Aktuelles

Rund um den Safe Abortion Day wird es an folgenden pro familia-Standorten Aktionen und Veranstaltungen geben: in Kiel, Flensburg, Lübeck und Husum. Informationen dazu finden Sie auf der Seite Veranstaltungen.

Bundestag beschließt Streichung des §219a StGB

Seit langem hat pro familia Schleswig-Holstein ebenso wie der Bundesverband die Streichung des §219a gefordert. pro familia begrüßt, dass Ärzt*innen endlich umfassend informieren dürfen.

Die Stellungnahme des pro familia Bundesverbandes finden Sie hier als PDF: Presseerklärung - Bundestag beschließt Streichung des §219a StGB

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 04 61 – 90 92 620

lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de

 

Du erleidest sexuelle Gewalt. Oder der Alltag in deiner Familie ist von Gewalt geprägt.

Du bist nicht allein. Mit uns von pro familia kannst du reden. Wir helfen dir.

Hilfe und Unterstützung findest du:

Du kannst uns anrufen oder eine Mail schreiben. Wir sind für dich da. Es kostet nichts.

Hilfe über Telefon, Mail und Live-Chat findest auch über die Website:

www.kein-kind-alleine-lassen.de

Childhood-Haus Flensburg eröffnet

Am 22. April ist das erste Childhood-Haus Schleswig-Holsteins in Flensburg eröffnet worden. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche, denen sexualisierte und körperliche Gewalt widerfahren ist und die sich aufgrund dessen in einem Strafverfahren befinden. Das Childhood-Haus Flensburg wird von Justizministerium, Innenministerium und Sozialministerium des Landes unterstützt. Der Träger ist pro familia Schleswig-Holstein. Das Childhood-Haus ist die neunte spezialisierte Einrichtung des Landesverbandes gegen sexuelle und häusliche Gewalt.

Als Standort für das erste Childhood-Haus wurde Flensburg ausgewählt, weil hier eine jahrzehntelange gute Zusammenarbeit der beteiligten Professionen besteht. Die richterliche Videovernehmung hat sich dort sehr gut etabliert und bildet einen wichtigen Baustein bei der kindgerechten Umsetzung von Verfahren. pro familia bringt umfassende Erfahrungen aus den Fachberatungsstellen Wagemut und Löwenherz als auch aus der Psychosozialen Prozessbegleitung ein.

"Wir freuen uns sehr, dass wir die Trägerschaft für dieses Leuchtturmprojekt übernehmen. pro familia bringt umfangreiche Erfahrungen aus der Beratung und Begleitung betroffener Kinder mit und setzt sich schon lange für einen umfassenden Kinderschutz ein. Mit dem Childhood-Haus machen wir einen großen Schritt hin zu einer kindgerechten und umfassenden Versorgung der Betroffenen", so Christa Wanzeck-Sielert, erste Vorsitzende pro familia Schleswig-Holstein.

Dr. Astrid Helling-Bakki, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation Deutschland: “Wir versprechen uns viel vom Standort Flensburg. Hier besteht schon seit langem eine sehr gute Zusammenarbeit der Professionen. Auch die Trägerschaft eines freien Trägers der Jugendhilfe bildet ein Novum für das Konzept der Childhood-Häuser, die bislang v.a. bei Kliniken angebunden wurden. Wir sehen durch die Entwicklungen in Flensburg bereits jetzt wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der Childhood-Häuser in Deutschland.“

Im Childhood-Haus sind vor Ort eine koordinierende Fachkraft, eine Beraterin und eine Kinderärztin tätig. Zudem ist das Childhood-Haus als regionale Untersuchungsstelle der Rechtsmedizin für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Alle weiteren mitwirkenden Professionen kommen hinzu.

Childhood-Haus Flensburg, Marienhölzungsweg 41, 24939 Flensburg, Tel.0461 - 14 66 24 69, childhood-haus.flensburg[at]nospamprofamilia.de

Casemanagerin Sandra Blad , mobil 01 76 - 480 700 39, sandra.blad[at]nospamprofamilia.de

Seit dem 01.01.2022 sind pro familia Schleswig-Holstein mit der Fachberatungsstelle WAGEMUT und der Kinderschutzbund, Kreisverband Schleswig-Flensburg, als freie Träger für die Anlauf- und Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen des Kreises Schleswig-Flensburg verantwortlich.

