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Aktuelles

Aktionswochen zum Weltmenopausetag am 18. Oktober 2026 

Die Wechseljahre gehen uns alle an und trotzdem wird noch viel zu selten darüber gesprochen. Mit landesweiten Aktionen und Veranstaltungen setzt pro familia Schleswig-Holstein ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Information und Austausch.

Vom 6. bis 18. Oktober lädt der Landesverband zu Vorträgen, Filmveranstaltungen, Menopausencafés, Kreativangeboten und weiteren Aktionen rund um die Wechseljahre ein. Den Auftakt bildete am 6. Oktober ein Vortrag der Berliner Chefärztin, Buchautorin und Professorin Mandy Mangler, der online und gleichzeitig an acht Orten in Schleswig-Holstein als Public Viewing mit anschließendem persönlichem Austausch stattfand.

Weitere Termine, Infos und Anmeldung finden Sie auf der Seite Veranstaltungen

Neun bis elf Millionen Menschen sind schätzungsweise derzeit in Deutschland in den Wechseljahren. Dennoch werden die damit verbundenen Veränderungen und Beschwerden häufig als individuelles Problem abgetan.

“Betroffene fühlen sich häufig mit ihren Fragen und Unsicherheiten allein”, sagt Anja Erfmann, Fachreferentin von pro familia Schleswig-Holstein für Beratung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz. “Viele leiden unter Beschwerden und kommen erst gar nicht darauf, dass sie etwas mit den Wechseljahren zu tun haben könnten. Wie auch - wenn sogar medizinischen Fachkräften manchmal die nötige Sensibilisierung fehlt.” Laut einer US-amerikanischen Umfrage haben 40% der Befragten in den frühen Wechseljahren Schwierigkeiten, einen Arzt/eine Ärztin zu finden, der/die ihre Beschwerden ernst nimmt.

Dagmar Steffensen, Geschäftsführerin des Landesverbands, betont: “Die Lebensphase Wechseljahre wird gesellschaftlich zu wenig wahr- und ernstgenommen. Der Anspruch an betroffene Frauen lautet wie so oft: Funktioniert einfach weiter. Das kritisiert pro familia und bietet den Frauen Unterstützung an. Und wir wollen den Betroffenen zeigen: Du bist nicht allein!”

Die Liste der möglichen Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren ist lang. Häufig genannt werden Hitzewallungen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Arthrose, eine verminderte Libido, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Erschöpfung oder Stimmungsschwankungen. 90% der Betroffenen leiden unter mindestens einem Symptom.

Viele Betroffene müssen aufgrund der Beschwerden ihre Arbeitszeit reduzieren oder früher in Rente gehen. Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht schätzt die dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten auf 9,4 Milliarden Euro im Jahr und sieht dringenden Handlungsbedarf im betrieblichen Gesundheitsmanagement und in der Politik.

“Wechseljahre gehen uns alle an. Als Betroffene, Partner*innen, Familienmitglieder, Kolleg*innen oder Freund*innen. Mehr Wissen hilft, Vorurteile abzubauen und Verständnis zu schaffen. Wer informiert ist, kann besser für sich selbst sorgen und andere unterstützen”, so die Beraterin Erfmann.

Deshalb gehe es bei den Aktionswochen darum, die Wechseljahre als gesamtgesellschaftliches Thema in den Fokus zu rücken. Die vielfältigen Veranstaltungen sollen Betroffenen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und sie ermächtigen, selbstbestimmt einen für sie passenden Umgang mit dieser Lebensphase zu finden. 

Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 – 90 92 620
lv.schleswig-holstein@profamilia.de

Jubiläumsfeier in Kiel -  “Wir brauchen pro familia heute mehr denn je”  

Unter dem Motto “Für eine aufgeklärte Gesellschaft” hat pro familia Schleswig-Holstein am 24. September mit prominenter Unterstützung aus Politik und Gesellschaft das 60-jährige Bestehen im Wissenschaftszentrum Kiel gefeiert. Die Moderation übernahm Harriet Heise, Fernsehmoderatorin und Journalistin. Den Grußworten folgten eine Vorstellung der Arbeitsbereiche Schwangerschaftskonfliktberatung durch Fachreferentin Anja Erfmann und Sexuelle Bildung durch Fachreferent Andreas Glöel sowie der Arbeitsbereiche Unterstützung für von sexualisierter/häuslicher Gewalt Betroffenen durch Susanne Puls, Leiterin der pro familia-Fachstelle Gewalt in Itzehoe, und der Täterarbeit durch Anika Redolfi, Fachbereichsleitung Täterarbeit Süd.

Für Unterhaltung sorgte Kabarettist Florian Hacke. Er machte sich mit komödiantischen Beiträgen für mehr Verantwortung von Vätern in der Familie und gegen Femizide stark. 

Die Botschaft des Tages: Aufklärung, Vielfalt und sexuelle Selbstbestimmung müssen gerade in polarisierten Zeiten entschlossen verteidigt werden. 

Genau deshalb seien Sexuelle Bildung, Beratung und der Zugang zu verlässlichen Informationen so wichtig, betonte Wanzeck-Sielert, Vorsitzende des Landesverbandes. “Wissen über Rechte, Vielfalt und Selbstbestimmung ermöglicht, dass Menschen selbst entscheiden können, ihre eigenen Grenzen erkennen und vor allem die der anderen respektieren. Ein respektvolles, gleichberechtigtes Zusammenleben in einer offenen, vielfältigen Gesellschaft muss immer wieder neu verteidigt werden."

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré (Bündnis90/Die Grünen) und Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken (SPD) dankten in ihren Grußworten pro familia für den fortwährenden Einsatz für die sexuelle Selbstbestimmung und bezogen klar Position für Gleichberechtigung. 

