Offener Brief an das Bundesgesundheitsministerium: Die Versorgung mit Misoprostol in den jeweils benötigten Dosierungen muss gewährleistet werden!

Bereits zum zweiten Mal weisen Organisationen und Verbände, darunter pro familia, in einem Offenen Brief an das Bundesgesundheitsministerium auf die Versorgungsschwierigkeiten bei Misoprostol in der Darreichungsform mit 200 μg hin. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird darin aufgefordert, die Entscheidung seines Vorgängers Jens Spahn von 2021, dass Misoprostol nur noch unter erschwerten Bedingungen nach Deutschland eingeführt werden kann, zu überdenken. Denn Misoprostol hat viele wichtige Anwendungsgebiete in der Gynäkologie und Geburtshilfe ist nicht ohne Grund seit 2009 von der Weltgesundheitsorganisation WHO auf der Liste der „essentiellen Medikamente“ aufgeführt. Diese Medikamente sollen laut WHO in einem funktionierenden Gesundheitssystem in notwendiger Dosierung und zu einem vernünftigen Preis verfügbar sein. Den Zugang zu diesem essentiellen Medikament zu erschweren, hätte große Folgen für die Gesundheitsversorgung von ungewollten Schwangerschaften.

Dabei ist die Dosierung mit 200 μg entscheidend und kann nicht durch andere Darreichungsformen ersetzt werden, betonen die Verbände im Offenen Brief. Seit diese Dosierung in Deutschland vom Markt genommen wurde, sei es nur über den Import erhältlich. Durch die weitere Erschwernis werde die Verwendung von 200 μg Misoprostol in manchen Regionen praktisch unmöglich.

Der Offene Brief ist hier abrufbar.