Das Team von WAGEMUT übernimmt die Arbeit im Norden des Kreises, der Kinderschutzbund ist für den Südkreis zuständig.

WAGEMUT, die Flensburger pro familia-Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen, ist seit 30 Jahren auch im Norden des Kreises Schleswig-Flensburg bekannt und wird von Ratsuchenden aus dem Kreis bereits kontinuierlich in Anspruch genommen.

Seit Jahresbeginn besteht damit für den gesamten Kreis Schleswig-Flensburg ein Angebot, das durch den Kreis vorerst für drei Jahre gefördert wird.

Zu den Angeboten der beiden Träger gehören die Beratung von betroffenen Kindern und Jugendlichen, von begleitenden Bezugspersonen und von Fachkräften sowie Prävention und Öffentlichkeitsarbeit.

pro familia bietet weiterhin Beratungen zu Schwangerschaft, Familienplanung, Sexualität und Partnerschaft sowie im Schwangerschaftskonflikt an. Persönliche Beratungen in den Räumen der Beratungsstellen sind wieder möglich. Selbstverständlich unter den vorgeschriebenen Sicherheitsauflagen und Hygieneregeln (Abstand, Maske, Desinfektion). Auf Wunsch werden Beratungen per Telefon oder Video angeboten. Es wird in jedem Fall um eine Terminvereinbarung per Telefon oder Mail gebeten.

Aus aktuellem Anlass bietet pro familia Schleswig-Holstein zudem Schwangeren und belasteten Menschen Hilfe durch kurzfristige Beratungen an.

Die besonderen Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Pandemie muten Menschen Außerordentliches zu. Stress, Unsicherheit und das Gefühl von Ohnmacht können viele bedrängende Gefühle auslösen oder auch verstärken. Wenn Isolation notwendig ist und soziale Kontakte sehr eingeschränkt sind, kann dies sehr belastend sein.

Gerade für Familien mit Kindern bedeutet ein möglicher Ausfall von Kita und Schule eine große Herausforderung im Alltag. Um mit dieser anstrengenden Situation gut umgehen zu können, kann eine Unterstützung durch Fachkräfte hilfreich sein.

Die Mitarbeiter*innen von pro familia beraten in belastenden Situationen, wenn eine Bewältigung des Alltags unter Corona-Bedingungen zunehmend schwer fällt, und in Krisen. Es können Strategien zur Bewältigung akuter Konflikte sowie Ideen für eine gute Kommunikation miteinander in einer außergewöhnlichen Situation entwickelt werden.

Die Fachkräfte der pro familia-Beratungsstellen in Schleswig-Holstein können Sie zeitnah und professionell, auch telefonisch oder per Videoberatung, unterstützen. Die langjährig erfahrenen psychosozialen Berater*innen und Therapeut*innen der multiprofessionellen Teams stellen ihre Ressourcen für eine ggf. auch mehrfache Beratung nach vorheriger Absprache zur Verfügung.

Unverändert stehen die Teams für Beratungen im Schwangerschaftskonflikt und Beratungen rund um Schwangerschaft und Geburt zur Verfügung. Auch hier besteht die Möglichkeit der telefonischen Beratung und der Videoberatung.

Über Telefon und E-Mail ist die pro familia-Beratungsstelle in Ihrer Nähe zu den angegebenen Zeiten erreichbar:

www.profamilia.de/angebote-vor-ort/schleswig-holstein.html

Sie können sich dort telefonisch oder per Mail informieren und Ihr Anliegen vorbringen.

Weitere Informationen auch beim Landesverband: pro familia Schleswig-Holstein

Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der Seite des pro familia-Bundesverbandes:

www.profamilia.de/ueber-pro-familia/aktuelles-zu-corona.html

Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen muss verbessert werden

Frauen haben ein Recht auf selbstbestimmte Familienplanung. Dieses Menschenrecht darf nicht beschnitten werden. Daher muss die Versorgung von Schwangerschaftsabbrüchen dringend verbessert werden, fordert pro familia Schleswig-Holstein.

„Die Situation für Frauen, die sich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden haben, verschlechtert sich jedoch weiter - und das, obwohl schon seit einiger Zeit mehrere Verbände auf akuten Handlungsbedarf hinweisen“, kritisiert Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes.

