Raten von Gebärmutterhalskrebs weltweit unterschiedlich je nach Entwicklungsstand

Die Belastung durch Gebärmutterhalskrebs ist in vielen Teilen der Welt nach wie vor hoch. In den meisten Ländern liegen Inzidenz und Mortalität der Krankheit weit über dem von der WHO-Initiative zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs festgelegten Schwellenwert von 4 Fällen pro 100.000 Frauen im Jahr. Eine Forscher*innengruppe der WHO stellte fest, dass es dabei weltweit erhebliche geografische und sozioökonomische Ungleichheiten gebe.

Schätzungsweise 604127 Fälle von Gebärmutterhalskrebs und 341831 Todesfälle gab es im Jahr 2020. Während weltweit die durchschnittliche Inzidenz 13 Fälle pro 100 000 Frauen beträgt, reicht sie von 2 Fällen im Irak bis 85 in Eswatini (früher Swasiland). Die Sterblichkeitsraten reichten von 1 in der Schweiz bis 56 in Eswatini. Hohe Inzidenzwerte wurden außerdem in Malawi, Sambia, Bolivien, Paraguay, auf den Malediven, in Indonesien, Fidschi und Papua-Neuguinea festgestellt.

Die Forscher*innen kamen zu dem Schluss, dass die Raten von Gebärmutterhalskrebs mit steigendem Human Development Index (HDI) sinken. HDI, der Index der menschlichen Entwicklung, erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Die Inzidenz von Gebärmutterhalskrebs war in Ländern mit niedrigem HDI dreimal so hoch wie in Ländern mit sehr hohem HDI, während die Sterblichkeitsraten in Ländern mit niedrigem HDI sechsmal so hoch waren wie in Ländern mit sehr hohem HDI. Länder mit gut entwickelten Screening- und Behandlungsprogrammen, wie zum Beispiel Schweden, Australien und das Vereinigte Königreich, hatten eine deutliche niedrigere Inzidenz als Ländern mit unzureichenden Programmen, wie zum Beispiel in Kolumbien, Indien und Uganda.