Aktuelles

pro familia Schleswig-Holstein unterstützt den Internationalen Aktionstag „Safe Abortion Day“ zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und fordert die Streichung der Paragrafen 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch.

Ein Schwangerschaftsabbruch gilt als Straftat gegen das Leben und ist nur unter definierten Ausnahmen erlaubt. Frauen werden ebenso wie das beteiligte medizinische Personal im geltenden Recht kriminalisiert und moralisch diskreditiert. Das soll sich endlich ändern.

Jede Frau hat ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und selbst bestimmte Familienplanung.

Die Versorgungslage in Deutschland verschlechtert sich stetig. Es gibt immer weniger Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Durch Stigmatisierung und Kriminalisierung sowie mangelnde medizinische Ausbildung schrumpft das bestehende Angebot, auch in Schleswig-Holstein. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage zusätzlich.

Filme zum Thema: An diesem Tag, 28.09., ist in Husum und in Lübeck der preisgekrönte Film “Niemals Selten Manchmal Immer“ von Eliza Hittman zu sehen. Er erzählt die Geschichte einer jungen schwangeren Frau aus Pennsylvania, die auf ihrem Weg zum sicheren Schwangerschaftsabbruch viele Hürden meistern muss. Mehr dazu auf der Startseite der Beratungsstellen pro familia Husum und pro familia Lübeck.

Infos zu weiteren Aktionen: https://wegmit218.de/termine/#safeabortionday

Am Mittwoch, 29.09.2021, 15.00 - 17.00 Uhr, findet eine Online-Veranstaltung zum Thema „150 Jahre §218 StGB - Schwangerschaftsabbruch heute - Wir müssen reden!“ statt.

Anmeldung für die Online-Teilnahme bis 24.09.2021 per Mail: anmeldung.sh[at]profamilia.de

Weitere Infos auf der Seite www.profamilia.de/sh-veranstaltungen

Mitarbeiter*innen des Landesverbandes haben einen Kurzfilm zum Thema erstellt. Video unter https://www.youtube.com/watch?v=zgsCVqtS_xM

Weitere Informationen:
https://www.profamilia.de/themen/schwangerschaftsabbruch.html

https://www.instagram.com/pro_familia_sh/

pro familia bietet weiterhin Beratungen zu Schwangerschaft, Familienplanung, Sexualität und Partnerschaft sowie im Schwangerschaftskonflikt an. Persönliche Beratungen in den Räumen der Beratungsstellen sind wieder möglich. Selbstverständlich unter den vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen und Hygieneregeln (Abstand, Maske, Desinfektion). Auf Wunsch werden Beratungen per Telefon oder Video angeboten. Es wird in jedem Fall um eine Terminvereinbarung per Telefon oder Mail gebeten.

Aus aktuellem Anlass bietet pro familia Schleswig-Holstein zudem Schwangeren und belasteten Menschen Hilfe durch kurzfristige Beratungen an.

Die besonderen Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Pandemie muten Menschen Außerordentliches zu. Stress, Unsicherheit und das Gefühl von Ohnmacht können viele bedrängende Gefühle auslösen oder auch verstärken. Wenn Isolation notwendig ist und soziale Kontakte sehr eingeschränkt sind, kann dies sehr belastend sein.

Gerade für Familien mit Kindern bedeutet ein möglicher Ausfall von Kita und Schule eine große Herausforderung im Alltag. Um mit dieser anstrengenden Situation gut umgehen zu können, kann eine Unterstützung durch Fachkräfte hilfreich sein.

Die Mitarbeiter*innen von pro familia beraten in belastenden Situationen, wenn eine Bewältigung des Alltags unter Corona-Bedingungen zunehmend schwer fällt, und in Krisen. Es können Strategien zur Bewältigung akuter Konflikte sowie Ideen für eine gute Kommunikation miteinander in einer außergewöhnlichen Situation entwickelt werden.

Die Fachkräfte der pro familia-Beratungsstellen in Schleswig-Holstein können Sie zeitnah und professionell, auch telefonisch oder per Videoberatung, unterstützen. Die langjährig erfahrenen psychosozialen Berater*innen und Therapeut*innen der multiprofessionellen Teams stellen ihre Ressourcen für eine ggf. auch mehrfache Beratung nach vorheriger Absprache zur Verfügung.

Unverändert stehen die Teams für Beratungen im Schwangerschaftskonflikt und Beratungen rund um Schwangerschaft und Geburt zur Verfügung. Auch hier besteht die Möglichkeit der telefonischen Beratung und der Videoberatung.

Über Telefon und E-Mail ist die pro familia-Beratungsstelle in Ihrer Nähe zu den angegebenen Zeiten erreichbar: www.profamilia.de/angebote-vor-ort/schleswig-holstein.html

Sie können sich dort telefonisch oder per Mail informieren und Ihr Anliegen vorbringen.

