigen, Fachpersonal und ehrenamtlich Tätigen 
  • Intervention und Orientierungshilfen in Akutsituationen 
  • Prävention in KiTas, Schulen, Jugendhilfe und sozialen Institutionen 
  • Fachberatung und Fortbildung von Fachkräften und sozialen Institutionen 
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten

 

Beratungsformen:

  • persönliche Beratung
  • Telefonberatung
  • Online-Beratung (E-Mail- und Videoberatung)

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen wird in etwa einem Drittel der Fälle von Jugendlichen und Heranwachsenden verübt. Aber auch Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter können sexuell übergriffiges Verhalten zeigen. Das Spektrum reicht vom Herunterziehen der Turnhose bis hin zu sehr intensiven Übergriffen, etwa wenn ein Mädchen oder Junge gezwungen wird, am Penis eines Jungen zu lecken.

Sexuell übergriffiges Verhalten von Kindern kann verschiedene Ursachen haben: Eigene (sexuelle) Gewalterfahrungen können, müssen aber nicht, eine Rolle spielen. Häufig handelt es sich um Jungen und Mädchen, die andere dominieren wollen und die sich mit der Einhaltung von Grenzen schwertun. Bei sehr jungen Kindern und bei manchen Kindern mit Beeinträchtigungen und Behinderungen kann unter Umständen die fehlende Kontrolle von Impulsen die Ursache sein. In der Regel liegt sexuellen Übergriffen aber keine auffällige Sexualentwicklung, sondern ein problematisches Sozialverhalten zugrunde.

Auch sexuell übergriffige Jungen und Mädchen brauchen pädagogische Fachkräfte, bzw. Eltern, und in manchen Fällen auch Beratungsangebote, die sich mit ihnen auseinandersetzen und ihnen helfen, keine weiteren Übergriffe zu begehen. 

Sexuelle Grenzverletzungen unter Jugendlichen sind alle sexuellen Äußerungen und Handlungen gegen den Willen anderer Jugendlicher. Diese können spontan aus einer Situation heraus entstehen, aber auch vorsätzlich geplante oder wiederholte Übergriffe sein.

Dabei muss nicht immer körperliche Gewalt im Spiel sein – auch durch Geschenke, Überredung, Erpressung können sexuelle Handlungen erzwungen werden. Dies gelingt umso leichter, je größer der Machtunterschied zwischen den beteiligten übergriffigen und betroffenen Jugendlichen ist. Sexuell übergriffigen Jugendlichen geht es häufig nicht nur darum, sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um das Erleben von Macht, Überlegenheit und Unterwerfung anderer.

Häufig sind Jugendliche selbst nicht bereit, die Übergriffe zuzugeben und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Sie brauchen deshalb einen Beratungskontext, in dem Sie sich mit Ihrem Verhalten auseinandersetzen können. Wir ermutigen Jugendliche dies zu tun und helfen bei der Einordung ihres Verhaltens. Ziel ist es gemeinsam mit den Jugendlichen Strategien zu entwickeln bzw. zu stärken, um zukünftig sexuell übergriffiges Verhalten zu vermeiden und alternative Handlungsoptionen aufzuzeigen. In unserer Beratung vermeiden wir eine „Täter“-Stigmatisierung.

Für Eltern ist es meist schockierend und zugleich unbegreiflich, wenn sie erfahren, dass ihr Kind sexuelle Gewalt ausgeübt haben soll. Es ist nachvollziehbar, dass Eltern übergriffiger Kinder und Jugendlicher dazu neigen, das Unglaubliche zu leugnen oder zu bagatellisieren. Sie fragen sich insgeheim vielleicht, was sie falsch gemacht haben und haben Angst davor, die Schuld für das Verhalten ihres Kindes zugewiesen zu bekommen oder als Familie stigmatisiert zu werden.

Eltern übergriffiger Kinder und Jugendlicher stehen emotional vor der großen Herausforderung, die Vorwürfe ernst zu nehmen und ihr Kind trotzdem nicht abzulehnen. Dennoch gilt es, den übergriffigen Kindern und Jugendlichen unmissverständlich klarzumachen, dass sexuelle Grenzverletzungen nicht in Ordnung sind.

Wir beraten, unterstützen und begleiten deshalb Eltern und andere nahestehende Bezugspersonen. Unser Ziel ist dabei, sie zu stärken, damit sie den sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen geeignete Hilfestellungen geben können.

 

Wir bieten Bezugspersonen:

  • Informationen zur Vorbeugung und zum Umgang mit grenzverletzendem Verhalten in Einzelgesprächen
  • Beratung und Hilfe bei Verdacht von sexuell übergriffigem Verhalten 
  • Unterstützung in Krisensituationen
  • Beratung bei der Planung des weiteren Vorgehens

Fortbildung

In Fortbildungsangeboten vermitteln wir Fachkräften Wissen über sexuell übergriffiges Verhalten und seine Auswirkungen. Sie lernen so Maßnahmen zu ergreifen, um grenzverletzendes Verhalten aktiv zu verhindern oder zu beenden. Im Rahmen unserer Fortbildungen bieten wir Fachkräften eine adäquate Möglichkeit der Reflexion, die hilft, persönliche Kompetenzen zu erweitern.

 

Infoveranstaltungen für Erwachsene

Elternabende in Kindertageseinrichtungen und Schulen bieten eine Chance, Erwachsenen themenspezifisches Wissen und Handlungsoptionen zu vermitteln, die sie dazu zu befähigen, bei (vermuteten) sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen zu handeln und (präventive) Maßnahmen zu ergreifen.

 

Unterstützung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten

Einrichtungen und Organisationen erhalten auf Anfrage eine auf ihre Institution abgestimmte Beratung mit dem Ziel, eigene Konzepte für den Umgang mit grenzverletzendem Verhalten zu entwickeln und präventive Maßnahmen (Schutzkonzepte) für ihre Einrichtung zu erarbeiten.

 

Kontakt

NOT.BREMSE / pro familia Beratungsstelle 
An der Untergeis 12
36251 Bad Hersfeld

Telefon: 06621 - 918911
E-Mail: not.bremse@profamilia.de

NOT.BREMSE wird durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg finanziert.