Touré sprach vor allem den aktuell spürbaren Gegenwind gegen progressive gesellschaftliche Positionen an: “Bei jedem Schritt nach vorn wird es immer Menschen geben, die am liebsten fünf Schritte zurückgehen wollen. Das heißt aber nicht, dass wir tatsächlich zurückgehen, sondern das heißt, wir müssen noch mehr Anschwung nehmen, um nach vorne zu kommen.”

Damit bezog sie sich unter anderem auf den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch, der endlich rechtlich abgesichert sein müsse. In einem sehr persönlichen Statement sprach sie davon, wie es für sie selbst war, im vergangenen Jahr Mutter zu werden: “Das war der schönste Moment meines Lebens, festzustellen, dass ich ein Kind bekommen werde. Gerade deshalb bin ich nur noch radikalisierter, wenn es um die Frage geht, über den eigenen Körper bestimmen zu dürfen."

Gerwin Stöcken hob die Arbeit von pro familia im Bereich Häusliche Gewalt hervor und lobte das Projekt Tandem-Teams, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Bildungsangebote rund um Sexualität bereitstellen. Vor allem sprach er über die Rolle von pro familia bei der Aufklärung zu Themen rund um Sexualität: "Wir brauchen pro familia heute mehr denn je, denn Aufklärung bedeutet, Menschen zu befähigen, selbst zu entscheiden und in einer Beziehung verantwortlich miteinander umzugehen."

Mit dem Jubiläum will pro familia daher auch den Blick auf aktuelle und künftige Herausforderungen richten. Daran mangelt es nicht: Der sexuellen Bildung von Jugendlichen schlägt im gesellschaftlichen Diskurs zunehmend Misstrauen entgegen. Seit März dieses Jahres werden im Flensburger Krankenhaus keine Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt, wodurch sich die Versorgungslage in der Stadt enorm verschlechtert hat. Immer mehr Kommunen streichen die Kostenübernahme von Verhütung für Geringverdienende. “Dabei sei Schleswig-Holstein schon früh sehr fortschrittlich in diesem Bereich gewesen”, sagte die Geschäftsführerin des pro familia-Bundesverbandes, Jutta Güldenpfennig, beim Festakt. "Hier braucht es endlich den mutigen, großen Wurf auf Bundesebene! Der Wind ist rauer geworden. Doch mit Wind kennt ihr euch aus hier im Norden. Nach 60 Jahren kein bisschen leiser werden!"

Seit 1966 setzt sich pro familia in Schleswig-Holstein für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte ein. Alles begann mit einigen Ärzt*innen, die ehrenamtlich ungewollt Schwangere berieten, zu einer Zeit, in der Sexualität ein Tabu, Verhütung schwer zugänglich und Schwangerschaftsabbrüche noch stärker kriminalisiert wurden. Seitdem hat sich pro familia zum führenden Fachverband rund um die Themen Sexualität, Liebe, Partnerschaft, Schwangerschaft, Familie und Sexuelle Bildung entwickelt.

An landesweit 13 Standorten stellt der Verband ein breites und niedrigschwelliges Beratungs- und Bildungsangebot bereit. Drei Fachambulanzen bieten Täterarbeit an und in sieben weiteren spezialisierten Einrichtungen finden Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von sexualisierter/häuslicher Gewalt betroffen sind, Unterstützung.

2025 erreichte pro familia rund 26.500 Menschen in Schleswig Holstein: 12.745 davon mit Beratungs- und Therapieangeboten und 13.711 Jugendliche, Eltern, Fachkräfte und Erwachsene mit Behinderung mit den vielfältigen Angeboten der Sexuellen Bildung.

Weitere Informationen zur Arbeit des Landesverbandes im Jahresbericht:
Jahresbericht 2025

pro familia Schleswig-Holstein
Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620
lv.schleswig-holstein@profamilia.de

Bild: Jubiläumsveranstaltung- Vorstand und Geschäftsführung
Freuen sich über viel Anerkennung: Jutta Güldenpfennig, Geschäftsführerin pro familia Bundesverband, Dagmar Steffensen, Geschäftsführerin pro familia SH, Christa Wanzeck-Sielert, Vorsitzende pro familia SH, Thorsten Prümm, Geschäftsführer pro familia SH

Anlässlich des Safe Abortion Day am 28. September forderte pro familia Schleswig-Holstein politische Schritte zur Sicherung der Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen. Hintergrund ist u.a. die angespannte Situation in Flensburg, wo keine operativen Schwangerschaftsabbrüche mehr im Krankenhaus durchgeführt werden.

Rund um den Internationalen Safe Abortion Day fanden in Schleswig-Holstein mehrere Veranstaltungen statt, die über Schwangerschaftsabbrüche, reproduktive Gesundheit und die aktuelle Versorgungslage informierten.

“Der Safe Abortion Day erinnert daran, dass Schwangerschaftsabbrüche Teil der medizinischen Grundversorgung sein müssen”, so Anja Erfmann, Fachreferentin des Landesverbandes für Beratung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz. Für ungewollt Schwangere in Flensburg sei der Zugang dazu nicht mehr verlässlich und ausreichend gewährleistet. Sie müssten für einen Schwangerschaftsabbruch den Weg in benachbarte Städte auf sich nehmen – ein Problem insbesondere für Schwangere in prekären Lebenslagen, mit geringen Deutschkenntnissen, für junge Menschen und Alleinerziehende .