Weitere Informationen auch beim Landesverband: pro familia Schleswig-Holstein

Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der Seite des pro familia-Bundesverbandes:

www.profamilia.de/ueber-pro-familia/aktuelles-zu-corona.html

Du erleidest sexuelle Gewalt. Oder der Alltag in deiner Familie ist von Gewalt geprägt.

Du bist nicht allein. Mit uns von pro familia kannst du reden. Wir helfen dir.

Hilfe und Unterstützung findest du:

Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben. Wir sind für dich da. Es kostet nichts.

Hilfe über Telefon, Mail und Live-Chat findest auch über die Website:

www.kein-kind-alleine-lassen.de

Weg mit §218! - 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

Schwangerschaftsabbruch: pro familia fordert Neuregelung mit Blick auf Frauenrechte

Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, sind nach §219 StGB verpflichtet, eine Schwangerschaftskonfliktberatung aufzusuchen. „Nach der sogenannten Beratungsregelung bleiben Schwangerschaftsabbrüche straffrei. Das ändert aber nichts daran, dass ihnen der Ruf der Illegalität anhaftet“, kritisiert pro familia Schleswig-Holstein. "Es wird Zeit, über eine alternative Regelung nachzudenken, die ungewollt schwangere Frauen nicht kriminalisiert.“

Seit 150 Jahren ist der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt, verankert am 15. Mai 1871 im Reichsstrafgesetzbuch. pro familia startet gemeinsam mit anderen Verbänden die Kampagne „Weg mit §218! - Recht statt Verurteilung“.

Zum Thema „150 Jahre §218 StGB - Schwangerschaftsabbruch heute - Wir müssen reden!“ findet am Mittwoch, 29.09.2021, 15.00 - 17.00 Uhr, eine Online-Veranstaltung statt. Weitere Infos auf der Seite www.profamilia.de/sh-veranstaltungen

Ende August 2021 fand in Berlin und online der Fachkongress „150 Jahre §218 StGB“ statt. Die Abschlusserklärung als PDF: Abschlusserklärung-Kongress

Bundesweite Online-Veranstaltungen und Termine unter www.wegmit218.de/termine/ und auf der LV-Seite Veranstaltungen

2020 nahmen deutlich mehr Frauen eine Schwangerschaftskonfliktberatung bei pro familia in Anspruch. Die Zahl der Abbrüche ist dagegen nur leicht, um 35 auf 3.073, angestiegen. „Unsere Teams in den landesweit 13 Beratungsstellen haben 3.081 Beratungen durchgeführt, fast neun  Prozent mehr als im Vorjahr. Damit führt pro familia im Vergleich mit anderen Trägern den Großteil dieser Beratungen durch“, berichtet Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. Auch während der Pandemie konnte das Angebot der Schwangerschaftskonfliktberatung kontinuierlich aufrechterhalten werden.

„Die Zunahme der Beratungen bei pro familia liegt aber sicher auch daran, dass wir uns öffentlich klar und deutlich für eine ersatzlose Streichung des §219a StGB, für eine angemessene Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen und für das Recht der Frau auf Selbstbestimmung ausgesprochen und eingesetzt haben“, sagt Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes. „Zudem begleiteten wir in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik kritisch, da dies eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen bedeutete.“

Selbstbestimmte Familienplanung ist ein Menschenrecht. Demgemäß hat jede Frau das Recht auf eine freie Entscheidung, ob sie eine Schwangerschaft austragen will oder nicht. „Zur Wahrnehmung dieses Rechts gehört, dass Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs bereitgestellt werden. Da ein Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt wird, ist das Thema von vornherein negativ besetzt, stigmatisierend und moralisch aufgeladen“, betont Steffensen. „Das hat gravierende Folgen auch für die Versorgung. Ärzt*innen dürfen auf ihren Webseiten nicht über die Art und Weise, wie sie die Eingriffe durchführen, informieren. Seit Jahren nimmt die Zahl der Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, stark ab. In den letzten 10 Jahren hat sich das Angebot im Land massiv verringert. In einigen Regionen ist die Versorgung nicht mehr sichergestellt.“

pro familia fordert die Streichung der §§218/219a aus dem Strafgesetzbuch und eine Neuregelgung des Schwangerschaftsabbruchs. „Die bestehende Regelung ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedürfnissen und Erfordernissen nicht gerecht. Es muss nun geprüft werden, wie wir dahin kommen können, dass unsere Gesellschaft das Recht auf eine selbstbestimmte Entscheidung zur Fortführung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft anerkennt, ohne das Strafrecht zu bemühen. Gleichzeitig müssen alle Frauen jegliche Unterstützung erhalten, die sie brauchen, einschließlich des Angebots einer freiwilligen Beratung zu allen Fragen der Schwangerschaft.“

