Termine von Gruppen, Veranstaltungen & Kurse

 

Start

10.02.2020: 18.00 Uhr Informationsabend zum Thema: Elterngeld und Elternzeit      Ort: Krankenhaus Salem Hermann-Lindrath-Saal.
 

Start voraussichtlich Frühjahr 2020: Geburtsvorbereitung für junge Schwangere und werdende Eltern bis 23 Jahren. Melden Sie sich gerne bei Interesse. Wir nehmen Sie auf eine Warteliste auf und schreiben Sie bei Bekanntgabe des Starttermins an.

Fortlaufend

 

montags: 

16.00-18.00 Uhr Treff für alleinerziehende Mütter, Plöck 2a in Heidelberg

dienstags:

10.30-12.30 Uhr Frühstückstreff für Eltern mit Kindern bis 3 Jahre, Jellinekplatz 11 in Heidelberg

mittwochs:

14.30-16.00 Uhr Mutter-Kind-Bildungskurs (MUKIB), Landhausstr.25, Ebene 4 in Heidelberg

freitags:

10-11.30 Uhr Mutter-Kind-Bildungskurs (MUKIB), Jellinekplatz 11 in Heidelberg

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Stellungnahmen/ Veröffentlichungen

Listen sind keine Lösung

pro familia fordert weiterhin die Streichung des §219a StGB

Im April 2019 hat die Bundesregierung die Gesetzesänderung des §219a StGB zur „Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ verabschiedet. Jetzt haben BZgA und BÄK die von der Bundesregierung angekündigte Liste mit Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, veröffentlicht. In der Praxis zeigt sich das, was pro familia öffentlich immer wieder bekräftigt: Diese Listen sind keine Lösung!
Auf der veröffentlichten Liste finden sich 87 Ärzt*innen, die Schwangerschaftsabbrüche in Deutsch-land durchführen. Auf der Liste werden in erster Linie Ärzt*innen aus Berlin und Hamburg aufgeführt, 12 andere Bundesländer, darunter Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Baden-Württemberg, kommen schlichtweg nicht vor. Einige Bundesländer haben bereits vor Monaten regionale Listen er-stellt. An diesen hätte man sich orientieren können. Auch das ist nicht geschehen. Aber nicht nur, dass diese Liste mehr als unvollständig ist, sie ist auch unübersichtlich und im Internet schwer zu fin-den. Frauen und Paare, die im Internet auf der Suche nach solch einem Angebot sind, werden nur durch Zufall auf diese Seite stoßen. Medizinisch korrekte Informationen über einen sicheren und le-galen Schwangerschaftsabbruch fehlen. Mit Informationsrechten hat dies nichts zu tun.
Man könnte als Gegenargument einbringen, dass diese Liste – wohlgemerkt für viel Geld - weiter ak-tualisiert werden soll. Dies ändert jedoch nichts an den grundlegenden Kritikpunkten. Sie wird zu kei-ner Zeit den realen Versorgungsstand abbilden, da nur ein Bruchteil der Ärzt*innen eine Meldung dorthin vornehmen wird. In einem Klima der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Schwanger-schaftsabbrüchen, deren Verortung im Strafgesetzbuch und Behandlung als Straftat ist das nicht zu erwarten, schon gar nicht, solange Gegner*innen reproduktiver Selbstbestimmung ungehindert Pra-xen und andere Einrichtungen regelmäßig belagern können.
Die einzige Lösung ist die Streichung des §219a aus dem Strafgesetzbuch!
Nur so können die Informationsrechte von Ärzt*innen, Frauen und Paaren sichergestellt werden. So-lange Deutschland die Bereitstellung von medizinisch korrekten Informationen über den sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch nicht entkriminalisiert, widerspricht es seinen Menschen-rechtsverpflichtungen. Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland zudem schlecht ab. Ein Blick über den Tellerrand wäre hilfreich: Zuletzt hoben Irland und Belgien 2018 Rechtsvorschriften auf, die die Bereitstellung von Informationen über Abtreibungen bisher verboten hatten. In Frank-reich gibt das Gesundheitsministerin einen jährlich aktualisierten vollständigen Überblick auf einer separaten Homepage heraus – ergänzend zu den nicht limitierten Informationsmöglichkeiten der Ärzt*innen. Demgegenüber stehen die europaweit einzigartigen Informationsbeschränkungen in Deutschland. Das ist beschämend.
Dieser „Kompromiss“ zum §219a StGB darf nicht das letzte Wort sein. pro familia fordert die Politik auf, die öffentliche Kritik ernst zu nehmen und diesen Zustand zu ändern.
31.07.2019

 

Es gibt einen großen Bedarf an kostenlosen Verhütungsmitteln

pro familia stellt die Ergebnisse eines Modellprojekts vor und fordert dringend eine bundesweite gesetzliche Lösung

