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Frauenärzte ignorieren wissenschaftliche Empfehlungen zur Pille danach

Argumentation des Berufsverbands der Frauenärzte gegen die rezeptfreie Vergabe für pro familia nicht akzeptabel

Frankfurt, 13. Februar 2012. Der Berufsverband der Frauenärzte hat jüngst die von vielen ExpertInnen geforderte rezeptfreie Abgabe der Pille danach abgelehnt. In seiner Begründung stellt er Behauptungen auf, die sämtlichen internationalen Studien zur „Pille danach“ auf Levonorgestrelbasis – und nur für diese wird die Rezeptfreiheit gefordert  –  widersprechen.

Internationale WissenschaftlerInnen empfehlen einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu dieser sicheren Notfallkontrazeption, die wenige Nebenwirkungen hat und für die es keine Gegenanzeigen gibt. Aufgrund der positiven Einschätzung ist die „Pille danach“ seit 1999 in immer mehr Ländern rezeptfrei erhältlich, allein in Europa sind es mittlerweile 28 Länder. Deutschland gehört zu den Schlusslichtern, die hartnäckig wissenschaftliche Erkenntnisse zur Pille danach ignorieren, dabei hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schon 2003 die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen.

„Internationale ExpertInnen sind sich einig, dass vor der Einnahme der Pille danach keine ärztliche Untersuchung notwendig ist. Wenn FrauenärztInnen in Deutschland mit diesem Argument gegen die Aufhebung der Rezeptpflicht Sturm laufen, stehen sie dem schnellen Zugang zu einer sicheren, nebenwirkungsarmen Nachverhütung im Wege“, kommentiert Prof. Dr. Daphne Hahn, Vorsitzende des pro familia-Bundesverbands. „Ein zeitnaher Zugang ist für die Wirkung der Nachverhütung entscheidend und erspart Frauen und Mädchen unnötige Ängste, womöglich ungewollt schwanger zu sein“.

Die wissenschaftlichen Studien der Weltgesundheitsorganisation, die Empfehlung des Europarats und die vielen positiven Erfahrungen aus dem Ausland lassen nur einen Schluss zu: Es gibt keine sachlichen Gründe, die rezeptfreie Vergabe abzulehnen. pro familia fordert deshalb das Bundesgesundheitsministerium auf, dem Bundesrat endlich die Empfehlung für die längst überfällige Rezeptfreiheit für die Pille danach vorzulegen.


Ausführliche Informationen und Quellenverweise finden Sie in unserem Fact Sheet "Pille danach - Mythen und Wirklichkeit".

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