Mangel an HIV- und PrEP-Medikament: Der Bund muss handeln!
Zurzeit kann der Bedarf an der Wirkstoffkombination Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxil nicht gedeckt werden. Dieses Medikament kommt als „Prä-Expositions-Prophylaxe“ (PrEP) zum Einsatz, die die Übertragung von HIV bei Sex mit HIV-positiven Personen verhindert. Dasselbe Medikament wird darüber hinaus auch zur Behandlung von HIV eingesetzt. Die Deutsche Aidshilfe und andere Akteur*innen fordern seit Wochen Maßnahmen der Politik. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) für Maßnahmen gegen Lieferengpässe zuständig. Es hat zugesichert, Hersteller nach wirkstoffidentischen Medikamenten mit europäischer Zulassung im Portfolio zu fragen, die dann importiert werden könnten. Noch wichtiger wäre es, dass das Gesundheitsministerium einen Versorgungsmangels nach § 79 Abs 5 AMG feststellt, um langfristig an der Versorgungssicherheit zu arbeiten. In der aktuellen Situation empfiehlt die Deutsche Aidshilfe Patient*innen und PrEP-User*innen, ihre Ärzt*innen und Apotheker*innen auf die Möglichkeit von Einzelimporten aufmerksam machen, auch wenn es keine Erfolgsgarantie gibt.