„Wenn die Politik nicht bald handelt, droht ein Engpass. Denn nur noch wenige Krankenhäuser führen Schwangerschaftsabbrüche durch, auch öffentlich geförderte Kliniken ziehen sich von dieser Aufgabe zurück. Hinzu kommt ein Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche in gynäkologischen Praxen. Wir erwarten, dass das Land seinem Versorgungsauftrag nachkommt und auch die Kliniken verstärkt in die Pflicht nimmt.“

Die Verpflichtung der Bundesländer ist im §13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) eindeutig festgeschrieben: (2)„Die Länder stellen ein ausreichendes Angebot ambulanter und stationärer Einrichtungen zur Vornahme von Schwangerschaftsabbrüchen sicher.“ In diesen Einrichtungen muss auch die notwendige Nachbehandlung gewährleistet sein, vgl. §13 (1)  SchKG.

„Doch die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren verlief völlig konträr. Das Angebot in Schleswig-Holstein wurde massiv, um 50 Prozent, abgeschmolzen. Vielerorts gibt es überhaupt keine Möglichkeit mehr für einen Abbruch“, berichtet Steffensen. „Frauen, die sich ohnehin in einer sehr belastenden Lage befinden, müssen immer häufiger weite Wege auf sich nehmen.“

„Als Träger sehen wir mit Sorge, dass Möglichkeiten des Abbruchs weiter zunehmend eingeschränkt werden“, betont Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. „So hat beispielsweise in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik zur Folge, dass dort keine Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen mehr angeboten werden soll. Dies bedeutet eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen im Norden Schleswig-Holsteins.“

„Die Betroffenen werden völlig außer Acht gelassen. Sie stehen aber  unter großem Zeitdruck, da ein Abbruch nur bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche straffrei ist“, sagt Steffensen. „Wir brauchen daher parallel auf Bundesebene eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs, die Frauen und Ärzt*innen nicht länger kriminalisiert und stigmatisiert.“

pro familia fordert eine gesetzliche Regelung außerhalb des Strafgesetzbuchs, die dem Menschenrecht auf selbstbestimmte Sexualität und Familienplanung entspricht.

Dazu hat der Landesverband am Weltfrauentag eine Pressemitteilung herausgegeben - hier als PDF: Pressemitteilung am Weltfrauentag 2022

Weitere Informationen:

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620

lv.schleswig-holstein[at]nospamprofamilia.de 

pro familia, der Fachverband für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung, ist ein gemeinnütziger, konfessionell und parteipolitisch unabhängiger Verein. Er hat sich der Umsetzung der Menschenrechte verpflichtet. pro familia tritt für die Interessen von Ratsuchenden in jeder Lebensform ein, für die Belange von Familien und für soziale Gerechtigkeit.

pro familia Schleswig-Holstein besitzt ein breites Angebotsspektrum für Menschen mit und ohne Behinderung, jeden Alters und Geschlechts, jeder sexuellen Orientierung und Identität, ungeachtet der Herkunft und Religion.

Der Landesverband ist Träger von 21 Einrichtungen: 13 Beratungsstellen und acht spezialisierten Einrichtungen gegen sexualisierte und/oder häusliche Gewalt. Die pro familia-Beratungsstellen übernehmen gesetzliche Aufgaben, die sich aus dem Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) ergeben.

Erstmals hat der Landesverband seine Grundsätze der Beratung und des gesellschaftspolitischen Engagements sowie sein umfangreiches Beratungsangebot in einem Positionspapier veröffentlicht.

Die Position Beratung ist in allen pro familia-Beratungsstellen und in der Landesgeschäftsstelle erhältlich. Hier als PDF: Position Beratung

Für Schwangere und Eltern mit kleinen Kindern hat pro familia in Zusammenarbeit mit den Betroffenen und mit anderen Institutionen vor Ort Wegweiser erstellt.

In einem handlichen Format informiert der Leitfaden kompakt und übersichtlich, z.B. mit einer Checkliste, was vor und nach der Geburt zu tun ist, über Anlauf- und Beratungsstellen vor Ort und über Einrichtungen, die für das Leben mit einem Kind wichtig sind. Mit deutlicher Kennzeichnung auf dem integrierten Stadtplan sind die Adressen schnell zu finden.

