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Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung Saar

An dieser Stelle erfahren Sie zukünftig mehr über das Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung Saar und werden über aktuelle Termine und Aktionen informiert.

Hier finden Sie den Info-Flyer des Bündnisses als PDF-Datei.

Antifeminismus als Gefahr für unsere Demokratie

Das Präsidium des Deutschen Landfrauen Verbands hat ein neues Positionspapier zum Thema „Antifeminismus als Gefahr für unsere Demokratie“ verabschiedet.

Jede vierte Person in Deutschland ist der Meinung, dass Frauen, die mit ihren Forderungen „zu weit gehen“, sich nicht wundern müssen, wenn sie in ihre Schranken gewiesen werden. Rund 24 % finden, dass Harmonie und gesellschaftliche Ordnung durch Feminismus gestört werden. Solche Positionen sind nicht bloß Ausdruck individueller Meinungen. Vielmehr sind sie Ergebnis einer politischen Ideologie, die sich gezielt gegen die Gleichstellung der Geschlechter richtet. Der sogenannte Antifeminismus lehnt gleichstellungspolitische Errungenschaften ab und forciert rückwärtsgewandte Erzählungen von Geschlecht in unserer Gesellschaft.
Antifeminismus fungiert häufig als Brücke zwischen konservativen Rollenvorstellungen und rechtsradikalen Geschlechterbildern. Mit Erfolg: Mehr als jede fünfte Person weist aktuell ein geschlossen antifeministisches Weltbild auf. Entsprechende Narrative delegitimieren emanzipatorische Bemühungen und wirken wie ein sozialer Gegenwind. Frauen, aber auch queere Menschen, die sich engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, werden abgewertet und in klassische Rollenbilder zurückgedrängt. In ländlichen Räumen wirken diese Strategien umso stärker, da traditionelle Rollenvorstellungen immer noch häufiger fortbestehen und Betroffene seltener auf unterstützende Netzwerke zurückgreifen können. Zunehmend geschieht dies auch in Form von Gewalt. Angriffe reichen dabei von Beleidigungen, systematischen Bedrohungen und organisierten Diffamierungskampagnen über Körperverletzung und Brandstiftung bis hin zu organisierter digitaler und sexualisierter Gewalt. Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete im Jahr 2024 bundesweit 558 solcher Vorfälle, eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig wird die gemeldete Gewalt als zunehmend aggressiver geschildert. Sie bedroht die Sicherheit der Betroffenen sowie ihre Handlungs- und Debattenräume existenziell. In der Konsequenz werden Frauen sukzessive aus Politik und Öffentlichkeit zurückgedrängt.


Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) nimmt mit großer Sorge wahr, welchen Herausforderungen Frauen zunehmend ausgesetzt sind. Das Engagement für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht massiv unter Druck. Diese Entwicklungen stellen eine Gefahr für unsere Demokratie dar. 

Wir fordern klare politische Lösungen:

  • Das Ausmaß antifeministisch motivierter Angriffe muss politisch als ernstzunehmendes Problem anerkannt werden. Der Schutz von Frauen ist als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen staatlichen Handelns zu berücksichtigen.
  • Es braucht dringend eine fundierte Datengrundlage zu den Auswirkungen antifeministischer Gewalt auf das Engagement von Frauen und queeren Menschen. Besonders der Blick auf die Situation in ländlichen Räumen muss dabei Beachtung finden.
  • Der dlv fordert einen nationalen Aktionsplan gegen Antifeminismus, der als strategisches Instrument der Bundesregierung konkrete Maßnahmen und Selbstverpflichtungen zur Bekämpfung von Antifeminismus festlegt.
  • Bei der Konzeption von Förderrichtlinien muss die Arbeit zum Thema Antifeminismus inhaltlich mitgedacht und eindeutig benannt werden. Dies gilt insbesondere für die aktuell stattfindende Überarbeitung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
    Antifeminismus steht in klarem Zusammenhang mit der Legitimierung von Hass, Angriffen und Gewalt gegenüber Frauen und Gleichstellungsakteur*innen. Politisch aktive Frauen sind, vor allem auf kommunaler Ebene, in besonderem Maße betroffen. Digitale Gewalt stellt dabei eine zentrale Dimension dar. Mehr als zwei Drittel der politisch engagierten Frauen berichten von geschlechtsspezifischer Gewalt, der sie online ausgesetzt sind. Fast ein Viertel erhielt bereits konkrete Androhungen sexueller Gewalt. Diese Drohungen bleiben oft nicht folgenlos, so berichten 45 % der von digitaler Gewalt Betroffenen von geschlechtsspezifischer und sexueller Belästigung im analogen Raum. Um Opfer von Gewalt effektiv zu schützen und Frauen in der Politik zu stärken, braucht es dringend konkrete Maßnahmen:
  • Eine schnelle Umsetzung des geplanten digitalen Gewaltschutzgesetzes ist unabdingbar, um den strafrechtlichen Schutz vor digitaler Gewalt zu gewährleisten und Betroffenen die Durchsetzung ihrer Rechte zu erleichtern.
  • Die Förderung von spezialisierten Melde- und Beratungsstellen für Betroffene, wie der Meldestelle Antifeminismus, muss erhalten bleiben und bedarf perspektivisch dringend einem Ausbau. Gerade für Betroffene aus den ländlichen Räumen ist die Erreichbarkeit von Hilfsangeboten eine große Herausforderung. Gleichzeitig sind gezielte Digitalisierungs- und Qualifizierungsangebote für Frauen notwendig, um Teilhabe zu stärken und langfristig präventiv gegen Gewaltstrukturen zu wirken.
  • Antifeminismus gefährdet einen Großteil der Bevölkerung und stellt damit auch ein Problem für die Innere Sicherheit dar. Die Sensibilisierung von Sicherheitsak-teur*innen für dieses Thema ist daher unerlässlich. Antifeminismus als Ideologie muss in die Aus- und Fortbildung von Justiz, Polizei und Verwaltung implementiert werden.
  • Gleichstellungsarbeit muss auf allen Ebenen als Pflicht- und Kernaufgabe ge-stärkt werden. Sie leistet insbesondere in ländlichen Räumen einen elementaren Beitrag zu Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie gleichwer-tigen Lebensverhältnissen. Keinesfalls darf sie als freiwillige Leistung behandelt werden, an der bei Haushaltsdruck gekürzt wird und die sich „nebenbei“ erledigen lässt. Dazu gehören ausreichende und klar definierte Stellenanteile sowie gesicherte Budgets.
  • Um parteiübergreifend stärkere Anreize zu schaffen, Frauen in ihrem politischen Engagement wirksam zu schützen und zu fördern, fordern wir verbindliche gesetzliche Regelungen zur Parität.

 

Vom dlv-Präsidium verabschiedet am 02. Juni 2026.

FrauenForum Saarbrücken verurteilt rassistische Äußerungen des Bundeskanzlers Friedrich Merz

Das FrauenForum Saarbrücken zeigt sich entsetzt über die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der Migrant*innen als ein „Problem im Stadtbild“ bezeichnete und Abschiebungen als Lösung präsentierte.


„Wer Menschen mit Migrationsgeschichte pauschal zum Problem erklärt, verschiebt die Verantwortung für gesellschaftliche Missstände auf die Schwächsten“, erklärt das Sprecherinnenkollektiv des FrauenForums Saarbrücken. „Solche Aussagen sind nicht nur populistisch, sondern gefährlich – sie stigmatisieren ganze Bevölkerungsgruppen und befeuern rassistische Ressentiments.“

Zur ganzen Pressemitteilung geht es hier.

 

Das Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung Saar informiert über reproduktive Rechte und setzt sich für die Selbstbestimmung bei Schwangerschaftsplanungen und -abbrüchen ein.

Denn die freie Entscheidung über den eigenen Körper ist ein Menschenrecht!

Das Bündnis für reproduktive Selbstbestimmung Saar hat sich 2021 gegründet. Ihm gehören an:

  • Adolf-Bender-Zentrum e.V.
  • Alt-Katholische Pfarrgemeinde an der Saar
  • Antidiskriminierungsforum Saar
  • Forum Geschlechterforschung (Universität des Saarlandes)
  • Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken
  • FrauenGenderBibliothek Saar
  • Frauennotruf Saarland
  • Frauenrat Saarland
  • Fugeefilms gGmbH
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • LSVD+ - Verband Queere Vielfalt Saar
  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes
  • OMAS GEGEN RECHTS Saar
  • pro familia Neunkirchen
  • pro familia Saarbrücken
  • Einzelpersonen
     

Neue Mitglieder in unserem Bündnis sind jederzeit herzlich willkommen! Die Mitgliedschaft ist kostenfrei.

Wie kann man mitmachen? → Wendet Euch bei Interesse einfach an saarbruecken@profamilia.de.

Wir melden uns schnellstmöglich zurück. 

Wer kann mitmachen? → Jede und jeder, der oder dem reproduktive Selbstbestimmung ein Anliegen ist!