Zudem sind Politik und Wirtschaft gefordert, das Leben von Familien zu verbessern. „Denn nach wie vor nennen Frauen für ihre Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen, am häufigsten körperliche/psychische Belastung und berufliche Gründe. Dies zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch schwierig ist“, so Prümm. „Die Pandemie hat dies verstärkt deutlich gemacht. Es bleibt eine Herausforderung, Kinder zu bekommen und berufstätig zu sein. Zudem befürchten viele Frauen, alleinerziehende Mutter zu werden, und somit in Überlastung und Armut zu rutschen.“

Die Pressemitteilung zum Thema als PDF: 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

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Das Recht auf Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen sichern

pro familia Schleswig-Holstein krisitiert gemeinsam mit den anderen Trägern von Schwangerschaftsberatungsstellen, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und der Arbeiterwohlfahrt, die Situation bei der Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen, die jetzt in der Pandemie noch verschärft wird, und fordert eine schnelle Verbesserung. „Es gibt akuten Handlungsbedarf, damit Frauen ihr verbrieftes Recht auf einen Abbruch wahrnehmen können. Wir erwarten, dass das Land seinen Versorgungsauftrag ernst nimmt. Dazu gehört die genaue Kenntnis über den aktuellen Stand und die Sicherstellung eines ausreichenden Angebots. Die Kliniken sind verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Menschenrechte dürfen nicht beschnitten werden.“

Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung und freie Entscheidung, ob sie eine Schwangerschaft austragen will. Zur Wahrnehmung dieses Rechts gehört, dass Möglichkeiten des Schwangerschafts-abbruchs bereitgestellt werden. Der §13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG)  nimmt die Bundesländer in die Pflicht: (2) „Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“ In diesen Einrichtungen muss auch die notwendige Nachbehandlung gewährleistet sein, vgl. §13 (1)  SchKG.

Doch in den letzten 10 Jahren hat sich das Angebot im Land massiv (um 50%) verringert, wie der Berufsverband der Frauenärzt*innen bestätigt. Als Träger sehen wir mit Sorge, dass Möglichkeiten des Abbruchs zunehmend eingeschränkt werden. Eine grundsätzliche Entwicklung, verstärkt durch die aktuelle Lage“, betont Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin von pro familia Schleswig-Holstein. „Es darf nicht sein, dass in Kliniken nur noch Notfälle angenommen werden und Praxen zeitweise schließen. Dadurch geraten ungewollt schwangere  Frauen unter großen Zeitdruck, da ein Abbruch nur bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche straffrei ist. Es gehört zur Beratung, aktuell über regionale Möglichkeiten des Abbruchs zu informieren. Doch genau hier wird es eng.“

Die Ursachen sind vielfältig: Nachfolger*innen von in den Ruhestand gehenden Gynäkolog*innen führen keine Schwangerschaftsabbrüche durch. Denn viele, die sich neu niederlassen, streben gar keine Zulassung zum ambulanten Operieren mehr an, weil die Hygienestandards mit den damit verbundenen Praxisinvestitionen samt Berufshaftpflicht ständig steigen. Auch der medikamentöse Abbruch wird selten angewandt. Das Honorar stagniert seit Jahren. Der mangelnde finanzielle Anreiz für eine zeitintensive Tätigkeit und die notwendige umfassende Erreichbarkeit nach operativen und medikamentösen Abbrüchen schrecken ab.

Hinzukommt, dass im Medizinstudium das Thema Schwangerschaftsabbruch kaum behandelt, die Durchführung nicht erlernt werde. Auch in der fachärztlichen Ausbildung bleibe das Thema randständig. Dies liege vor allem an dem seit einigen Jahren sich ständig verschärfenden Klima in bezug auf Schwangerschaftsabbruch, an den Verurteilungen und Kriminalisierungen von Ärzt*innen nach §219a (sogenanntes Werbeverbot). Selbst Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, würden dies daher nur selten öffentlich bekannt machen.

„Wenn die Politik nicht bald handelt, droht ein Notstand“, betonen die Verbände. „Denn nur noch wenige Kliniken führen Schwangerschaftsabbrüche durch. Immer mehr auch öffentlich geförderte Kliniken ziehen sich von dieser Aufgabe zurück. Es bleibt den Leitungen bzw. Chefärzt*innen überlassen, ob überhaupt Abbrüche durchgeführt werden. Zudem können Ärzt*innen von ihrem persönlichen Weigerungsrecht Gebrauch machen. Damit steht es im Ermessen Einzelner, ob Frauen ihr garantiertes Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch wahrnehmen können.“

Zu dieser Thematik hat pro familia Schleswig-Holstein am Internationalen Frauentag eine Pressemitteilung herausgegeben: Pressemitteilung als PDF.