“Eine Operation in einer anderen Stadt bringt zusätzliche organisatorische, zeitliche und finanzielle Anforderungen mit sich – in einer eh schon belastenden Ausnahmesituation", erklärt Jane Jöns, Leitung der pro familia-Beratungsstelle in Flensburg. ”Wenn beispielsweise kleine Kinder betreut werden müssen oder kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung steht, stellt das eine erhebliche Hürde dar." Die Stadt Flensburg übernimmt deshalb nun die Fahrtkosten. "An der Umsetzung hapert es allerdings noch“, so Jöns. Die Stadt suche in Abstimmung mit den Beratungsstellen nach Wegen, den Zugang zu erleichtern. 

Um ungewollt Schwangere mit der schwierigen Situation nicht allein zu lassen, startet pro familia Flensburg ab Oktober das Projekt “pro support”, ebenfalls finanziert von der Stadt. Ausgebildete Ehrenamtliche sollen Betroffene mit praktischer Unterstützung rund um den Schwangerschaftsabbruch zur Seite stehen, etwa bei Terminorganisation, Autofahrten oder Kinderbetreuung. Klar ist: All das kann nur eine Übergangslösung sein. 

“Schleswig-Holstein muss seiner Verantwortung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz nachkommen und eine wohnortnahe Versorgung verlässlich sicherstellen”, betont Dagmar Steffensen, Geschäftsführerin des Landesverbandes. 

Zur prekären Versorgungslage kommen Einsparungen bei der Kostenübernahme von Verhütung hinzu. Immer mehr Kommunen und Kreise in Schleswig-Holstein stellen diese Leistung für Geringverdienende ein - so der Kreis Steinburg Anfang 2024, die Stadt Lübeck im Herbst 2025, der Kreis Segeberg im März 2026. “Der Zugang zu Verhütung ist Teil der Sexuellen und Reproduktiven Rechte”, so Steffensen. "Wer diesen einschränkt, handelt nicht nur gegen die sexuelle Selbstbestimmung, sondern auch politisch kurzsichtig."

Der Internationale Safe Abortion Day, erstmalig 1990 in Lateinamerika für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen begangen, macht seitdem weltweit auf den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen und reproduktiver Gesundheitsversorgung aufmerksam. Auch in Deutschland ist das Ziel noch nicht erreicht. Sowohl die WHO als auch der Europarat haben Deutschland bereits mehrmals für die fortbestehende Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Strafgesetzbuch abgemahnt.

pro familia Schleswig-Holstein fordert die Landesregierung auf:

  • sich im Bundesrat für die Abschaffung des §218 StGB und für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen einzusetzen,
  • darauf hinzuwirken, dass Schwangerschaftsabbrüche Teil der medizinischen Grundversorgung werden,
  • bestehende Versorgungslücken in Schleswig-Holstein, insbesondere in Flensburg, zeitnah zu schließen,
  • darauf hinzuwirken, dass die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen verbindlicher Bestandteil der medizinischen Ausbildung wird.

“Reproduktive Rechte sind Menschenrechte”, betont Anja Erfmann. “Sie werden jedoch zunehmend infrage gestellt. Die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeigen wieder einmal, wie wichtig es ist, sie zu stärken und institutionell abzusichern.”

Bundesweit rief das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung zu dezentralen Aktionen auf. Für pro familia Schleswig-Holstein, Teil des Bündnisses, steht dabei insbesondere die Situation in Flensburg im Fokus. Dort werden seit der Übernahme des Flensburger Krankenhauses durch den katholischen Malteser-Orden im März 2026 keine operativen Schwangerschaftsabbrüche mehr durchgeführt.

Zur gesamten Thematik hat der Landesverband eine Pressemitteilung herausgegeben. 

Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 – 90 92 620
lv.schleswig-holstein@profamilia.de

Info zur neuen elektronischen Patientenakte (ePA)

Ab dem 29.04.2025 kann die elektronische Patientenakte (ePA) bundesweit genutzt werden. Darin können auch Schwangerschaftsabbrüche gespeichert werden.

Wenn Sie einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen, können Sie entscheiden, ob dieser in der elektronischen Patientenakte vermerkt wird. Wenn die Daten in der ePA gespeichert sind, kann über das Einlesen der Karte jahrelang einsehbar sein, dass Sie einen Schwangerschaftsabbruch hatten. Denn Daten aus der ePA werden nicht nach 10 Jahren gelöscht.

Ärzt*innen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen, müssen Sie darauf hinweisen, dass Sie entscheiden können, ob die Daten in der elektronischen Patientenakte gespeichert werden sollen oder nicht. Die Praxis selbst muss die Information dokumentieren, aber nur in der praxisinternen Akte.

Fragen Sie Ihre Ärzt*in und nehmen Sie Ihr Recht wahr. 

Weitere Informationen: https://www.profamilia.de/angebote-vor-ort/schleswig-holstein

pro familia fordert gleichberechtigten Zugang zur reproduktiven Gesundheitsversorgung in ganz Deutschland

Verhütung darf kein Luxus sein, ein Schwangerschaftsabbruch keine Tagesreise bedeuten. Doch für viele Menschen in Deutschland ist genau das Realität – auch in Schleswig-Holstein. In Flensburg werden durch die Übernahme des DIAKO-Krankenhauses durch den katholischen Malteser-Orden seit dem 1. März keine ambulanten Schwangerschaftsabbrüche mehr angeboten. “Das bedeutet eine gravierende Verschlechterung der medizinischen Grundversorgung”, sagt Lina Jenner, Fachreferentin für Beratung nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz von pro familia Schleswig-Holstein.

