Die Menschenrechtsverteidigerin Vanessa Mendoza Cortés aus Andorra könnte bald vor Gericht stehen, weil sie sich vor den Vereinten Nationen (UN) für die Rechte der Frauen und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch eingesetzt hat. Sollte Vanessa Mendoza Cortés verurteilt werden, droht ihr eine hohe Geldstrafe von 30.000 Euro und ein Strafregistereintrag.
Vanessa Mendoza Cortés ist Psychologin und Präsidentin der Frauenrechtsorganisation Stop Violence (Associació Stop Violències, auf Katalanisch), die sich auf geschlechtsspezifische Gewalt, sexuelle und reproduktive Rechte konzentriert und sich für einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch in Andorra einsetzt. Vanessa Mendoza Cortés wurde in den letzten vier Jahren von ihrer Regierung verfolgt, nur weil sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machte und das vollständige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen in ihrem Land kritisierte.
Sie sprach 2019 vor dem Ausschuss der Vereinten Nationen für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau (CEDAW) im Rahmen des regelmäßigen und kritischen Informationsaustauschs zwischen diesem UN-Gremium und Menschenrechtsverteidiger*innen in aller Welt. Nach einer Beschwerde der andorranischen Regierung hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie erhoben. Während frühere Anklagen wegen Verleumdung, die mit Gefängnisstrafen verbunden waren, dank des internationalen Drucks im Jahr 2021 fallen gelassen worden sind, wird Vanessa Mendoza Cortés nun weiterhin von der Staatsanwaltschaft schikaniert, die ihr ein Verbrechen „gegen das Ansehen der Institutionen“ vorwirft.
Quelle: IPPF EN