BEP - Sexuelle Bildung im Elementarbereich, kindliche Sexualität

Viele Fragen stellen, sich streicheln, kuscheln, sich zeigen, schmusen, Doktorspiele spielen – das alles und vieles mehr können Ausdrucksformen kindlicher Sexualität im Kindergarten sein. Die psychosexuelle Entwicklung ist häufig sehr präsent im Kindergartenalltag. Zugleich gibt es bei den pädagogischen Fachkräften dazu Fragen und Unsicherheiten. Oftmals fehlen Konzepte und Materialien zur vorschulischen Sexualerziehung und in der erzieherischen Aus- und Fortbildung bleibt das Thema häufig ausgespart.

Der hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) benennt Sexualität in seinen Bildungs- und Erziehungszielen für Kinder von 0 bis 10 Jahren folgendermaßen:

  • Eine Geschlechtsidentität entwickeln, mit der man sich wohl fühlt
  • Einen unbefangenen Umgang mit dem eigenen Körper erwerben
  • Ein Grundwissen über Sexualität erwerben und offen darüber sprechen können
  • Bewusstsein für eine persönliche Intimsphäre entwickeln

Daraus folgt, dass sich Einrichtungen der Kindertagespflege, sowie der Grundschul- und Hortarbeit die Frage stellen, wie sie im Hinblick auf die Kinder, ihren Umgang und ihre Professionalität mit dem Themenfeld finden. 

Die BEP-Fortbildung „Körper, Kuscheln, Doktorspiele“ hat das Ziel, die Kompetenz der Fachkräfte zum Thema „kindliche Sexualität“ zu erweitern. Durch themenzentrierte Selbstreflektion, methodische Hilfestellungen, Fallbesprechungen und Informationen werden Fachkräfte im Kita- und Hortbereich dazu angeregt, neue Perspektiven und Sichtweisen zu gewinnen und ihre Haltung am Bildungs- und Erziehungsplan zu orientieren.

Dabei empfiehlt der BEP, den Themenbereich „kindliche Sexualität“ konzeptionell zu verankern und lebendig in den Arbeitsalltag zu integrieren. So können Fachkräfte die Kinder in ihrem individuellen Bildungsverlauf begleiten und zugleich professionelle Ansprechpartner*innen für die Eltern sein. Gleichzeitig werden die Fachkräfte gestärkt, den Kindern bestmögliche Voraussetzungen für den Übergang in den Schulabschnitt zu ermöglichen und moderierend als adäquate Ansprechpartner*innen für Lehr- und Fachkräfte anderer Institutionen zur Verfügung zu stehen. Eltern sind idealerweise in den Prozess einzubeziehen und es gibt weitere Unterstützungsangebote wie Elternabende.

Die Ziele der Fortbildung sind:

  • Die Mitarbeitenden sind mit den Bildungs- und Erziehungszielen des BEP in Hinblick auf Sexualität vertraut.
  • Die Mitarbeitenden haben ein Wissen über die psychosexuelle Entwicklung von Kindern und können sexuelles Verhalten von Kindern einordnen. Dabei sehen sie die entwicklungsabhängigen Bedürfnisse und Kompetenzen des Kindes im Mittelpunkt ihres pädagogischen Handelns.
  • Die Mitarbeitenden sind in ihrer professionellen Kompetenz gestärkt und haben mehr Sicherheit in ihrem persönlichen Arbeitsalltag mit sexualitätsbezogenen Situationen.
  • Die Mitarbeitenden sind sensibilisiert für (sexuelle) Grenzverletzungen.
  • Die Mitarbeitenden haben ein Bewusstsein darüber erlangt, wie sie Kinder bei den Übergängen in unterschiedliche Lern- und Lebensbereiche unterstützen können und moderieren diese Prozesse mit Eltern, Lehr- und Fachkräften.
  • Die Mitarbeitenden erkennen die persönliche Reflektion und den kollegialen Austausch als Ressource und nutzen beides.
  • Die Mitarbeitenden haben eine Haltung zum Themenbereich „kindliche Sexualität“ entwickelt und bilden diese im kollegialen Austausch weiter aus.
  • Die Mitarbeitenden wissen um ihre Stärken, kennen persönliche und institutionelle Ressourcen und nutzen diese.
  • Die Mitarbeitenden haben mehr Sicherheit bei Elterngesprächen zu sexualitätsbezogenen Situationen und Fragen. Dabei begegnen sie den Eltern auf

Augenhöhe und gehen bewusst mit den Eltern eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft ein.

  • Die Mitarbeitenden haben erste Ideen und Bausteine für ein sexualpädagogisches Konzept erarbeitet.
  • Die Fachkräfte haben Reflexionsimpulse zu Vielfaltsthemen in Bezug auf die Bereiche Kultur, Herkunft, sexuelle Orientierung, sexuelle Rolle und geschlechtliche Identität erhalten.
  • Die Fachkräfte nehmen Vielfalt auf unterschiedlichsten Ebenen im frühkindlichen Bereich wahr und erkennen diese als Ressource.

Gerne kommen wir zu Ihnen in die Einrichtung und unterstützen Sie durch diese Fortbildung. Für Terminvereinbarungen und weitere Absprachen kontaktieren Sie uns gerne unter 06421-21800 oder schreiben Sie uns unter sexualpaedagogik.marburg@hessen.profamilia.de