Sexualpädagogik

Hier finden Sie alle Informationen über das umfassende pädagogische Angebot der pro familia Dietzenbach.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten kompetente Beratung in vielen pädagogischen Bereichen.

Zahlreiche Einrichtungen im Kreis Offenbach haben unsere Angebote bereits genutzt.

Für Kinder und Jugendliche:

Abbildung pädagogische Fachkräfte
Foto Verhütungsaufklärung in Mädchengruppe - 3 Mädchen mit Diaphragma

 

Sex und so… Sexualpädagogische Gruppenarbeit

Allgemeine Informationen

Dieses Angebot wird mit Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration gefördert. Wenn Sie eine sexualpädagogische Veranstaltung mit uns wünschen, verwenden Sie doch einfach unser Kontaktformular, rufen Sie uns an unter 06074-2265 oder schreiben Sie eine Mail an nadine.schlaefke(ät)profamilia.de. Sie erhalten umgehend Antwort.

Wir bieten auch Elternabende an zu den Themen Sexualerziehung, Pubertät, gesunde psychosexuelle Entwicklung, Medienkompetenz u.a.m.

Zuständige MitarbeiterInnen:

  • Nadine Schläfke
  • Oliver Wilhelm

E-Mail: nadine.schlaefke(ät)profamilia.de

Methode

Grundsätzlich verstehen wir unter Sexualpädagogik die alters- und zielgruppenorientierte Sexualerziehung in Jugendgruppen von der 4. bis zur 13. Klasse. Das bedeutet, dass wir unsere Inhalte zielgruppengerecht auf die Erfordernisse der jeweiligen Alters- und Geschlechtsgruppen abstimmen. Auch die von uns eingesetzten Materialien sind auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten.

Eines der besonderen Merkmale dieses Tätigkeitsbereiches von pro familia ist unser geschlechtsspezifischer Ansatz. In diesem Arbeitsbereich arbeiten unsere Pädagogen mit den Jungen und unsere Pädagoginnen mit den Mädchen.
In diesem Rahmen bieten wir Schulklassen an, sich mit den Themen Sexualität, Körper, Liebe und Beziehung auseinanderzusetzen.

Zumeist findet diese Arbeit in enger Kooperation mit Schulen im Landkreis Offenbach statt. Aber auch freie Träger und kommunale Träger der außerschulischen Jugendarbeit sind uns jederzeit herzlich willkommen.

Hierbei orientieren wir uns stark an den Fragen und Bedürfnissen der Jugendlichen / jungen Erwachsenen. Durch den Einsatz verschiedener Medien, zum Beispiel des Verhütungsmittelkoffers, Filme und Modelle werden die verschiedenen Themen Kinde-, Jugend oder behindertengerecht visualisiert.

Es bleibt Raum für Diskussionen und Erfahrungen, die über einen medizinischen Blick auf Sexualität und Körper hinausgehen und sich ebenso mit Gefühlen und Empfindungen beschäftigen.

Themenbeispiele:

  • Rund um das "erste Mal"
  • Der weibliche und der männliche Körper
  • Sich verlieben / Die erste Liebe
  • Anmachen und Flirten
  • Grenzen spüren und selber setzen
  • Mädchenrolle / Jungenrolle
  • Schwangerschaft
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Probleme mit den Eltern
  • Konstruktiver Umgang mit Konflikten in Schulklassen
  • Verhütungsmittel
  • Das erste Mal beim Frauenarzt/Ärztin
  • Internet und Pornografie
  • Freundschaft und Beziehung
  • Was bietet pro familia
  • Schutz vor renzverletzendem Verhalten
  • Sexting, Cybermobbing
  • … und vieles mehr

Jungenarbeit

Jungenarbeit bei pro familia bedeutet, dass die Jungen einen Raum erhalten, in dem sie sich offen und ohne Angst vor Bloßstellung vor den Mädchen mit einem Sexualpädagogen über ihre persönlichen Fragen und Erfahrungen austauschen können.
Dieser Raum war für Jungen schon immer sehr wichtig, denn es gibt kaum eine männliche Tradition, sich unter Männern über persönliche Fragen auszutauschen, die die eigene Emotionalität betreffen. Insoweit geht es hier auch darum, ein neues Selbstverständnis zu generieren.

Die Orientierung von Jungen richtete sich in koedukativen Gruppen immer stärker in Richtung der Mädchen als auf eigene Fragen, Selbstbeobachtungen, Unsicherheiten oder Ängste.
"Darf man als Junge auch schüchtern sein" ist eine der Fragen, die in Gruppen gestellt wird, wenn sich Vertrauen in der geschlechtshomogenen Gruppe gebildet hat.

Die Umgestaltung der Medienlandschaft mit ihren auch für Jugendliche stark vereinfachten Zugängen zu sexistischen Inhalten ist ein weiterer Grund für geschlechtshomogene Gruppen, denn nicht selten wird die Desorientierung sichtbar, die sich bei Jungen aus dem Konsum einschlägiger medialer Erzeugnisse einstellt.

Hier erhält sich die geschlechtsspezifische Jungenarbeit die Funktion eines höchst bedeutsamen Korrektivs, denn Jugendliche kommunizieren ihre Einschätzungen in der geschützten Gruppensituation freimütig - nicht zuletzt, um Korrekturen zu erfahren. Hier können sie drängende Fragen stellen, die sie sich zumeist weder zu Hause, noch in der Schule zu stellen trauen.

Aber auch unabhängig von diesen konzeptionellen Erwägungen zeigt sich immer wieder, dass sich in geschlechtshomogenen Gruppen eigene (männliche) Fragestellungen bedeutend leichter und schneller entwickeln als in koedukativen Gruppen.
Insoweit sehen wir in diesem Ansatz die derzeit angemessenste und effektivste Form der sexualpädagogischen Gruppenarbeit.

Sexualpädagogische Mädchenarbeit

Mädchenarbeit bei pro familia bedeutet, dass Mädchen sich in einem geschützten Raum offen und ohne voyeuristische gleichaltrige Zuschauer mit einer Sexualpädagogin über ihre persönlichen Fragen und Erfahrungen austauschen können. Die Umgestaltung der Medienlandschaft mit ihren auch für Jugendliche stark vereinfachten Zugängen zu sexistischen Inhalten fördert ein bestimmtes Rollenbild bei vielen Jugendlichen, das in getrennten Gruppen besser zu reflektieren ist.

Ein solcher Rahmen war für Mädchen schon immer wichtig, denn es zeigt sich gerade bei dem sensiblen Thema in koedukativen Gruppen, dass Jungen mit ihrem häufig dominanten Auftreten Mädchen zumeist veranlasst haben, sich immer mehr zurück zu ziehen.

Unser geschlechtergetrennte Ansatz erfährt heute in den zumeist interkulturell besetzten Gruppen eine zusätzliche Bedeutung. Beispielsweise ist es islamischen Mädchen grundsätzlich untersagt, vor Jungen über Sexualität zu reden.
Aber auch Mädchen ohne islamischen Hintergrund begrüßen diesen Ansatz, denn sie können sich freier äußern und leichter – intime – Fragen stellen als in der Gesamtgruppe.

Unabhängig von konzeptionellen Erwägungen zeigt es sich, dass in geschlechtshomogenen Gruppen eigene – weibliche - Fragestellungen bedeutend leichter und schneller zu entwickeln sind als in koedukativen Gruppen.

Dieser konzeptionelle Ansatz ist vermutlich die derzeit angemessenste und effektivste Form der sexualpädagogischen Gruppenarbeit bei Kurzzeitgruppen.