Schwangerschaftsabbruch: Versorgungslücken sind Realität
In den vergangenen 15 bis 20 Jahren erlebte Schleswig-Holstein einen deutschlandweit zu beobachtenden Trend: Immer weniger Praxen boten Schwangerschaftsabbrüche an. In den Kreisen Nordfriesland und Herzogtum-Lauenburg müssen ungewollt Schwangere für einen Abbruch weite Wege auf sich nehmen. Gerade Alleinerziehende mit kleinen Kindern oder Menschen mit geringem Einkommen stellt das vor große Herausforderungen. In Kiel und Flensburg halbierte sich die Zahl der Anlaufstellen. Ungewollt Schwangere mussten wegen der schlechten Versorgungslage bereits vor der Krankenhausübernahme oft auf die Kliniken in Schleswig und Husum ausweichen. Die Wartezeiten auf einen Termin betragen dort bis zu zweieinhalb Wochen. Angesichts der engen Fristen kann das einen Schwangerschaftsabbruch unmöglich machen. Nun wird sich diese Situation noch verschärfen.

“Rechtlich zulässige Eingriffe dürfen nicht von der weltanschaulichen Ausrichtung einzelner Träger abhängig gemacht werden – schon gar nicht, wenn Einrichtungen weitgehend öffentlich finanziert sind. Es kann nicht sein, dass kirchliche Vorgaben faktisch darüber entscheiden, ob Frauen* ihre gesetzlich verankerten Rechte wahrnehmen können.”

Die Bundesländer sind gesetzlich verpflichtet, eine ausreichende medizinische Versorgung sicherzustellen. Dieser Auftrag wird unter anderem dort gefährdet, wo konfessionelle Kliniken Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich nicht durchführen. Es liegt in der Verantwortung der Länder, zu prüfen, ob dadurch Versorgungslücken entstehen – und diese im Nachgang zu schließen.

Verhütung: Die Postleitzahl entscheidet
Auch die seit langem von pro familia geforderte bundesweite gesetzliche Verankerung der Kostenübernahme von Verhütung für Geringverdienende lässt immer noch auf sich warten. “Selbstbestimmte Familienplanung hängt hierzulande vom Wohnort und vom Einkommen ab”, kritisiert pro familia. “400 bis 600 Euro für das Einsetzen der Spirale – derartige Kosten sind für Geringverdienende oder Empfänger*innen der neuen Grundsicherung nicht zu stemmen.” 

Die in verschiedenen Kommunen bzw. Kreisen einst eingerichteten Angebote der Kostenübernahme sind zunehmend von Kürzungen bedroht bzw. schon gestrichen wie in Lübeck und im Kreis Steinburg. Im Kreis Segeberg stellte die CDU kürzlich einen Antrag, um die Kostenübernahme abzuschaffen - Ausgang noch offen. Dabei war Schleswig-Holstein einst fortschrittlich beim Thema Kostenübernahme. Doch die regionalen Leistungen sind freiwillig, befristet und abhängig von der jeweiligen Haushaltslage. 

“Bei der Kostenübernahme von Verhütung zu kürzen, ist politisch kurzsichtig”, sagt Lina Jenner. “Die gesellschaftlichen Folgekosten von ungewollten Schwangerschaften sind ungemein höher. Der Zugang zu Verhütung ist ein unverzichtbarer Teil der sexuellen Selbstbestimmung und darf nicht vom Wohnort abhängen.”

Politische Zusagen müssen umgesetzt werden
Die Regierung hat im Koalitionsvertrag eine Kostenübernahmeregelung für Schwangerschaftsabbrüche in Aussicht gestellt. Bis jetzt sind sie eine Privatleistung von mehreren Hundert Euro. Diesen Ankündigungen müssen konkrete gesetzliche Schritte folgen

Der Verband fordert die Politik auf, einen gleichberechtigten Zugang zur reproduktiven Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Dazu gehören eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Kostenübernahme von Verhütung, die vollständige Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen, eine flächendeckende, wohnortnahe medizinische Versorgung und eine klare Wahrnehmung der Versorgungsverantwortung durch die Bundesländer. Der Zugang zur reproduktiven Gesundheitsversorgung darf kein Zufall sein. Er ist Voraussetzung für Gleichstellung – in Deutschland und weltweit.

Weitere Informationen:
pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620
lv.schleswig-holstein@profamilia.de 

 

Mit einer neuen Initiative will pro familia die Forderung nach kostenfreien Verhütungsmitteln erneut in die politische Diskussion bringen. Gemeinsam mit Better Birth Control e.V. hat der pro familia Bundesverband am 8. März 2025 eine Petition, gerichtet an die neue Bundesregierung, auf innnit.de gestartet. 

“Wir fordern, dass jede*r die Möglichkeit haben sollte, sich frei, unabhängig vom Geld, für ein Verhütungsmittel zu entscheiden. Die Kosten für Verhütungsmittel sollen von den Krankenkassen übernommen werden – für alle, unabhängig von Alter, Geschlecht und Einkommen.”

Den vollständigen Text der Petiton: https://innn.it/kostenlose-verhuetung

Unterzeichnen Sie jetzt!

2025 hat pro familia Schleswig-Holstein mit dem umfangreichen Angebot insgesamt 26.456 Menschen informiert und unterstützt – davon 12.745 Menschen mit den Angeboten an Beratung- und Therapie, 13.711 Menschen mit Veranstaltungen im Bereich der Sexuellen Bildung.

Ausführliche Infos zur Arbeit des Landesverbandes, der landesweit 13 Beratungsstellen und der 10 spezialisierten Einrichtungen gegen Gewalt, finden Sie im Jahresbericht - hier als PDF: Jahresbericht

Seit 2026 bilden die pro familia-Einrichtungen LÖWENHERZ und WAGEMUT mit der Psychosozialen Prozessbegleitung sowie die Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Kreis Schleswig-Flensburg das Kinderschutzzentrum Flensburg.