Es gibt in Deutschland einen hohen Bedarf an kostenlosen Verhütungsmitteln. Die Auswertung des pro familia Modellprojekts biko zeigt, dass Frauen, die wenig Geld haben, für eine sichere Verhütung eine Kostenübernahme brauchen. Dies betrifft nicht nur Sozialleistungsbezieherinnen, auch Geringverdienerinnen und Studentinnen haben Probleme, ihre Verhütung zu finanzieren. Zusätzliche Wege, Wartezeiten, Fahrtkosten und die Angst vor Stigmatisierung erwiesen sich beim Zugang zur Kostenübernahme im Modellprojekt als Barriere. Dem muss bei einer gesetzlichen Lösung Rechnung getragen werden, betont pro familia. Nötig sei eine niedrigschwellige Lösung, die alle Menschen und alle Verhütungsmethoden einschließe.

Auf der Abschlussveranstaltung des pro familia Modellprojektes „biko – Beratung, Information und Kostenübernahme bei Verhütung“ (www.biko-verhuetung.de) am heutigen 10. September 2019 in Berlin wurden die Evaluationsergebnisse präsentiert. Mit dem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projekt erprobte pro familia über drei Jahre an sieben Standorten ein Kostenübernahmemodell für Frauen mit geringem Einkommen. Frauen konnten die für ihre Lebenssituation am beste geeignete Verhütungsmethode auswählen, die allerdings verschreibungspflichtig sein musste. Ein Großteil der Frauen, die eine Kostenübernahme erhielten, nahmen das Angebot der freiwilligen Verhütungsberatung an. Fragen zu den einzelnen Verhütungsmethoden und deren gesundheitliche Verträglichkeit standen dabei im Vordergrund.

Frauen jeder Altersgruppe bis 49 Jahren waren im Modellprojekt vertreten. Sie verfügten über unterschiedliche Bildungsabschlüsse und gingen unterschiedlicher Beschäftigung nach. Auch die Familiensituation stellte sich als sehr heterogen dar und die Mehrheit der Frauen hatte Kinder.

In den qualitativen Interviews im Rahmen der Studie äußerten mehr als die Hälfte der befragten Frauen, dass sie ohne eine Kostenübernahme nicht oder weniger sicher verhüten. Ist das Geld knapp, werden akut nötige Anschaffungen getätigt und die Verhütung aufgeschoben.

In einem hochentwickelten Land wie Deutschland ist dies ein Armutszeugnis. pro familia vertritt die Auffassung, dass Verhütungsmittel zur Grundversorgung gehören. Die Bundesregierung hat sich über die internationale Frauenrechtskonvention CEDAW verpflichtet, den Zugang zu Verhütung für alle Menschen sicherzustellen. Selbst unter den engen Rahmenbedingungen des Modellprojekts, das nicht-verschreibungspflichtige Verhütungsmittel und Männer ausschloss, hat sich deutlich gezeigt, dass es Defizite in der Versorgung gibt. pro familia geht nun einen Schritt weiter und fordert die Bundesregierung dazu auf, anzuerkennen, dass Verhütung eine Grundbedingung für sexuelle und reproduktive Gesundheit ist und daher allen Menschen, auch Männern, niedrigschwellig zur Verfügung stehen muss. Im Einzelnen fordert der Verband:

  1. Verhütung muss in den Leistungskatalog des dritten Kapitels SGB V der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden, ebenso in den Basistarif der privaten Krankenversicherungen.

  2. Für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und für nicht Krankenversicherte müssen angepasste Regelungen bzw. gesonderte Zugänge in Zusammenarbeit mit Beratungsstellen geschaffen werden.

  3. Wegen der besonderen Dringlichkeit muss in einem ersten Schritt die unter Punkt 1 genannte Regelung für Menschen mit geringem Einkommen gelten. Darunter fallen alle Menschen, die unter der individuellen Einkommensgrenze analog der Kostenübernahme beim Schwangerschaftsabbruch liegen.

  4. Begleitend soll eine freiwillige Verhütungsberatung ausgebaut werden, die Menschen in ihrem Menschenrecht auf Verhütung stärkt und den besonderen Beratungsbedarf, beispielsweise von Menschen mit geringen Deutschkenntnisse oder Lernschwierigkeiten, abdeckt.

Der Bericht mit den Ergebnissen der Evaluation des Modellprojekts biko ist hier abrufbar.

 

 

 Stellungsnahmen zu weiteren Themen finden Sie auf der Seite des Landesverbandes Baden Württemberg

aktuelle Ausstellung

PRO FAMILIA HEIDELBERG ZEIGT
WERKE VON
ANDREA PFISTERER
20.7.2019 – 20.12.2019

www.art-ap-art.de