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Unterstützung bei Verhütungsfragen und -kosten im Landkreis Ravensburg-Anlaufstelle sind die Schwangerschaftsberatungsstellen

Ein Thema, das man im ersten Moment nicht bei den Schwangerschaftsberatungsstellen vermuten würde ist die Verhütung. Sie sind jedoch, neben den Frauenarztpraxen, eine etablierte Anlaufstelle, um sich über die Möglichkeiten der Schwangerschaftsvermeidung zu informieren. Frauen und Paare erhalten Beratung, Schulen können Präventionsveranstaltungen buchen. Gefördert wird das Angebot vom Sozialministerium Baden-Württemberg. Auch in unserem Landkreis gibt es jedoch Menschen, z.B. Empfängerinnen von Sozialleistungen, die nicht nur Beratung, sondern auch finanzielle Unterstützung benötigen, um sich ein sicheres Verhütungsmittel leisten zu können. 

Eine aktuelle Erhebung der Hochschule Merseburg ergab, dass bundesweit über 270 Schwangerschaftsberatungsstellen an regionalen Programmen zur Kostenübernahme beteiligt sind. Die Programme unterstützen Menschen bei einer verantwortungsvollen Familienplanung und haben das Ziel ungewollte Schwangerschaften zu reduzieren. Im Landkreis Ravensburg erhalten bedürftige Menschen diese Unterstützung von den Schwangerschaftsberatungsstellen der Caritas Bodensee-Oberschwaben und pro familia Ravensburg. Ermöglicht wird die finanzielle Hilfe unter anderem von der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg. Personen, die Sozialleistungen beziehen, können nach Vorlage des Sozialleistungsbescheids und der Rechnung des Verhütungsmittels unter bestimmten Voraussetzungen eine anteilige oder vollständige Erstattung der Verhütungskosten beantragen. Begünstigt werden nur Personen mit Wohnsitz im Landkreis Ravensburg. 

Die Caritas Schwangerschaftsberatung unterhält Standorte in Ravensburg, Bad Waldsee, Aulendorf, Leutkirch und Wangen. Sie ist erreichbar unter 0751 36256-0 (Ravensburg) und 07561 9066-0 (Leutkirch). Die pro familia Beratungsstelle ist erreichbar unter 075124343. Sie hat einen Standort in Ravensburg.

1.000 € für pro familia Ravensburg - Vielen Dank an die TWS

Die Technischen Werke Schussental (TWS) spenden auch in diesem Jahr wieder den Erlös der Weihnachtstombola an Projekte in der Region. 

Die vom Betriebsrat organisierte Aktion sammelte diesmal 1.165 Euro an Spendengeldern von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TWS ein. Die Geschäftsführung der TWS hat den Betrag anschließend auf 2.000 Euro aufgerundet. Die Spendensumme wird aufgeteilt, je 1.000 Euro kommen dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Sehen Baindt (SBBZ) und der profamilia Beratungsstelle Grüner Turm Ravensburg zugute. Initiiert wurde die Weihnachtstombola erstmals vor neun Jahren von Frank Stöckler, er ist Betriebsrat bei der TWS und Mitorganisator der Aktion. „Die Tombola ist für viele Kolleginnen und Kollegen längst eine feste Tradition und eine Herzensangelegenheit. Zu sehen, wie groß die Bereitschaft ist, gemein-sam etwas zurückzugeben, berührt mich jedes Jahr aufs Neue. Dass wir nun wieder zwei Einrichtungen in der Region unterstützen können, freut mich sehr“, sagt Frank Stöckler. Dr. Andreas Thiel-Böhm, Geschäftsführer der TWS, ergänzt: „Als kommunal verankertes Unternehmen sehen wir uns in der Verantwortung für die Region, in der wir arbeiten und leben. Dazu gehört, dass wir soziale Initiativen vor Ort unterstützen. Besonders wertvoll ist dabei das Engagement unserer Mitarbeitenden, das wir als Unternehmen bewusst stärken wollen. Den Erlös aus der Tombola stocken wir gerne auf, sodass wir eine runde Summe überreichen können.“


