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Gesundheitsförderung für Migrantinnen und Migranten - Ein Angebot von pro familia Bonn

Vorderseite des Flyers zum  Angebot "Gesundheitsförderung für MigrantInnen"

Seit 2000 gibt es bei pro familia das Angebot „Gesundheitsförderung für MigrantInnen“. Es wird gefördert von der Stabsstelle Integration der Stadt Bonn und ist bundesweit schon mehrfach als Modell guter Praxis ausgezeichnet worden. Zielgruppe sind Migrantinnen und Migranten, die erschwerten Zugang zum Gesundheits- und psychosozialen System haben. Grund dafür sind meist sprachliche, kulturelle und weitere Barrieren, die zwischen den Angeboten und der Zielgruppe bestehen. Diese Barrieren werden durch einen Ansatz aufsuchender Arbeit überwunden. Die Inhalte von pro familia werden in das Lebensumfeld der Menschen getragen. Sie erhalten dabei eine breite Einbettung in die gesundheitlichen Themen, die die Zielgruppe interessieren.

 

Wer kann teilnehmen?

Die Veranstaltungen richten sich an Gruppen und finden in Kooperation mit Organisationen und Institutionen statt, die im interkulturellen Bereich tätig sind bzw. von Menschen mit Migrationshintergrund aufgesucht werden. Es sind Angebote für Frauen und/oder Männer möglich. Das Vorgehen ist flexibel, je nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden. So ist ein Beginn mit beiden Geschlechtern möglich, beispielsweise zur Gesundheit der Kinder. Danach kann eine Aufteilung erfolgen, um zur Männer- bzw. Frauengesundheit weiterzuarbeiten. Beratung von einzelnen Personen ist in Abhängigkeit vom Anliegen im Anschluss an die Gruppenveranstaltung bzw. innerhalb der Angebote der pro familia Beratungsstelle möglich.

Wo finden Veranstaltungen statt?

Da es ein wesentliches Ziel ist, Hemmschwellen zu senken, können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne in die pro familia Beratungsstelle kommen. Die inhaltlichen Themen können dann mit einem Kennenlernen der Beratungsstelle verbunden werden. Erfahrungsgemäß werden jedoch oft Veranstaltungen in den Alltagsstrukturen der Migrantinnen und Migranten bevorzugt. So gehen die pro familia-MitarbeiterInnen zum Beispiel in Kurse für Deutsch als Fremdsprache, um dort ein- oder mehrmalige Veranstaltungen abzuhalten. Auch Kindertagesstätten arbeiten gerne mit uns zusammen, um in ihren Räumen Gruppenangebote für Eltern zu machen. Weitere Kooperationspartner sind Bildungsträger und Vereine, die punktuelle Veranstaltungen von pro familia in ihre laufenden Kurse integrieren, z.B. im Sport- oder Gesundheitsbereich. Auch Kurse der beruflichen Orientierung und Vorbereitung nutzen unser Angebot, um die Berufs- und Lebensplanung mit Themen der Gesundheit und Familienplanung zu kombinieren. Nachbarschaftscafés, Frauentreffs, Sportvereine, Moscheen, Schulen und Familienzentren sind weitere mögliche Örtlichkeiten für die pro familia-Veranstaltungen.

Was sind die Themen?

Die Auswahl der Themen orientiert sich stark an den Bedürfnissen der Migrantinnen und Migranten. Häufige Themen sind (mit Unterschieden bei Frauen und Männern):

  • Gesundheitssystem in Deutschland
  • Kinderwunsch
  • Verhütungsmethoden und Familienplanung
  • Schwangerschaft und Geburt in Deutschland
  • Ungewollte Schwangerschaft
  • Körper der Frau, Körper des Mannes bzw. allgemeine physiologische Grundlagen
  • Was kann ich tun, um gesund zu bleiben? (Sport- und Arbeitsverletzungen, Rückenschmerzen, Schmerzmittel- und Anabolika-Gebrauch, Übergewicht, sexuell übertragbare Krankheiten, Vorsorgeuntersuchungen für Erwachsene, Gesundheits-Check,…)
  • Unterschiede im kulturellen Umgang mit Geschlechtsrollen, Partnerschaft und Sexualität
  • Gesundheitsförderung der Kinder (Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz hinsichtlich Ernährung, Bewegung, Medienverhalten, Spracherziehung, Sexualerziehung, U1 – U9, J1)

 

Was ist das Ziel?