Dank finanzieller Unterstützung der "Kroschke Kinderstiftung", der pro familia-Pfandbonspendenaktion „Pfandtastisch helfen!“ in Edekamärkten und/oder weiterer Institutionen vor Ort sind die Wegweiser kostenlos. Sie liegen in entsprechenden Beratungsstellen, Frauen- und Kinderarztpraxen, bei Hebammen, in der Bücherei und im Rathaus aus. Sie sind auch auf der Website der entsprechenden pro familia-Beratungsstelle als PDF verfügbar.

Infopläne für Schwangere und Familien in:

Projekte zur Kostenübernahme rezeptpflichtiger Verhütungsmittel

Als erste Kommune in Schleswig-Holstein hat die Stadt Flensburg ein Projekt zur Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel für ihre Einwohner*innen ab 22 Jahren eingerichtet, die staatliche Leistungen erhalten oder ein geringes Einkommen (unterhalb einer festgesetzten Grenze) haben. Für die Umsetzung ist die pro familia-Beratungsstelle Flensburg zuständig. Sie prüft anhand aktueller Bescheide, ob die notwendigen Voraussetzungen vorliegen, nimmt den Kostenvoranschlag oder das Rezept der Arztpraxis entgegen und stellt im positiven Fall eine Bescheinigung aus. Die Betroffenen legen diese bei der Apotheke oder der Arztpraxis vor und müssen dann das Verhütungsmittel nicht bezahlen.

Wie groß der Bedarf ist, bestätigt die hohe Zahl der Anträge. Fast alle Antragsteller*innen beziehen Arbeitslosengeld II und hätten sich vor allem die kostenintensive Verhütung mit Hormonspirale, Implanon oder eine Sterilisation nicht leisten können.

Diese Problematik taucht zunehmend in der Beratung auf. Häufig verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Da bislang alle Initiativen auf bundespolitischer Ebene gescheitert sind, haben Kommunen und Kreise vorerst Projekte zur Kostenübernahme geschaffen.

Projekte in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, im Kreis Segeberg, in Neumünster, in Lübeck, in Geesthacht bzw. im Kreis Herzogtum Lauenburg, im Kreis Nordfriesland, Stormarn, Dithmarschen und im Kreis Steinburg.

Weitere Informationen und Antragstellung in den pro familia-Beratungsstellen vor Ort:

Flyer: Auf der Seite Kostenübernahme von Verhütung im Menü der jeweiligen Beratungsstelle finden Sie auch den entsprechenden Flyer.

Familienplanung - ein Menschenrecht für alle

pro familia fordert neue Hilfe zur Familienplanung

Zunehmend verweisen ungewollt Schwangere auf die für sie unerschwinglichen Kosten sicherer Verhütungsmittel. Verhütung darf aber nicht am Geld scheitern. Jeder Mensch hat das Recht, unabhängig von seinem sozialen Status, die Verhütungsmethode zu wählen, die zu ihm passt, größtmögliche Sicherheit bietet und für ihn gesundheitlich verträglich ist.

Seit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004 haben Personen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, keine Möglichkeit mehr, eine Hilfe zur Familienplanung zu beantragen. Und die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ärztlich verordnete Verhütungsmittel nur für Jugendliche bis zum vollendeten 22. Lebensjahr.

Auf diesen Missstand hat pro familia immer wieder hingewiesen. Der Verband fordert eine bundesweit einheitliche, gesetzlich verankerte Hilfe zur Familienplanung.

Projekte zur Kostenübernahme in Schleswig-Holstein

Mittlerweile gibt es Projekte in Flensburg, im Kreis Segeberg, in Neumünster, in Kiel, in Lübeck, in Geesthacht, im Kreis Herzogtum Lauenburg, im Kreis Nordfriesland, Kreis Stormarn, Dithmarschen und Steinburg. Weitere Informationen zu den Angeboten in Ihrer Nähe finden Sie unter Aktuelles auf der Seite: Projekte bieten Hilfe zur Familienplanung

Modellprojekt biko in Lübeck beendet - Hansestadt bewilligt Fortsetzung des Angebots

Die Hansestadt war einer von sieben Standorten, die an dem bundesweiten Modellprojekt "biko – Beratung, Information und Kostenübernahme von Verhütung" des pro familia Bundesverbandes e.V. teilnahmen.