Engagement vor Ort gezielt unterstützen
Die profamilia Beratungsstelle in Ravensburg bietet Beratung zu allen Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternzeit, Schwangerschaftskonflikt-beratung, sexuelle Bildung und Verhütungsberatung an. Dem Betriebsrat der
TWS ist es wichtig, das Engagement vor Ort zu fördern. Elke Amm, Vorstän-din bei der profamilia Beratungsstelle, sagt: „Wir freuen uns sehr über diese Spende. Die Nachfrage nach unabhängiger Beratung ist hoch. Zusätzliche Unterstützung hilft uns, unsere Angebote dauerhaft und verlässlich anbieten zu können.“ Die Spende an das SBBZ Sehen Baindt ist gezielt für die Frühförderung von Kindern mit Blindheit vorgesehen. „Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, dass die Unterstützung unmittelbar diesem Bereich zu-gutekommt“, erklärt Isabel Flamm, Betriebsrätin bei der TWS. Rechtzeitige Unterstützung hilft den Kindern, sich besser zu entwickeln, so dass sie ler-nen, ihren Alltag selbstständiger zu bewältigen. „Wir bedanken uns recht herzlich für die großzügige Spende“, sagt Irena Steinhauser, Leiterin der Be-ratungsstelle am SBBZ Sehen Baindt. „Eine frühe Förderung entlastet Fami-lien und verbessert die Entwicklungschancen der Kinder. Die Spende unter-stützt unsere Arbeit und zeigt Wertschätzung für das Engagement unseres Teams. Das freut uns sehr.“

Infoveranstaltung "Was brauchen Schwangere im Konflikt?"

Studien, Empfehlungen und Erfahrungsberichte

Eine Frage zum Internationalen Safe Abortion Day 2024. Die bisherige Regelung des Schwangerschaftsabbruchs ist dringend reformbedürftig - so lautet das einstimmige Ergebnis der von der Bundesregierung eingesetzten „Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin“. Die wissenschaftliche Koordinatorin in der Kommission, Prof. Dr. Liane Wörner von der Uni Konstanz war zu Gast in Ravensburg und erläuterte die Hintergründe. Die deutsche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs sei die restriktivste im europäischen Vergleich und widerspreche den Empfehlungen der WHO: „Allein ein Perspektivwechsel mit einem Entscheidungsrecht ausgehend von der Frau, gestärkt durch ein Recht auf Beratung schränkt die reproduktiven Rechte von Frauen nicht ein und ermöglicht Gleichstellung“, so Wörner. Kern der Abwägung sei die Frage der Zumutbarkeit: eine ungewollte Schwangerschaft sei im Frühstadium unzumutbar. Für das Wohl der Frauen sei im Schwangerschaftskonflikt eine flächendeckende medizinische Versorgung notwendig - ergänzt durch ein hohes Niveau an sexueller Bildung und kostenfreien Verhütungsmitteln zur Prävention ungewollter Schwangerschaften. Einen Einblick in die Ergebnisse der „ELSA-Studie“ gab die Juristin Begin Aktaș. Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums wurden Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer erforscht. Schwierige Partnerschaften, Flucht und Migration, schlechte Wohnsituation sowie finanzielle Sorgen seien wesentliche Belastungsfaktoren. Auch bedürfe es deutlich verbesserter Zugänge zu Beratungs- und Versorgungsangeboten. Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern mit geringem medizinischen Versorgungsgrad. Die Situation vor Ort beleuchteten die Gynäkologin Dr. Christine Zwießele, die Leiterin der pro familia-Beratungsstelle in Ravensburg Naomi Redmann sowie Ralf Brennecke, Geschäftsführer des Diakonischen Werks. Ihre Erfahrungen: Eine ungewollte Schwangerschaft kann jede Frau treffen, umso wichtiger sei es, das Thema zu enttabuisieren, die Betroffenen ernst zu nehmen und sie nicht zu bewerten. Eingeladen hatte ein Bündnis aus 13 Organisationen, darunter pro familia Ravensburg, das Diakonische Werk Oberschwaben-Bodensee-Allgäu, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ravensburg, Frauen und Kinder in Not e.V., der Soroptimist Club Ravensburg/Weingarten, Misa Arkade und der Feministische Salon.

V.l.: Helga Raible (Soroptimist), Naomi Redmann (pro familia), Ralf Brennecke (Diakonie), Prof. Dr. Liane Wörner, Dr.Christine Zwießele, Belgin Aktas

Autorin/Autor des Bildes: Eva Komprecht/C.Schlak (Soroptimist)

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Die Bürgerstiftung Oberschwaben spendet 2.000 Euro an pro familia Ravensburg