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pro familia fordert weiterhin Streichung des §219a StGB

pro familia Schleswig-Holstein lehnt den im Bundestag beschlossenen Kompromiss zur Neuregelung des §219a mit Nachdruck ab. "Die Gesetzesänderung ist ein halbherziger Schritt. Sie setzt das Menschenrecht auf Zugang zu Information über sexuelle Gesundheit, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch nicht vollständig um und trägt weiterhin zur Kriminalisierung von Ärztinnen und Ärzten bei", kritisiert Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes.

pro familia fordert daher die ersatzlose Streichung des veralteten §219a StGB. "Die reine Information darüber, wie, wo und durch wen straflose Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, hat grundsätzlich nichts mit Werbung für einen Abbruch zu tun", betont Steffensen. "Leider kursieren in der Öffentlichkeit dazu viele Falschinformationen. Der Schutz für ungeborenes Leben ist bereits im §218/§219 StGB eindeutig gesetzlich geregelt und bleibt auch ohne §219a StGB gesichert."

Die gemäß der Gesetzesänderung erlaubte Information über den Schwangerschaftsabbruch auf Listen der Bundesärztekammer und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind nach Auffassung von pro familia keine Lösung. "Sie werden trotz Pflege immer lückenhaft sein, da angesichts der vorherrschenden Einschüchterung und Stigmatisierung nur ein Bruchteil der Ärzt*innen eine Meldung dorthin vornehmen wird", so Steffensen.

"Vor allem werden die Frauen, die sich für einen Abbruch entschieden haben, in einer ohnehin schwierigen Situation zusätzlich belastet. Die Gründe für einen Abbruch sind vielfältig. Auch eine optimale Verhütung schützt nicht hundertprozentig. Was auch immer hinter der Entscheidung steht, keine Frau trifft die Entscheidung, schwanger zu bleiben oder nicht, leichtfertig", bekräftigt Steffensen. "Dazu gibt es bereits genügend aussagekräfte Studien."

pro familia weist klar daraufhin: Jede Frau hat ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und selbst bestimmte Familienplanung, und das darf nicht beschnitten werden. "Der §219a jedoch schränkt Frauen in ihrer Informationsfreiheit und ihren Persönlichkeitsrechten unverhältnismäßig ein und trägt zu einer ohnehin schon vorhandenden Stigmatierung ungewollt schwangerer Frauen in unserer Gesellschaft bei", kritisiert Steffensen.

"Statt ihnen niedrigschwellig, ohne Umwege, medizinisch korrekte Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie einfach auf der Webseite der Ärzt*in oder der Klinik abrufen können, wurde nun ein kompliziertes Verfahren mit einer Vielzahl an möglichen Fehlerquellen installiert. Von einer Verbesserung kann also keine Rede sein. Im Gegenteil, die Gesetzesänderung erschwert betroffenen Frauen den Zugang zu Information, beschneidet ihre Grundrechte und stigmatisiert Mediziner*innen, die Abbrüche vornehmen."

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pro familia info

pro familia Schleswig-Holstein veröffentlicht zweimal im Jahr einen Newsletter. "pro familia info" informiert Sie über die Arbeit des Landesverbandes, der Beratungsstellen und der spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und häusliche Gewalt, über Beratungs- und Fortbildungsangebote, Projekte und Aktionen.

Unser Newsletter Juni 2021 informiert Sie über die Themen:

  • 2020 - ein Jahr der Herausforderungen - für die Menschen und für den Verband
  • 22.500 Menschen in landesweit 21 pro familia-Einrichtungen geholfen - Jahresbericht 2020
  • Zahl der Schwangerschaftskonfliktberatungen bei pro familia gestiegen - Zahl der Abbrüche nur geringfügig zugenommen
  • pro familia fordert Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs - Streichung der §§218/219 aus dem Strafgesetzgebuch
  • pro familia Schleswig-Holstein veröffentlicht Positionspapier zum Bereich der Beratung
  • Sexuelle Bildung - Ausbau digitaler Formate als Ergänzung zu Präsenzveranstaltungen - Social Media im Fokus
  • Hilfe für von Gewalt betroffene Kinder - LÖWENHERZ erweitert Angebot - pro familia plant ein Childhood-Haus in Flensburg
  • 50 Jahre pro familia Lübeck - 40 Jahre pro familia Norderstedt und pro familia Heide - 30 pro familia-Mädchentreff in Husum

Der aktuelle Newsletter Juni 2021 als PDF: pro familia info Juni 2021

Newsletter November 2020 als PDF: pro familia info November 2020

 