Das Projekt biko, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), soll u.a. zuverlässige Daten für den tatsächlichen Bedarf an einer Kostenübernahme liefern. Diese Erhebung könnte die Grundlage für eine bundesweite Regelung bilden. Neben Lübeck wurden für das Projekt die Standorte Halle (Saale), Recklinghausen, Ludwigsfelde, Saarbrücken, Wilhelmshaven und Erfurt (Altern) ausgewählt. Umfassende Infos zum Modellprojekt "biko": www.biko-verhuetung.de/

Weg mit §218! - 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

Schwangerschaftsabbruch: pro familia fordert Neuregelung mit Blick auf Frauenrechte

Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, sind nach §219 StGB verpflichtet, eine Schwangerschaftskonfliktberatung aufzusuchen. „Nach der sogenannten Beratungsregelung bleiben Schwangerschaftsabbrüche straffrei. Das ändert aber nichts daran, dass ihnen der Ruf der Illegalität anhaftet“, kritisiert pro familia Schleswig-Holstein. "Es wird Zeit, über eine alternative Regelung nachzudenken, die ungewollt schwangere Frauen nicht kriminalisiert.“

Seit 150 Jahren ist der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt, verankert am 15. Mai 1871 im Reichsstrafgesetzbuch. pro familia startet gemeinsam mit anderen Verbänden die Kampagne „Weg mit §218! - Recht statt Verurteilung“.

Ende August 2021 fand in Berlin und online der Fachkongress „150 Jahre §218 StGB“ statt. Die Abschlusserklärung als PDF: Abschlusserklärung-Kongress

Bundesweite Online-Veranstaltungen und Termine unter www.wegmit218.de/termine/

2020 nahmen deutlich mehr Frauen eine Schwangerschaftskonfliktberatung bei pro familia in Anspruch. Die Zahl der Abbrüche ist dagegen nur leicht, um 35 auf 3.073, angestiegen. „Unsere Teams in den landesweit 13 Beratungsstellen haben 3.081 Beratungen durchgeführt, fast neun  Prozent mehr als im Vorjahr. Damit führt pro familia im Vergleich mit anderen Trägern den Großteil dieser Beratungen durch“, berichtet Landesgeschäftsführer Thorsten Prümm. Auch während der Pandemie konnte das Angebot der Schwangerschaftskonfliktberatung kontinuierlich aufrechterhalten werden.

„Die Zunahme der Beratungen bei pro familia liegt aber sicher auch daran, dass wir uns öffentlich klar und deutlich für eine ersatzlose Streichung des §219a StGB, für eine angemessene Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen und für das Recht der Frau auf Selbstbestimmung ausgesprochen und eingesetzt haben“, sagt Dagmar Steffensen, stv. Geschäftsführerin des Landesverbandes. „Zudem begleiteten wir in Flensburg die Zusammenlegung der Krankenhäuser zu einer ökumenischen Klinik kritisch, da dies eine starke Verschlechterung für ungewollt schwangere Frauen bedeutete.“

Selbstbestimmte Familienplanung ist ein Menschenrecht. Demgemäß hat jede Frau das Recht auf eine freie Entscheidung, ob sie eine Schwangerschaft austragen will oder nicht. „Zur Wahrnehmung dieses Rechts gehört, dass Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs bereitgestellt werden. Da ein Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt wird, ist das Thema von vornherein negativ besetzt, stigmatisierend und moralisch aufgeladen“, betont Steffensen. „Das hat gravierende Folgen auch für die Versorgung. Ärzt*innen dürfen auf ihren Webseiten nicht über die Art und Weise, wie sie die Eingriffe durchführen, informieren. Seit Jahren nimmt die Zahl der Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, stark ab. In den letzten 10 Jahren hat sich das Angebot im Land massiv verringert. In einigen Regionen ist die Versorgung nicht mehr sichergestellt.“

pro familia fordert die Streichung der §§218/219a aus dem Strafgesetzbuch und eine Neuregelgung des Schwangerschaftsabbruchs. „Die bestehende Regelung ist nicht mehr zeitgemäß und wird den aktuellen Bedürfnissen und Erfordernissen nicht gerecht. Es muss nun geprüft werden, wie wir dahin kommen können, dass unsere Gesellschaft das Recht auf eine selbstbestimmte Entscheidung zur Fortführung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft anerkennt, ohne das Strafrecht zu bemühen. Gleichzeitig müssen alle Frauen jegliche Unterstützung erhalten, die sie brauchen, einschließlich des Angebots einer freiwilligen Beratung zu allen Fragen der Schwangerschaft.“