Wertvolle Unterstützung für die Schwangerschaftsberatungsstelle Grüner Turm

Jürgen Nachtnebel (Vorstandsvorsitzender) und Uli Schuh (Vorstandsmitglied) überreichten den Scheck über 2.000 Euro für pro familia Ravensburg an Naomi Redmann, die Leiterin der Beratungsstelle. „Wir freuen uns sehr über die Spende der Bürgerstiftung Oberschwaben und sind für jeden Euro dankbar. Das Geld wird dringend benötigt um unsere laufende Arbeit zu finanzieren. Ein Großteil wird für unsere Präventionsarbeit verwendet. Der andere Teil fließt in die Beratung für Schwangere und Familien“, bedankte sich Naomi Redmann bei der Scheckübergabe in den Räumlichkeiten der Volksbank Bodensee-Oberschwaben eG.

pro familia Ravensburg bietet Beratung rund um Schwangerschaft und Geburt für alle Frauen und Familien aus dem Landkreis Ravensburg. Die Schwangerschaftsberatung ist kostenfrei und kann sowohl finanzielle und rechtliche Fragen als auch medizinische und psychologische Aspekte umfassen. Auch ungewollt schwangere Frauen werden beraten. Außerdem bietet das Team der Beratungsstelle Präventionsveranstaltungen an Schulen und in Jugendhilfeeinrichtungen an, um ungeplante Schwangerschaften zu reduzieren und die Selbstbestimmung junger Menschen zu fördern.

Die Schwangerschaftsberatung wird finanziell unterstützt durch das Land Baden-Württemberg, den Landkreis Ravensburg und die Kommunen Ravensburg und Weingarten. Dennoch muss der pro familia Ortsverein Ravensburg jedes Jahr einen Eigenanteil erbringen, um den Bestand der Beratungsstelle zu gewährleisten. So betonte Jürgen Nachtnebel bei der Scheckübergabe: „Wir haben großen Respekt für die Arbeit des Vereins und freuen uns, dass die Bürgerstiftung Oberschwaben zu seiner Stabilität beitragen kann. Uns ist es wichtig einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.“

Die Bürgerstiftung Oberschwaben ist eine Initiative der Volksbank Bodensee-Oberschwaben eG. Sie unterstützt gemeinnützige Organisationen und Aktivitäten vor Ort, die nicht oder nicht ausreichend durch die öffentliche Hand gefördert werden. Das Besondere ist, dass alle Bürgerinnen und Bürger zu den Aktivitäten der Stiftung beitragen können, indem sie spenden oder stiften.

Weitere Informationen zur Bürgerstiftung Oberschwaben und pro familia finden Sie auf folgenden Webseiten: https://www.buergerstiftung-oberschwaben.de/ und www.profamilia.de/ravensburg.

 

Weltstillwoche

Die Schwangerschaftsberatungsstellen in der Region Bodensee-Oberschwaben empfehlen das Stillen von Neugeborenen und Säuglingen. Manchmal kommen enttäuschte Frauen in die Beratung, die nach einem eher schwierigen Start nach Geburt ihres Kindes einen erschwerten Zugang zum Stillen gefunden haben oder das Stillen schweren Herzens beendet haben, weil es „einfach nicht klappte“. Flaschennahrung ist in Deutschland für das Kind ohne Frage eine gute Alternative und Mütter brauchen kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie dann doch auf das Fläschchen zurückgreifen. Dennoch weisen wir in der Beratung gerne auf die Unterstützung von Hebammen und Stillberaterinnen hin, damit es mit dem Stillen vielleicht doch noch „klappt“.

Im Rahmen der diesjährigen Weltstillwoche veranstaltete die Katholische Schwangerschaftsberatung in Zusammenarbeit mit pro familia Ravensburg einen eindrücklichen Online-Vortrag von und mit Lena Disch, Stillberaterin aus Bad Waldsee. Man konnte sich ohne Anmeldung und ohne Kosten einfach reinklicken und bekam sehr viel wertvolle Information und Tipps zum Thema Stillen. Lena Disch überzeugt durch ihr enormes Fachwissen und ihre Begeisterung fürs Stillen. Sie weiß Rat, wenn es eben mal nicht „klappen sollte“.

 

Wer hilft weiter im Landkreis Ravensburg, wenn es Schwierigkeiten beim Stillen gibt:

(Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

Roses Revolution

Am 25.November des Jahres findet der jährliche Aktionstag gegen Gewalt und Respektlosigkeit in der Geburtshilfe statt. Der weltweite Aktionstag möchte zu einer respektvollen Geburtshilfe aufrufen. Im Landkreis Ravensburg wird die Aktion von Schifra - dem Netwerk Schwangerschaft unterstützt. Weitere Informationen entnehmen sie dem Flyer sowie dem Artikel aus dem Wochenblatt.