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Ihre Adresse wird von pro familia Schleswig-Holstein nur zum Zwecke der Versendung des Newsletters genutzt. Wenn Sie den Newsletter nicht mehr erhalten wollen, schreiben Sie uns einfach eine Mail: lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de

Unsere Datenschutzerklärung finden Sie auf www.profamilia.de/sh-datenschutz

Weitere Informationen: pro familia Schleswig-Holstein

Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 – 90 92 620, Fax 04 61 – 90 92 649

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pro familia, der Fachverband für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung, ist ein gemeinnütziger, konfessionell und parteipolitisch unabhängiger Verein. Er hat sich der Umsetzung der Menschenrechte verpflichtet. pro familia tritt für die Interessen von Ratsuchenden in jeder Lebensform ein, für die Belange von Familien und für soziale Gerechtigkeit.

pro familia Schleswig-Holstein besitzt ein breites Angebotsspektrum für Menschen mit und ohne Behinderung, jeden Alters und Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung und Identität, ungeachtet der Herkunft und Religion.

Der Landesverband ist Träger von 21 Einrichtungen: 13 Beratungsstellen und acht spezialisierten Einrichtungen gegen sexualisierte und/oder häusliche Gewalt. Die pro familia-Beratungsstellen übernehmen gesetzliche Aufgaben, die sich aus dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) ergeben.

Erstmals hat der Landesverband seine Grundsätze der Beratung und des gesellschaftspolitischen Engagements sowie sein umfangreiches Beratungsangebot in einem Positionspapier veröffentlicht.

Die Position Beratung ist in allen pro familia-Beratungsstellen und in der Landesgeschäftsstelle erhältlich. Hier als PDF: Position Beratung

22.500 Menschen in Schleswig-Holstein unterstützt

pro familia Schleswig-Holstein hat 2020 in den landesweit 21 Einrichtungen 22.500 Menschen mit Information und Beratung, Projekten zur Sexuellen Bildung und Veranstaltungen, z.Teil online, sowie mit der Arbeit gegen sexuelle und häusliche Gewalt unterstützt.

Die Teams der 13 klassischen pro familia-Beratungsstellen konnten trotz der Einschränkungen durch die Pandemie 10.977 Personen (Vorjahr 10.657) in 11.947 Beratungen (Vorjahr 12.192) bei Problemen und Fragen rund um Sexualität, Partnerschaft, Schwangerschaft und Familie informieren und beraten“, berichtet Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. "Unsere Angebote stehen allen Menschen offen. Es gehört zu den Grundsätzen von pro familia, allen Klient*innen wertschätzend zu begegnen und mit jedem Anliegen respektvoll und vertraulich umzugehen."

Die größten Einbußen, um fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahr, verzeichnete pro familia im Bereich der Sexuellen Bildung. Infolge der Pandemie wurden sehr viele Veranstaltungen, Fortbildungen, Schulprojekte abgesagt bzw. verschoben. Neue digitale Formate mussten in kurzer Zeit als Ergänzung zu den Präsenzangeboten auf den Weg gebracht werden. So konnten 2020 immerhin 8.266 Personen (Vorjahr 15.818) erreicht werden. pro familia ist auch auf instagram - und das sehr erfolgreich. Der Bereich Social Media wird weiter ausgebaut.

In den acht spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle und/oder häusliche Gewalt sind trotz Pandemie die Zahlen fast gleich geblieben. "Glücklicherweise ist es uns gelungen, alle Angebote, wenn auch in veränderter Form, wie Teilung der Gruppen, Beratung per Telefon oder Video, aufrechtzuerhalten“, betont Dagmar Steffensen, stv. Landesgeschäftsführerin.

Ausführliche Informationen über die Arbeit von pro familia Schleswig-Holstein, über neue Angebote und Projekte finden Sie im Jahresbericht 2020 - hier als PDF: Jahresbericht 2020

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein

Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 - 90 92 620

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Familienplanung - ein Menschenrecht für alle

pro familia fordert neue Hilfe zur Familienplanung

Zunehmend verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Verhütung darf aber nicht am Geld scheitern. Jeder Mensch hat das Recht, unabhängig von seinem sozialen Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die zu ihm passt, größtmögliche Sicherheit bietet und für ihn gesundheitlich verträglich ist.

Seit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004 haben Personen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, keine Möglichkeit mehr, eine Hilfe zur Familienplanung zu beantragen. Und die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel nur für Jugendliche bis zum vollendeten 22. Lebensjahr.

Auf diesen Missstand hat pro familia immer wieder hingewiesen. Der Verband fordert eine bundesweit einheitliche, gesetzlich verankerte Hilfe zur Familienplanung.