Über die Arbeit der Teams informiert nun ein Film, produziert von Capt'n Capture GmbH, FILMAGENTUR AM HAFEN.

Den Film finden Sie als mp4-Datei auf folgender Seite:
Film über die Arbeit von pro familia Kinderschutz Flensburg

Neben der finanziellen Förderung u.a. durch Stadt und Land sind diese Einrichtungen auf Spenden angewiesen. Wie Sie die Arbeit gegen sexualisierte/häusliche Gewalt unterstützen können, erfahren Sie auf der Seite zum Förderverein:
Förderverein pro familia Kinderschutz Flensburg.

Den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt stärken, ist Ziel des „Förderverein pro familia Kinderschutz Flensburg e.V.“

Er leistet aktiven Kinderschutz und unterstützt gezielt die pro familia-Einrichtungen WAGEMUT, LÖWENHERZ und Childhood-Haus. Ziel ist auch, die Präventionsangebote weiterzuentwickeln und auszubauen.

Die Einrichtungen benötigen finanzielle Unterstützung, um dem Bedarf von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, damit diese ihre Rechte umsetzen können.

Der Satzungszweck wird insbesondere verwirklicht durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Sammlungen. Dabei ist entscheidend, dass der Förderverein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke verfolgt.

Wenn auch Sie sich für den Kinderschutz in Flensburg engagieren möchten, als Mitglied, mit einer Spende oder einer Aktion, rufen Sie uns an. Wir freuen uns auf Sie!

Spendenkonto: Nord-Ostsee Sparkasse
IBAN: DE18 2175 0000 0166 5591 79

Weitere Infos, Formular für die Mitgliedschaft, Flyer:
Förderverein pro familia Kinderschutz Flensburg e.V.

Kontakt:
pro familia Schleswig-Holstein
Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg
Tel. 0461 – 90 92 620
lv.schleswig-holstein@profamilia.de

Dank einer Spende konnte die Flensburger pro familia-Einrichtung WAGEMUT zum Thema Sexualisierte Gewalt und Hilfe für betroffene Kinder und Jugendliche diesen Film produzieren lassen.

“Das Schweigen brechen” zeigt in einfühlsamer Weise die bedrückende Situation einer betroffenen jungen Frau. Doch schon der Titel will motivieren: Es gibt einen Ausweg. “Du bist nicht allein” ist eine Kernaussage des Films. 

Eingeblendet wird am Ende der Kontakt zu WAGEMUT. Der Name ermutigt, das Schweigen zu brechen und sich anderen anzuvertrauen. Das Team bietet professionelle Beratung für Kinder und Jugendliche zu sexualisierter Gewalt an. 

Der Film ist auf dieser Seite zu sehen: Film-Das Schweigen brechen 

Auch auf TikTok und Instagram ist der Film über die profamilia SH accounts zu finden. Geplant sind eine Präsentation auf youtube und im Kino. 

 

Für Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern hat pro familia in Zusammenarbeit mit den Betroffenen und mit anderen Institutionen vor Ort Wegweiser erstellt.

In einem handlichen Format informiert der Leitfaden kompakt und übersichtlich, z.B. mit einer Checkliste, was vor und nach der Geburt zu tun ist, über Anlauf- und Beratungsstellen vor Ort und über Einrichtungen, die für das Leben mit einem Kind wichtig sind. Mit deutlicher Kennzeichnung auf dem integrierten Stadtplan sind die Adressen schnell zu finden.

Dank finanzieller Unterstützung der "Kroschke Kinderstiftung", der pro familia-Pfandbonspendenaktion „Pfandtastisch helfen!“ in Edekamärkten und/oder weiterer Institutionen vor Ort sind die Wegweiser kostenlos. Sie liegen in entsprechenden Beratungsstellen, Frauen- und Kinderarztpraxen, bei Hebammen, in der Bücherei und im Rathaus aus. Sie sind auch auf der Website der entsprechenden pro familia-Beratungsstelle als PDF verfügbar.

Infopläne für Schwangere und Familien in:

pro familia fordert neue Hilfe zur Familienplanung

Zunehmend verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Verhütung darf aber nicht am Geld scheitern. Jeder Mensch hat das Recht, unabhängig von seinem sozialen Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die zu ihm passt, größtmögliche Sicherheit bietet und für ihn gesundheitlich verträglich ist.

Seit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004 haben Personen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, keine Möglichkeit mehr, eine Hilfe zur Familienplanung zu beantragen. Und die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel nur für Jugendliche bis zum vollendeten 22. Lebensjahr.

Auf diesen Missstand hat pro familia immer wieder hingewiesen. Der Verband fordert eine bundesweit einheitliche, gesetzlich verankerte Hilfe zur Familienplanung.

Projekte zur Kostenübernahme in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, im Kreis Segeberg, in Neumünster, in Kiel, in Lübeck, in Geesthacht, im Kreis Herzogtum Lauenburg, im Kreis Nordfriesland und im Kreis Stormarn. Weitere Informationen zu den Angeboten in Ihrer Nähe finden Sie auf der Seite Kostenübernahme von Verhütung

Modellprojekt biko in Lübeck

Die Hansestadt war einer von sieben Standorten, die an dem bundesweiten Modellprojekt "biko – Beratung, Information und Kostenübernahme von Verhütung" des pro familia Bundesverbandes e.V. teilnahmen.

Das Projekt biko, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), soll u.a. zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Diese Erhebung könnte die Grundlage für eine bundesweite Regelung bilden. Neben Lübeck wurden für das Projekt die Standorte Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt (Altern) ausgewählt. Umfassende Infos zum Modellprojekt "biko": www.biko-verhuetung.de/

Die finanziellen Mittel von Kommunen für eine Kostenübernahme von Verhütung für Menschen mit wenig Geld stehen zunehmend auf der Kippe. Aktuelle Infos erhalten Sie in den unten genannten pro familia-Beratungsstellen.