Übergeordnetes Ziel ist die Überwindung der o.g. Barrieren. Die Menschen sollen durch Information, Befähigung (Empowerment, s.u.) und den Abbau von Hemmschwellen in die Lage versetzt werden, die Angebote des Gesundheits- und psychosozialen Systems zu nutzen.

Zu den impliziten Zielsetzungen gehört die Prävention ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbarer Infektionen, die Nutzung von Vorsorgemaßnahmen, die Förderung einer selbstbestimmten Sexualität und Familienplanung sowie die Förderung allgemein gesunderhaltender Verhaltensweisen im Alltag, die die eigene Person, aber auch die Familie betreffen.

Wie werden die Barrieren überwunden?

Den oben genannten Barrieren wird mit verschiedenen Methoden begegnet. So ist ein wichtiger Aspekt die Verbindung von Gesundheits- und Sprachförderung. Dies bedeutet die Vermittlung von deutschen Vokabeln in Bereichen, die in Deutschlehrbüchern in der Regel nicht ausreichend abgedeckt werden, so z.B. zum Körper der Frau und des Mannes, zu Schwangerschaft, Geburt, Untersuchungs- und Verhütungsmethoden. Auf diese Weise wird den Frauen und Männern zum einen ermöglicht, besser mit dem Arzt oder der Ärztin zu kommunizieren, zum anderen steigt ihre Sicherheit im Umgang mit den medizinischen Angeboten. Insbesondere schwangere Frauen, die in Deutschland zum ersten Mal gebären, sind für eine auch sprachliche Vorbereitung auf die Geburt dankbar. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine Liste mit wichtigen Vokabeln, auf der sie die Bedeutung der Wörter in ihrer Muttersprache ergänzen können. Ausgehend von den Vokabeln werden dann Informationen zum Gesundheitssystem und seinen Angeboten, zur Prävention etc. gegeben. Dazu werden verschiedene Medien genutzt, die von „Material zum Anfassen“ über Modelle bis zum PC reichen. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden Broschüren in ihren Muttersprachen, um bestimmte Themen zuhause nachlesen oder vertiefen zu können. 

Über die Sprach- und Informationsvermittlung hinaus spielt auch die Motivierung bzw. Befähigung der Frauen und Männer eine Rolle, sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen und Gesundheitsangebote wahrzunehmen. Dazu tragen der (Erfahrungs-)Austausch innerhalb der Gruppe, spielerische Methoden der Auseinandersetzung, die flexible Orientierung an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Hinblick auf Inhalte, Sprache, Gestaltung und ggf. die Aufteilung in geschlechtshomogene Gruppen bei. Bewusst wird auf eine Atmosphäre geachtet, die ressourcenorientiert und wertschätzend ist und Vielfalt explizit positiv bewertet. 

Das pro familia Angebot "Gesundheitsröderung für Migrantinnen und Migranten" wird gefördert von der Stabsstelle Integration der Stadt Bonn

Logo Stabsstelle Integration Stadt Bonn

Flyer zum Angebot

Die Informationen zum Angebot "Gesundheitsförderung für MigrantInnen" als pdf-Datei finden Sie hier.

Haben Sie Interesse an diesem Angebot?

Wenn Sie Interesse haben, in einer Gruppe von Frauen / Männern eine pro familia-Veranstaltung durchführen zu lassen, dann wenden Sie sich bitte an:

Kontakt für die aufsuchende Arbeit:

Frau Shohreh Ghavidel

M.A. Pädagogin, Sprachwissenschaftlerin

Projektleitung:

Frau Stéphanie Berrut

Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin

stephanie.berrut[at]nospamprofamilia.de

Telefon: 0228 338 00 00