Projekte zur Kostenübernahme in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, im Kreis Segeberg, in Neumünster, in Kiel, in Lübeck, in Geesthacht, im Kreis Herzogtum Lauenburg, im Kreis Nordfriesland, Kreis Stormarn, Dithmarschen und Steinburg. Weitere Informationen zu den Angeboten in Ihrer Nähe finden Sie unter Aktuelles auf der Seite: Projekte bieten Hilfe zur Familienplanung

Modellprojekt biko in Lübeck beendet - Hansestadt bewilligt Fortsetzung des Angebots

Die Hansestadt war einer von sieben Standorten, die an dem bundesweiten Modellprojekt "biko – Beratung, Information und Kostenübernahme von Verhütung" des pro familia Bundesverbandes e.V. teilnahmen.

Das Projekt biko, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), soll u.a. zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Diese Erhebung könnte die Grundlage für eine bundesweite Regelung bilden. Neben Lübeck wurden für das Projekt die Standorte Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt (Altern) ausgewählt. Umfassende Infos zum Modellprojekt "biko": www.biko-verhuetung.de/

Projekte zur Kostenübernahme rezeptpflichtiger Verhütungsmittel

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein hat die Stadt Flensburg ein Projekt zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für ihre Einwohner*innen ab 22 Jahren eingerichtet, die staatliche Leistungen erhalten oder ein geringes Einkommen (unterhalb einer festgesetzten Grenze) haben. Für die Umsetzung ist die pro familia-Beratungsstelle Flensburg zuständig. Sie prüft anhand aktueller Bescheide, ob die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, nimmt den Kostenvoranschlag oder das Rezept der Arztpraxis entgegen und stellt im positiven Fall eine Bescheinigung aus. Die Betroffenen legen diese bei der Apotheke oder der Arztpraxis vor und müssen dann das Verhütungsmittel nicht bezahlen.

Wie groß der Bedarf ist, bestätigt die hohe Zahl der Anträge. Fast alle Antragsteller*innen beziehen Arbeitslosengeld II und hätten sich vor allem die kostenintensive Verhütung mit Hormonspirale, Implanon oder eine Sterilisation nicht leisten können.

Diese Problematik taucht zunehmend in der Beratung auf. Häufig verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Da bislang alle Initiativen auf bundespolitischer Ebene gescheitert sind, haben Kommunen und Kreise vorerst Projekte zur Kostenübernahme geschaffen.

Projekte zur Kostenübernahme rezeptpflichtiger Verhütung in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, im Kreis Segeberg, in Neumünster, in Lübeck, in Geesthacht bzw. im Kreis Herzogtum Lauenburg, im Kreis Nordfriesland, Stormarn, Dithmarschen und im Kreis Steinburg.

Weitere Informationen und Antragstellung in den pro familia-Beratungsstellen vor Ort:

Auf der Seite Kostenübernahme von Verhütung im Menü der jeweiligen Beratungsstelle finden Sie auch den entsprechenden Flyer.

Für Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern hat pro familia in Zusammenarbeit mit den Betroffenen und mit anderen Institutionen vor Ort Wegweiser erstellt.

In einem handlichen Format informiert der Leitfaden kompakt und übersichtlich, z.B. mit einer Checkliste, was vor und nach der Geburt zu tun ist, über Anlauf- und Beratungsstellen vor Ort und über Einrichtungen, die für das Leben mit einem Kind wichtig sind. Mit deutlicher Kennzeichnung auf dem integrierten Stadtplan sind die Adressen schnell zu finden.

Dank finanzieller Unterstützung der "Kroschke Kinderstiftung" und der pro familia-Pfandbonspendenaktion „Pfandtastisch helfen!“ in Edekamärkten sind die Wegweiser kostenlos. Sie liegen in entsprechenden Beratungsstellen, Frauen- und Kinderarztpraxen, bei Hebammen, in der Bücherei und im Rathaus aus. Sie sind auch auf der Website der entsprechenden pro familia-Beratungsstelle als PDF verfügbar.

Infopläne für Schwangere und Familien in:

Nach 31 Jahren verlässt Geschäftsführer Reiner Johannsen den pro familia-Landesverband Schleswig-Holstein. Und das ausgerechnet in der Zeit einer Pandemie, die eine würdige Verabschiedung und feierliche Staffelübergabe nicht ermöglicht. Dabei war das letzte Dienstjahr auch für einen langjährigen Geschäftsführer ein ganz besonders schwieriges. Die Corona-Pandemie ist für den Verband mit mittlerweile 114 Mitarbeiter*innen eine große Herausforderung.

