Weibliche Genitalverstümmelung - Beratung für Fachkräfte

Die pro familia Beratungsstellen Bremen und Bremen-Nord bieten Information und Qualifizierung zu FGM/C (englisch für female genital mutilation/cutting) für Fachkräfte aus sozialen und medizinischen Arbeitsfeldern an.
Die Beratung ist kostenlos.
Weitere Information finden Sie in unserem Faltblatt.

Bitte vereinbaren Sie einen Termin:
pro familia Bremen: T.0421 340 60 30
pro familia Bremen-Nord: T. 0421 - 65 43 33

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation – FGM) verwehrt Mädchen und Frauen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit und stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit von FGM betroffen. Im Zuge der Migration rückt das Thema FGM deutschland- und europaweit stärker in den Fokus.

Das FGM-Netzwerk INTEGRA führte 2017 eine „Empirische Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland“ durch, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wurde. Danach wünschen sich soziale, pädagogische und medizinische Fachkräfte ein größeres Netzwerk unterstützender Strukturen, um Betroffene adäquat begleiten zu können.

Die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) koordiniert seit Jahren einen Runden Tisch zu FGM. Der pro familia Landesverband Bremen integriert das Thema in sexualpädagogischen Informationsveranstaltungen, organisiert gemeinsam mit der ZGF Weiterbildungen und bietet seit diesem Jahr Beratung zum Thema FGM an. Ziel ist es, städtische und staatliche Stellen, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen und Gesundheitspersonal zu informieren, zu sensibilisieren und zu vernetzen. Fachkräfte werden als Multiplikator*innen befähigt, so dass sie betroffenen Frauen und Mädchen reflektiert und kompetent begegnen können. Damit werden bereits präventiv Bewusstseins- und Einstellungsänderungen im sozialen Umfeld der Betroffenen ermöglicht, Schutz im Falle akuter Gefährdung geboten, sowie im Bedarfsfall eine zügige und fachkundige medizinische oder therapeutische Behandlung ermöglicht. Das Beratungsangebot leistet dadurch einen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Intervention und Versorgung der Betroffenen.