Pro familia Gießen nimmt Stellung zur „pro femina“-Buswerbung

Pro familia Gießen ist eine staatlich anerkannte Beratungsstelle und bietet, seitdem es eine verpflichtende Beratung vor einem eventuellen Schwangerschaftsabbruch gibt, diese Beratung an. Wie gesetzlich vorgeschrieben ist unsere Beratung ergebnisoffen, zudem ist pro familia die einzige konfessionell ungebundene Beratungsstelle in der Region.

Seit 1976 gibt es diese Beratungspflicht und damit die für einen Abbruch notwendige Bescheinigung ausgegeben werden darf, ist eine staatliche Anerkennung der Beratungsstelle notwendig. Diese Anerkennung wird regelmäßig vom Regierungspräsidium in Kassel überprüft und wer in der Schwangerschaftskonfliktberatung arbeitet, muss umfangreiche Qualifikationen und regelmäßige Fortbildungen nachweisen!

Unsere Sorge ist, dass ratsuchende Frauen durch die Buswerbung irritiert werden könnten, denn „pro femina“ klingt wohl nicht zufällig so ähnlich wie pro familia. Doch wer Kontakt mit dieser Gruppierung aufnimmt, verliert möglicherweise wertvolle Zeit und bekommt keine Beratungs-bescheinigung, da die staatliche Anerkennung fehlt und wohl auch nicht angestrebt ist. Inhaltlich aber ist der entscheidende Unterschied zur  Beratungsstelle von „pro femina“ (die es ja in Gießen gar nicht gibt), dass der Gesetzgeber aus guten Gründen verlangt, dass die Schwangerschaftskonflikt-beratung ergebnisoffen zu gestalten ist, weil der Schutz des ungeborenen Lebens nicht gegen die Schwangere durchzusetzen ist.

Nach allem, was wir von „pro femina“ lesen, ist aber die versprochene „Hilfe für eine gute Entscheidung“ einseitig. Denn aus Sicht der evangelikalen Organisation kann die Entscheidung für einen Abbruch wohl keine gute Entscheidung sein.

Wir freuen uns über jede Frau, die sich für die Schwangerschaft entscheiden kann und wie die beiden anderen staatlich anerkannten Beratungsstellen von donum vitae und der Diakonie tun wir in der Beratung alles, um Frauen über finanzielle Hilfen zu informieren,  sie in schwierigen persönlichen Lebenssituationen auch manchmal gegen den Partner oder die Familie zu unterstützen, die für sie richtige Entscheidung zu finden. Am Ende kann dann auch die wohlüberlegte Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch stehen.

Aus unserer jahrzehntelangen Arbeit kennen wir die sehr differenten und komplexen Situationen, in denen sich Frauen befinden, die ungewollt schwanger werden. Dabei steht die einzelne Frau und ihre individuelle Situation im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Über eine Schwangerschaft muss letztendlich die schwangere Frau die Entscheidungsbefugnis haben, da sie von einer Schwangerschaft in ihrer gesamten Existenz betroffen ist. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau über das Austragen oder den Abbruch einer Schwangerschaft sieht pro familia als einen unabdingbaren Bestandteil der Entscheidung zu verantwortungsvoller Mutterschaft. Unser Ziel ist es, die einzelne Frau in ihrer selbstbestimmten Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft zu unterstützen. Dabei sollte ein Schwangerschaftsabbruch unserer Ansicht nach frei von Strafandrohung und staatlicher Einflussnahme stattfinden.

Das Beratungszentrum von pro familia Gießen mit Außenstellen in Herborn, Hungen und Wetzlar,  befindet sich in der Liebigstr.9 in Gießen und ist unter der Telefonnummer 0641-77122  montags bis mittwochs von 9 – 12 und von 15 – 17 Uhr erreichbar, donnerstags von 14 – 17 Uhr sowie freitags von 10 – 12 Uhr.

Downloads

Der Jahresbericht 2017 ist da und steht hier als PDF zum Download zur Verfügung. Die Print-Version erhalten Sie bei uns in der Beratungsstelle.

 

Eltern-Informationsbroschüre "Pubertät - Alles im grünen Bereich - Tipps und Informationen für Mütter und Väter" Entstanden in Kooperation von dem Jugendschutz der Universitätsstadt Gießen und pro familia Gießen e.V. 

Diese Broschüre können Sie bei mit Hilfe des Onlineformulars kostenlos bestellen oder als PDF-Datei downloaden (1621 KB).
Weitere Informationen erhalten Sie hier.