Bereits 1984 begann der junge Dipl.-Psychologe bei pro familia Flensburg und leistete sämtliche Basisarbeit: Schulklassenveranstaltungen, §218-Beratung, Geburtsvorbereitungskurse u.v.m. – „als Mann damals noch ein Novum“. Doch „mit Zahlen jonglieren und organisieren, das war eher meine Sache“, erinnert sich Johannsen. Bald unterstützte er den damals geschäftsführenden Vorstand Uwe Lendt und übernahm 1989 erst stundenweise, ab 1990 hauptamtlich, jedoch lange in Teilzeit, die Geschäftsführung des Landesverbandes. Seitdem kümmerte sich Reiner Johannsen mit Nachdruck um Möglichkeiten der Finanzierung und um die Realisierung neuer Projekte. Angebot, Standorte und Teams wurden ausgebaut, die Qualitätssicherung vorangebracht. Ein Anliegen waren ihm die Prävention und Beratung von Gewalt Betroffener und die Therapie von Menschen, die Gewalt ausüben. Spezialisierte Einrichtungen gegen Gewalt wurden nach und nach eröffnet. 1992 startete in Flensburg WAGEMUT, Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen, 1995 die Täterarbeit in der Kieler „Beratungsstelle im Packhaus“. Heute gehören landesweit 13 Beratungsstellen und acht spezialisierte Einrichtungen zum Landesverband.

Darüber hinaus setzte Johannsen verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit einer klaren Präsenz im weltweiten Netz, und auf Spendenakquise. Er initiierte die Zahngold- Spendenaktion „Kinder zeigen Zähne“ und die in einigen Edeka-Märkten durchgeführte Aktion „Pfandtastisch helfen!“. Dadurch konnte der Landesverband „eine für einen Freien Träger beachtliche Summe an selbst erwirtschafteten Mitteln, fast 20 Prozent des Gesamthaushaltes“, aufbringen. 2005 startete pro familia Schleswig-Holstein eine Imagekampagne, verknüpft mit einem Fundraising-Konzept. Ziel: Das vielfältige Angebot an Beratung und Sexueller Bildung einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch die Spendenbereitschaft zu wecken. Der prägende Slogan „mit uns können Sie reden“ begleitet den Verband bis heute.

Viele Landesverbände und auch der Bundesverband haben Anregungen und Innovationen aus dem hohen Norden dankbar aufgenommen. Dazu gehören neben Leitbildentwicklung und Fundraising u.a. die Täterarbeit, die seit 25 Jahren angebotene Online-Beratung unter sextra.de, die Initiative für die Kostenübernahme von Verhütung für Menschen mit geringem Einkommen. Basierend auf dem Menschenrecht auf selbst bestimmte Familienplanung startete in Flensburg das bundesweit erste kommunale Projekt - beispielhaft auch für andere Verbände.

Dank und Anerkennung

„Mit Mut, Innovation und Kreativität hat Reiner Johannsen pro familia zu einer Institution gemacht, die durch ihre Fachlichkeit und Kompetenz hohes Ansehen in Politik, bei Kooperationspartner*innen und nicht zuletzt bei den Klient*innen genießt“, dankt die Vorsitzende Christa Wanzeck-Sielert. Anerkennung kommt auch aus dem Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein: „Reiner Johannsen hat sich in seiner Funktion als Landesgeschäftsführer zu jeder Zeit mit vollem Engagement und tiefer Überzeugung für die Interessen des Landesverbandes und die Umsetzung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes in Schleswig-Holstein eingesetzt“, so Andrea Wilke-Wolff, Leiterin des Referats Familienpolitik. „Ich habe ihn als einen zuverlässigen Kooperations- und zielstrebigen Verhandlungspartner schätzen gelernt, der ein großes Fach- und Erfahrungswissen mitbringt und auch den Diskurs nicht scheut. Damit hat er nicht nur den Landesverband, sondern auch die Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung in Schleswig-Holstein geprägt. Für die auch bei unterschiedlichen Auffassungen von gegenseitiger Achtung geprägte Zusammenarbeit möchte ich Herrn Johannsen ausdrücklich danken und bin mir sicher, dass wir ihn und sein umfassendes Fachwissen öfter vermissen werden.“

pro familia hat sich in über fünf Jahrzenten zu einem anerkannten und gefragten Fachverband rund um die Themen Liebe, Sexualität, Partnerschaft, Verhütung, Schwangerschaft, Familie und Sexualpädagogik entwickelt. Die Zahl der Ratsuchenden steigt jährlich. 2019 hat der Landesverband mit dem gesamten Angebot 30.000 Menschen in Schleswig-Holstein erreicht.

pro familia steht für die Familie in ihren verschiedenen Lebensformen und gewährleistet als freier Träger die seit 1992 im Gesetz verankerte Pluralität des Beratungsangebots. „Von Anfang an war es mir sehr wichtig, die Stellen der Mitarbeiter*innen zu sichern“, sagt Johannsen. Auch 2019 war die angemessene Bezahlung der hochqualifizierten pro familia-Fachkräfte erneut eine Forderung an die Politik.