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein hat die Stadt Flensburg 2009 ein Projekt zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für ihre Einwohner*innen ab 22 Jahren eingerichtet, die staatliche Leistungen erhalten oder ein geringes Einkommen (unterhalb einer festgesetzten Grenze) haben. Für die Umsetzung ist die pro familia-Beratungsstelle Flensburg zuständig. Sie prüft anhand aktueller Bescheide, ob die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, nimmt den Kostenvoranschlag oder das Rezept der Arztpraxis entgegen und stellt im positiven Fall eine Bescheinigung aus. Die Betroffenen legen diese bei der Apotheke oder der Arztpraxis vor und müssen dann das Verhütungsmittel nicht bezahlen.

Wie groß der Bedarf ist, bestätigt die hohe Zahl der Anträge. Fast alle Antragsteller*innen beziehen Bürgergeld und hätten sich vor allem die kostenintensive Verhütung mit Hormonspirale, Implanon oder eine Sterilisation nicht leisten können.

Diese Problematik taucht zunehmend in der Beratung auf. Häufig verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Da bislang alle Initiativen auf bundespolitischer Ebene gescheitert sind, haben Kommunen und Kreise vorerst Projekte zur Kostenübernahme geschaffen.

Projekte in Schleswig-Holstein

Bitte erfragen Sie in der Beratungsstelle vor Ort - siehe unten - den aktuellen Stand der bislang bestehenden Projekte in Flensburg, Kiel, Neumünster, Lübeck, Norderstedt, Geesthacht bzw. im Kreis Herzogtum Lauenburg, in den Kreisen Segeberg, Nordfriesland und Stormarn.

Weitere Informationen in den pro familia-Beratungsstellen vor Ort:

Flyer: Auf der Seite Kostenübernahme von Verhütung im Menü der jeweiligen Beratungsstelle finden Sie weitere Infos und den entsprechenden Flyer.

pro familia, der Fachverband für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung, ist ein gemeinnütziger, konfessionell und parteipolitisch unabhängiger Verein. Er hat sich der Umsetzung der Menschenrechte verpflichtet. pro familia tritt für die Interessen von Ratsuchenden in jeder Lebensform ein, für die Belange von Familien und für soziale Gerechtigkeit.

pro familia Schleswig-Holstein besitzt ein breites Angebotsspektrum für Menschen mit und ohne Behinderung, jeden Alters und Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung und Identität, ungeachtet der Herkunft und Religion.

Der Landesverband ist Träger von 21 Einrichtungen: 13 Beratungsstellen und acht spezialisierten Einrichtungen gegen sexualisierte und/oder häusliche Gewalt. Die pro familia-Beratungsstellen übernehmen gesetzliche Aufgaben, die sich aus dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) ergeben.

Erstmals hat der Landesverband seine Grundsätze der Beratung und des gesellschaftspolitischen Engagements sowie sein umfangreiches Beratungsangebot in einem Positionspapier veröffentlicht.

Die Position Beratung ist in allen pro familia-Beratungsstellen und in der Landesgeschäftsstelle erhältlich. Hier als PDF: Position Beratung

pro familia Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit bisher 130 Institutionen, Fachgesellschaften und Einzelpersonen die Stellungnahme der Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp) unterzeichnet.

Die Stellungnahme “Für eine starke Sexuelle Bildung: Schutz, Aufklärung und Menschenrechte sichern” richtet sich gegen einen Vorstoß der AfD:

"Wir wenden uns entschieden gegen politische Bestrebungen, Sexuelle Bildung für Kinder einzuschränken sowie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu negieren, wie es zuletzt die AfD in der Drucksache 20/14717 (31.01.2025)1 formulierte. Diesen Vorstoß der AfD sehen wir als einen massiven Rückschritt hinter ein wissenschaftlich fundiertes Sexualitätsverständnis und grundlegende sexuelle und reproduktive Menschenrechte.

Für die sexuelle Integrität und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist eine umfassende, altersadäquate und diversitätsbewusste Sexuelle Bildung von großer Bedeutung. Auch belegen wissenschaftliche Studien (FEMM 20222), dass Sexuelle Bildung maßgeblich zur Geschlechtergerechtigkeit, zur Prävention geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt sowie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Menschen beiträgt." 

"Sexuelle Bildung ist ein fundamentales Menschenrecht, das sowohl in internationalen Menschenrechtsabkommen als auch in der nationalen Gesetzgebung verankert ist… Sexuelle Bildung schützt vor Missbrauch, Gewalt und Diskriminierung, fördert Selbstbestimmung und kann zu einer gleichberechtigten und respektvollen Gesellschaft beitragen. 

Wir appellieren an alle politischen Entscheidungsträger*innen, sich für eine evidenzbasierte, umfassende und altersgerechte Sexuelle Bildung einzusetzen, die die Rechte und das Wohl jedes Einzelnen schützt und fördert."

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier als PDF: Stellungnahme der gsp

Broschüre für Jungen

"Der kleine Kumpel packt aus. Nackte Tatsachen für Jungs"

Was passiert eigentlich in der Pubertät? Wie ist das mit dem Penis? Was kann so ein Kondom?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Jungen in der pro familia-Broschüre mit dem Titel „Der kleine Kumpel packt aus! Nackte Tatsachen für Jungs”. Die Comicfigur der kleine Kumpel begleitet interessierte Jungs in einfacher Sprache und mit ansprechenden Zeichnungen.