Zudem sind Politik und Wirtschaft gefordert, das Leben von Familien zu verbessern. „Denn nach wie vor nennen Frauen für ihre Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen, am häufigsten körperliche/psychische Belastung und berufliche Gründe. Dies zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch schwierig ist“, so Prümm. „Die Pandemie hat dies verstärkt deutlich gemacht. Es bleibt eine Herausforderung, Kinder zu bekommen und berufstätig zu sein. Zudem befürchten viele Frauen, alleinerziehende Mutter zu werden, und somit in Überlastung und Armut zu rutschen.“

Die Pressemitteilung zum Thema als PDF: 150 Jahre Kriminalisierung sind genug

pro familia Schleswig-Holstein, Marienstr. 29-31, 24937 Flensburg, Tel. 0461 - 90 92 620

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Broschüre für Jungen

"Der kleine Kumpel packt aus. Nackte Tatsachen für Jungs"

Was passiert eigentlich in der Pubertät? Wie ist das mit dem Penis? Was kann so ein Kondom?

Antworten auf diese und weitere Fragen finden Jungen in der pro familia-Broschüre mit dem Titel „Der kleine Kumpel packt aus! Nackte Tatsachen für Jungs”. Die Comicfigur der kleine Kumpel begleitet interessierte Jungs in einfacher Sprache und mit ansprechenden Zeichnungen.

Auf 36 Seiten finden Jungen auch bei wenig Lesebegeisterung Wissenswertes zu körperlichen Veränderungen in der Pubertät, zu Verhütung ungewollter Vaterschaft und HIV. Die Broschüre enthält auch Adressen von Beratungsstellen und Internetseiten, die Jugendlichen zuverlässige Informationen zu den Themen Liebe, Freundschaft und Sexualität anbieten.

Die Aufklärungsbroschüre entstand im Rahmen der sexualpädagogischen Arbeit von pro familia Lübeck aus den häufigsten Fragen der Jungen zwischen 10 und 16 Jahren. Für das Konzept und die Inhalte ist das sexualpädagogische Team der pro familia Lübeck verantwortlich. Gestaltung und Illustration stammen von Dennis Lorenz. Die pro familia dankt der Michael-Haukohl-Stiftung, Förderung von Jugendlichen in Bildung, Erziehung und Sport. Sie ermöglichte in Lübeck die Jungenarbeit und die Erstellung dieser Broschüre. 

Sehr gute Bewertung

Die Broschüre 'Der kleine Kumpel packt aus! – Nackte Tatsachen für Jungs' wurde im Mai 2009 von jeweils 30 Hauptschülern und Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren mit einem ausführlichen Frageprogramm in persönlichen Gesprächen bewertet. Die bundesweit durchgeführte Untersuchung fand bei den Jugendlichen zu Hause statt.

Insgesamt erfährt die Broschüre eine hohe Akzeptanz: 67% der Hauptschüler und 70% der Gymnasiasten urteilen in der Gesamtbewertung mit 'sehr gut' bzw. 'gut'.

Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem 'kleinen Kumpel' eine Aufklärungsbroschüre entwickelt wurde, die nicht nur bildungsferne Jungen, sondern auch Gymnasiasten im Alter von 12 bis 16 Jahren kurz und verständlich, trotzdem umfangreich und auf eine angenehm lockere Art und Weise über das Thema Sexualität informiert.

Die Untersuchung wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt. Die Projektleitung wurde dem Alpha-Institut aus Mainz übertragen.

Weitere Infos:

pro familia-Beratungsstelle Lübeck, Tel. 04 51 – 62 33 09, luebeck[at]nospamprofamilia.de

Bestellung

Die Broschüre kann bestellt werden unter jungenbroschuere.de und der-kleine-kumpel-packt-aus.de