Thorsten Prümm wird neuer Landesgeschäftsführer

Der Betriebswirtschaftler mit Schwerpunkt Krankenhausmanagement war zuletzt lange Jahre bei einem großen norddeutschen Gesundheitsunternehmen als Kaufmännischer Direktor und Geschäftsführer tätig. Doch die Finanzen sind für den gebürtigen Flensburger nur die eine Seite der Medaille. „Der Mensch im Mittelpunkt, sei es Mitarbeiter*innen oder Klient*innen, ist für mich entscheidend“, betont Prümm. „Für mich war es immer wichtig, dass meine Tätigkeit einen tieferen Sinn ergibt. Dies war auch der Grund, warum ich meinen beruflichen Schwerpunkt im Gesundheitswesen und nun bei pro familia gesucht und gefunden habe.“ Gemeinsam Visionen und Ziele definieren und an einem Strang ziehen, um diese zu erreichen, ist sein Vorsatz als neuer Geschäftsführer von pro familia Schleswig-Holstein. „Dabei geht es neben wirtschaftlichen Fragen und einer besseren Finanzierung der Leistungen vor allem um die Inhalte und Weiterentwicklung von pro familia“, so Prümm. „Wichtige Themen sind u.a. hohe und verlässliche Qualitätsstandards, Gesundheit in bezug auf körperliche und psychische Belastung von Mitarbeiter*innen, eine gute Kommunikation intern und extern und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.“

Die bisherige Aufgabenteilung in der Geschäftsführung des Landesverbandes bleibt erhalten. Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin, kümmert sich im Kieler Büro vor allem um die spezialisierten Angebote, die sexuelle Bildung und die fachliche und personelle Weiterentwicklung des Verbandes.

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg

Tel. 04 61 - 90 92 620, lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de   

Broschüre für Jungen

"Der kleine Kumpel packt aus. Nackte Tatsachen für Jungs"

Was passiert eigentlich in der Pubertät? Wie ist das mit dem Penis? Was kann so ein Kondom?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Jungen in der pro familia-Broschüre mit dem Titel „Der kleine Kumpel packt aus! Nackte Tatsachen für Jungs”. Die Comicfigur der kleine Kumpel begleitet interessierte Jungs in einfacher Sprache und mit ansprechenden Zeichnungen.

Auf 36 Seiten finden Jungen auch bei wenig Lesebegeisterung Wissenswertes zu körperlichen Veränderungen in der Pubertät, zu Verhütung ungewollter Vaterschaft und HIV. Die Broschüre enthält auch Adressen von Beratungsstellen und Internetseiten, die Jugendlichen zuverlässige Informationen zu den Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität anbieten.

Die Aufklärungsbroschüre entstand im Rahmen der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia Lübeck aus den häufigsten Fragen der Jungen zwischen 10 und 16 Jahren. Für das Konzept und die Inhalte ist das sexualpädagogische Team der pro familia Lübeck verantwortlich. Gestaltung und Illustration stammen von Dennis Lorenz. Die pro familia dankt der Michael-Haukohl-Stiftung, Förderung von Jugendlichen in Bildung, Erziehung und Sport. Sie ermöglichte in Lübeck die Jungenarbeit und die Erstellung dieser Broschüre. 

Sehr gute Bewertung

Die Broschüre 'Der kleine Kumpel packt aus! – Nackte Tatsachen für Jungs' wurde im Mai 2009 von jeweils 30 Hauptschülern und Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einem ausführlichen Frageprogramm in persönlichen Gesprächen bewertet. Die bundesweit durchgeführte Untersuchung fand bei den Jugendlichen zu Hause statt.

Insgesamt erfährt die Broschüre eine hohe Akzeptanz: 67% der Hauptschüler und 70% der Gymnasiasten urteilen in der Gesamtbewertung mit 'sehr gut' bzw. 'gut'.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem 'kleinen Kumpel' eine Aufklärungsbroschüre entwickelt wurde, die nicht nur bildungsferne Jungen, sondern auch Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren kurz und verständlich, trotzdem umfangreich und auf eine angenehm lockere Art und Weise über das Thema Sexualität informiert.

Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt. Die Projektleitung wurde dem Alpha-Institut aus Mainz übertragen.

Weitere Infos:

pro familia-Beratungsstelle Lübeck, Tel. 04 51 – 62 33 09, luebeck[at]nospamprofamilia.de

Bestellung

Die Broschüre kann bestellt werden unter jungenbroschuere.de und der-kleine-kumpel-packt-aus.de