Auf 36 Seiten finden Jungen auch bei wenig Lesebegeisterung Wissenswertes zu körperlichen Veränderungen in der Pubertät, zu Verhütung ungewollter Vaterschaft und HIV. Die Broschüre enthält auch Adressen von Beratungsstellen und Internetseiten, die Jugendlichen zuverlässige Informationen zu den Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität anbieten.

Die Aufklärungsbroschüre entstand im Rahmen der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia Lübeck aus den häufigsten Fragen der Jungen zwischen 10 und 16 Jahren. Für das Konzept und die Inhalte ist das sexualpädagogische Team der pro familia Lübeck verantwortlich. Gestaltung und Illustration stammen von Dennis Lorenz. Die pro familia dankt der Michael-Haukohl-Stiftung, Förderung von Jugendlichen in Bildung, Erziehung und Sport. Sie ermöglichte in Lübeck die Jungenarbeit und die Erstellung dieser Broschüre. 

Sehr gute Bewertung

Die Broschüre 'Der kleine Kumpel packt aus! – Nackte Tatsachen für Jungs' wurde im Mai 2009 von jeweils 30 Hauptschülern und Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einem ausführlichen Frageprogramm in persönlichen Gesprächen bewertet. Die bundesweit durchgeführte Untersuchung fand bei den Jugendlichen zu Hause statt.

Insgesamt erfährt die Broschüre eine hohe Akzeptanz: 67% der Hauptschüler und 70% der Gymnasiasten urteilen in der Gesamtbewertung mit 'sehr gut' bzw. 'gut'.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem 'kleinen Kumpel' eine Aufklärungsbroschüre entwickelt wurde, die nicht nur bildungsferne Jungen, sondern auch Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren kurz und verständlich, trotzdem umfangreich und auf eine angenehm lockere Art und Weise über das Thema Sexualität informiert.

Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt. Die Projektleitung wurde dem Alpha-Institut aus Mainz übertragen.

Weitere Infos:

pro familia-Beratungsstelle Lübeck, Tel. 04 51 – 62 33 09, luebeck@profamilia.de

Bestellung

Die Broschüre kann bestellt werden unter jungenbroschuere.de und der-kleine-kumpel-packt-aus.de

Ihre Majestät Königin Silvia von Schweden, Gründerin der World Childhood Foundation, hat am 6. Februar das Childhood-Haus Flensburg besucht.

Der Besuch Ihrer Majestät stand im Zeichen des fachlichen Austauschs zur multidisziplinären Zusammenarbeit im Childhood-Haus sowie zur Weiterentwicklung von Kinderschutz und Kinderrechten. “Das Childhood-Haus Flensburg ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie gute Voraussetzungen und Netzwerke genutzt, Herausforderungen gemeinsam erkannt und Lücken in den Systemen geschlossen werden können”, sagte Ihre Majestät Königin Silvia von Schweden in ihrer Ansprache. 

Große Anerkennung gab es auch von Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, sowie von Prof. Dr. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein.

Weiterfinanzierung gesichert
"Der Besuch Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden ist für uns eine wichtige Anerkennung der täglichen Arbeit im Childhood-Haus Flensburg", sagte Dagmar Steffensen, stellv. Geschäftsführerin von pro familia Schleswig-Holstein. "Auch dank ihrer Anwesenheit haben wir nun eine Zusage für die Weiterfinanzierung des Childhood-Hauses und ein Bündnis für Kinderschutzmedizin in Flensburg."

Ausführliche Informationen zum Besuch der Königin, Foto und Pressemitteilung finden Sie auf folgender Seite: Childhood-Haus-Flensburg-Aktuelles

Der pro familia Bundesverband hat gemeinsam mit 72 Verbänden einen Appell an die Abgeordneten der demokratischen Parteien im Deutschen Bundestag veröffentlicht. Darin fordern die Verbände die Parlamentarier*innen auf, den interfraktionellen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs zu unterstützen, den 236 Abgeordnete eingebracht hatten.

Die Verbände begrüßen die im Gesetzentwurf vorgeschlagenen Änderungen, die den Zugang von ungewollt Schwangeren zu einem Schwangerschaftsabbruch sicherstellen und Hürden im Gesundheitssystem abbauen sollen.

Der pro familia Bundesverband hat dazu folgende Pressemitteilung herausgegeben:
Pressemitteilung-Gesetzentwurf-Neuregelung-Schwangerschaftsabbruch

Weitere Infos finden Sie auf folgender Seite:
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Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen muss verbessert werden

Frauen haben ein Recht auf selbstbestimmte Familienplanung. Dieses Menschenrecht darf nicht beschnitten werden. Daher muss die Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen dringend verbessert werden, fordert pro familia Schleswig-Holstein.

„Die Situation für Frauen, die sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden haben, verschlechtert sich jedoch weiter - und das, obwohl schon seit einiger Zeit mehrere Verbände auf akuten Handlungsbedarf hinweisen“, kritisiert Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes.

„Wenn die Politik nicht bald handelt, droht ein Engpass. Denn nur noch wenige Krankenhäuser führen Schwangerschaftsabbrüche durch, auch öffentlich geförderte Kliniken ziehen sich von dieser Aufgabe zurück. Hinzu kommt ein Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche in gynäkologischen Praxen. Wir erwarten, dass das Land seinem Versorgungsauftrag nachkommt und auch die Kliniken verstärkt in die Pflicht nimmt.“

Die Verpflichtung der Bundesländer ist im §13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) eindeutig festgeschrieben: (2)„Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“ In diesen Einrichtungen muss auch die notwendige Nachbehandlung gewährleistet sein, vgl. §13 (1)  SchKG.

„Doch die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren verlief völlig konträr. Das Angebot in Schleswig-Holstein wurde massiv, um 50 Prozent, abgeschmolzen. Vielerorts gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr für einen Abbruch“, berichtet Steffensen. „Frauen, die sich ohnehin in einer sehr belastenden Lage befinden, müssen immer häufiger weite Wege auf sich nehmen.“

„Als Träger sehen wir mit Sorge, dass Möglichkeiten des Abbruchs weiter zunehmend eingeschränkt werden“, betont Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. „So hat beispielsweise in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik zur Folge, dass dort keine Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen mehr angeboten werden soll. Dies bedeutet eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen im Norden Schleswig-Holsteins.“

„Die Betroffenen werden völlig außer Acht gelassen. Sie stehen aber  unter großem Zeitdruck, da ein Abbruch nur bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche straffrei ist“, sagt Steffensen. „Wir brauchen daher parallel auf Bundesebene eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs, die Frauen und Ärzt*innen nicht länger kriminalisiert und stigmatisiert.“

pro familia fordert eine gesetzliche Regelung außerhalb des Strafgesetzbuchs, die dem Menschenrecht auf selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung entspricht.

Dazu hat der Landesverband am Weltfrauentag eine Pressemitteilung herausgegeben - hier als PDF: Pressemitteilung am Weltfrauentag 2022

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620

lv.schleswig-holstein@profamilia.de 

Weg mit §218! - 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

Schwangerschaftsabbruch: pro familia fordert Neuregelung mit Blick auf Frauenrechte

Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, sind nach §219 StGB verpflichtet, eine Schwangerschaftskonfliktberatung aufzusuchen. „Nach der sogenannten Beratungsregelung bleiben Schwangerschaftsabbrüche straffrei. Das ändert aber nichts daran, dass ihnen der Ruf der Illegalität anhaftet“, kritisiert pro familia Schleswig-Holstein. "Es wird Zeit, über eine alternative Regelung nachzudenken, die ungewollt schwangere Frauen nicht kriminalisiert.“

Seit 150 Jahren ist der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt, verankert am 15. Mai 1871 im Reichsstrafgesetzbuch. pro familia startet gemeinsam mit anderen Verbänden die Kampagne „Weg mit §218! - Recht statt Verurteilung“.

Ende August 2021 fand in Berlin und online der Fachkongress „150 Jahre §218 StGB“ statt. Die Abschlusserklärung als PDF: Abschlusserklärung-Kongress

Bundesweite Online-Veranstaltungen und Termine unter www.wegmit218.de/termine/

2020 nahmen deutlich mehr Frauen eine Schwangerschaftskonfliktberatung bei pro familia in Anspruch. Die Zahl der Abbrüche ist dagegen nur leicht, um 35 auf 3.073, angestiegen. „Unsere Teams in den landesweit 13 Beratungsstellen haben 3.081 Beratungen durchgeführt, fast neun  Prozent mehr als im Vorjahr. Damit führt pro familia im Vergleich mit anderen Trägern den Großteil dieser Beratungen durch“, berichtet Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. Auch während der Pandemie konnte das Angebot der Schwangerschaftskonfliktberatung kontinuierlich aufrechterhalten werden.

„Die Zunahme der Beratungen bei pro familia liegt aber sicher auch daran, dass wir uns öffentlich klar und deutlich für eine ersatzlose Streichung des §219a StGB, für eine angemessene Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen und für das Recht der Frau auf Selbstbestimmung ausgesprochen und eingesetzt haben“, sagt Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes. „Zudem begleiteten wir in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik kritisch, da dies eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen bedeutete.“

Selbstbestimmte Familienplanung ist ein Menschenrecht. Demgemäß hat jede Frau das Recht auf eine freie Entscheidung, ob sie eine Schwangerschaft austragen will oder nicht. „Zur Wahrnehmung dieses Rechts gehört, dass Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs bereitgestellt werden. Da ein Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt wird, ist das Thema von vornherein negativ besetzt, stigmatisierend und moralisch aufgeladen“, betont Steffensen. „Das hat gravierende Folgen auch für die Versorgung. Ärzt*innen dürfen auf ihren Webseiten nicht über die Art und Weise, wie sie die Eingriffe durchführen, informieren. Seit Jahren nimmt die Zahl der Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, stark ab. In den letzten 10 Jahren hat sich das Angebot im Land massiv verringert. In einigen Regionen ist die Versorgung nicht mehr sichergestellt.“

pro familia fordert die Streichung der §§218/219a aus dem Strafgesetzbuch und eine Neuregelgung des Schwangerschaftsabbruchs. „Die bestehende Regelung ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedürfnissen und Erfordernissen nicht gerecht. Es muss nun geprüft werden, wie wir dahin kommen können, dass unsere Gesellschaft das Recht auf eine selbstbestimmte Entscheidung zur Fortführung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft anerkennt, ohne das Strafrecht zu bemühen. Gleichzeitig müssen alle Frauen jegliche Unterstützung erhalten, die sie brauchen, einschließlich des Angebots einer freiwilligen Beratung zu allen Fragen der Schwangerschaft.“

Zudem sind Politik und Wirtschaft gefordert, das Leben von Familien zu verbessern. „Denn nach wie vor nennen Frauen für ihre Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen, am häufigsten körperliche/psychische Belastung und berufliche Gründe. Dies zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch schwierig ist“, so Prümm. „Die Pandemie hat dies verstärkt deutlich gemacht. Es bleibt eine Herausforderung, Kinder zu bekommen und berufstätig zu sein. Zudem befürchten viele Frauen, alleinerziehende Mutter zu werden, und somit in Überlastung und Armut zu rutschen.“

Die Pressemitteilung zum Thema als PDF: 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620

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